Ziele

Worum geht es in der schulischen Verkehrs- und Mobilitätsbildung?

Ziel der schulischen Verkehrs- und Mobilitätsbildung ist es, dass sich Schülerinnen und Schüler zu sicheren, selbstständigen und verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern entwickeln. Sie sollen ihr eigenes Verhalten reflektieren und eine kritische, verantwortungsvolle sowie nachhaltige Haltung zur Mobilität entwickeln.

Die schulische Verkehrs- und Mobilitätsbildung unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, sich aktiv, vorausschauend und verantwortungsvoll im Verkehr zu bewegen. Dabei werden kognitive, emotionale und motorische Fähigkeiten gleichermaßen gefördert. Einen wichtigen Stellenwert nimmt dabei die Sicherheitsbildung ein.

Darüber hinaus vermittelt die Verkehrs- und Mobilitätsbildung ein Verständnis für das komplexe System Verkehr. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinander, hinterfragen Entwicklungen und Maßnahmen im Verkehrsbereich sowie im öffentlichen Raum kritisch und entwickeln die Bereitschaft, Verantwortung für ihre Mobilitätsumwelt zu übernehmen. Beispielsweise können Sie im Rahmen von Schulprojekten demokratische Beteiligungsprozesse kennenlernen und das Verkehrsumfeld ihrer Schule und der Gemeinde aktiv mitgestalten.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Vermittlung von Wissen um die Verkehrsregeln. Verkehrs- und Mobilitätsbildung zielt ebenso darauf ab, nachhaltige Verhaltensweisen und ein verantwortungsbewusstes Werteverständnis zu fördern. Sie leistet damit wichtige Beiträge zur Entwicklung überfachlicher sowie fächerübergreifender Kompetenzen, da mit der Kompetenzentwicklung der Verkehrs- und Mobilitätsbildung gleichzeitig Kompetenzen der Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung, Politischen Bildung, Gesundheitsbildung, Medienbildung sowie der Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherinnen- und Verbraucherbildung gefördert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der 4. und 5. Schulstufe. In diesem Alter erfolgt die Vorbereitung auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr als Radfahrerin bzw. Radfahrer und in diesem Zusammenhang auch im Hinblick auf den Erwerb des Radfahrausweises.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Verkehrserziehung, Mobilitätserziehung und Verkehrs- und Mobilitätsbildung?

Die ursprünglichen Ziele der schulischen "Verkehrserziehung" liegen in der Unfallprävention, der Sicherheits- und der Sozialerziehung im Verkehrsgeschehen. Im Laufe der Jahre kamen eine Reihe von Zielen hinzu, die auch gesundheits- und umweltverträgliche Faktoren und ein breiteres Verständnis von Mobilität umfassten. Dies hatte zur Folge, dass immer häufiger der Begriff "Mobilitätserziehung" verwendet wurde.

Schülerinnen und Schüler nehmen mit steigendem Lebensalter immer intensiver und differenzierter am Verkehrsgeschehen teil. Ihre Mobilitätsbedürfnisse und -ansprüche ändern sich dabei maßgeblich. Für die Gesundheit und Sicherheit der Schülerinnen und Schüler ist es daher notwendig, einen reflektierten Umgang mit den eigenen Mobilitätsbedürfnissen zu erlernen und eine möglichst eigenständige Handlungskompetenz in Bezug auf Verkehr und Mobilität zu entwickeln. Diese Aufgaben kann der Bildungsbegriff besser widerspiegeln als der Erziehungsbegriff. Daher spricht man heute von "Verkehrs- und Mobilitätsbildung".

Das zentrale Ziel der schulischen Verkehrs- und Mobilitätsbildung ist es, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, durch ihre Kenntnisse, Einstellungen und ihr Verhalten die Bedingungen für eine sichere, gesunde, sozial- und umweltverträgliche Mobilität zu verbessern und einen Beitrag zu einer zukunftsorientierten Entwicklung unserer Gesellschaft zu leisten.