Praxisbörse

polis aktuell: Mobilität. Lebensraum Schule mitgestalten

Das polis akuell-Themenheft „Mobilität. Lebensraum Schule mitgestalten“ verbindet Verkehrs-, Mobilitäts- und Demokratie- und Nachhaltigkeitsbildung für die Sekundarstufe I und II. 

Es zeigt, dass es mehr braucht, als nur die Verkehrsregeln zu lernen und die Straßenbegrünung zu beurteilen, um zu verstehen, wie sicher wir unterwegs sind und wie gut Klima und Umwelt geschützt werden. Das Heft erklärt leicht verständlich und mit interdisziplinären Zugängen, wie sich Straßen und Städte verändert haben und warum heute oft das Auto im Mittelpunkt steht. Es beschreibt aktuelle Herausforderungen wie der unterschiedliche Platzbedarf von verschiedenen Personengruppen im öffentlichen Raum, Unterschiede zwischen Stadt und Land und den Beitrag des Verkehrs zum Klimawandel. Anschauliche Beispiele (auch aus anderen Ländern) – etwa verkehrsberuhigte Bereiche, Schulstraßen oder sichere Radwege – machen sichtbar, wie nachhaltige und kinderfreundliche Mobilität gelingen kann.

Im Zentrum der vorgestellten Unterrichtsbeispiele steht der Lebensraum Schule und das nähere Schulumfeld: Das Heft zeigt Möglichkeiten für sichere Schulwege, sichere Schulvorplätze und Projekte rund um aktive Mobilität wie Gehen, Radfahren oder öffentliche Verkehrsmittel. Lehrkräfte finden konkrete Unterrichtsbeispiele, Arbeitsaufträge und Hinweise auf digitale Materialien. So können sie mit ihren Schülerinnen und Schülern folgende Fragen diskutieren: 

  • Wem gehört der Straßenraum?
  • Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen?
  • Und wie können wir unseren Schulweg und unsere Schulumgebung gemeinsam verbessern?

Hier können Sie das Heft als PDF downloaden.

Schwerpunkt Demokratiebildung

Lesen Sie hier mehr zum Themenschwerpunkt Demokratiebildung in der Verkehrs- und Demokratiebildung.

Unterrichtsimpuls, Arbeitsblatt, Aktivität
Radfahrprüfung, Schulweg, zu Fuß gehen, Fahrradfahren, Scooterfahren, mit Öffis fahren, Reisen, Mitsprache
BMB
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
Demokratiebildung durch Verkehrs- und Mobilitätsbildung
Kamala Klebanova

Zum Schwerpunkt Demokratiebildung & Verkehrs- und Mobilitätsbildung finden Sie hier Anknüpfungspunkte und Unterrichtsimpulse.

Die Themenbereiche Demokratiebildung, Kommunikation und Konfliktlösung sind mit der Verkehrs‑ und Mobilitätsbildung im österreichischen Bildungssystem eng verknüpft und bilden einen zentralen Schwerpunkt für das Netzwerk Verkehrserziehung.

 
Mobilität als Voraussetzung von Demokratie und Teilhabe
 

Mobilität wird im Lehrplan nicht nur als Frage der Verkehrssicherheit verstanden, sondern als Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe: Wer sich sicher und selbstständig im öffentlichen Raum bewegen kann, hat bessere Chancen, an Bildung, Freizeit, Kultur und sozialen Beziehungen teilzunehmen. Damit berühren schulische Verkehrs- und Mobilitätsbildung unmittelbar Kernfragen von Demokratie, Gerechtigkeit und Inklusion.

Die schulische Verkehrs- und Mobilitätsbildung bietet einen lebensnahen Zugang zur Demokratiebildung. Sie verbindet Sicherheitslernen mit sozialen, ökologischen und politischen Fragestellungen. Sie thematisiert Gerechtigkeit, Inklusion, Nachhaltigkeit und Beteiligung am Beispiel von Mobilität und öffentlichem Raum. Sie schafft konkrete Mitgestaltungsräume, in denen Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeit erfahren und demokratische Handlungskompetenzen entwickeln. Damit leistet die schulische Verkehrs- und Mobilitätsbildung über alle Schulstufen hinweg einen wichtigen Beitrag dazu, Demokratie nicht nur als abstraktes Konzept zu vermitteln, sondern im Alltag der Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen – auf Wegen, Straßen und Plätzen, die sie täglich nutzen und gemeinsam gestalten.

 
Konkrete Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe im Mobilitätsbereich
 

Konkrete Beispiele für praktische Demokratiebildung in der Verkehrs- und Mobilitätsbildung wären:

  • Individuelle Teilhabe: Durch sichere, selbstständige Mobilität (z.B. aktiver Schulweg, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel) erschließen Kinder und Jugendliche reale Teilhabechancen in Schule, Freizeit und Gesellschaft.
  • Mitgestaltung des Umfelds: Partizipative Projekte (Schulwegpläne, Schulstraßen, Gestaltung von Schulvorplätzen, „klimafitte Straßenräume“) binden Schülerinnen und Schüler aktiv in Entscheidungen ein. Sie erleben, dass ihr Engagement Veränderungen im Schulumfeld und in der Gemeinde anstoßen kann.
  • Zusammenarbeit mit Gemeinde und Initiativen: Kooperationen mit Gemeinden, Mobilitätsprojekten und zivilgesellschaftlichen Initiativen (z.B. Radaktionen, Mobilitätswochen) machen demokratische Prozesse und Beteiligungsformen sichtbar und erfahrbar.
  • Reflexive Teilhabe: Durch die kritische Betrachtung von eigenen Mobilitätsgewohnheiten und lokalen Strukturen lernen junge Menschen, ihre Lebenswelt zu analysieren, zu bewerten und Veränderungsbedarf zu erkennen – ein Kernprozess politischer Urteilsbildung.

Primarstufe: Regeln, Rücksichtnahme und erste Partizipationserfahrungen
 

In der Volksschule ist Verkehrs- und Mobilitätsbildung sowohl als verbindliche Übung als auch als übergreifendes Thema verankert.
Zielsetzungen mit Bezug zur Demokratiebildung sind:

  • Verständnis von Regeln: Kinder lernen, warum Verkehrsregeln und Vereinbarungen im öffentlichen Raum nötig sind – als Grundlage für Sicherheit, Fairness und ein geordnetes Miteinander.
  • Perspektivenwechsel und Rücksichtnahme: Durch das Einnehmen unterschiedlicher Blickwinkel (z.B. Fußgänger:innen, Radfahrer:innen, Kinder, ältere Menschen) werden Empathie und Gerechtigkeit als Haltungen des demokratischen Zusammenlebens gefördert.
  • Verknüpfung mit Nachhaltigkeit und Gesundheit: Entscheidungen im Alltag (z.B. Schulweg zu Fuß statt im Auto) werden mit Umwelt, Gesundheit und sozialem Miteinander in Beziehung gesetzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihr eigenes Verhalten im Spannungsfeld individueller und gemeinschaftlicher Interessen zu begründen.
  • Schulweg als Lernraum: Der aktive Schulweg bietet Anlass, angemessene Reaktionen in öffentlichen Situationen (Baustellen, Unfälle, fremde Personen) zu üben und Zivilcourage sowie Verantwortungsübernahme zu entwickeln.
 
Sekundarstufe I: Mobilität als politisches und gesellschaftliches Thema
 

In der Sekundarstufe I wird Verkehrs- und Mobilitätsbildung als übergreifendes Thema mit Politischer Bildung und Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung vernetzt. Dadurch wird Mobilität explizit zum Gegenstand demokratischen Lernens.

  • Politische Bildung: Schülerinnen und Schüler sollen an Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen im eigenen Lebensbereich teilnehmen und sehen, dass sie an der Gestaltung demokratischer Strukturen mitwirken können – etwa bei Schulprojekten zu sicheren Schulwegen, Schulstraßen oder Rad- und Fußverkehr.
  • Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung: Mobilität ist ein zentraler Hebel für Klimaschutz und nachhaltige Lebensweise. Jugendliche entwickeln Visionen für eine zukunftsfähige Mobilität, prüfen ihr eigenes Verhalten auf Nachhaltigkeit und diskutieren Zielkonflikte (z.B. individuelle Mobilitätsfreiheit vs. Klimaschutz).
  • Verkehrs- und Mobilitätsbildung: Neben Sicherheitskompetenzen (z.B. Umgang mit Risiken wie Ablenkung, Geschwindigkeit, Alkohol) werden Reflexions- und Urteilskompetenzen aufgebaut: Schülerinnen und Schüler beschreiben Auswirkungen von Mobilität auf Umwelt, Gesundheit und Gesellschaft und leiten Konsequenzen für ihr Verhalten und ihr Umfeld ab.

Damit wird Mobilität zum konkreten Feld, in dem demokratische Grundhaltungen wie Verantwortung, Solidarität und Fairness gelernt und eingeübt werden.

Empfehlung: 

Das polis aktuell-Themenheft "Mobilität. Lebensraum Schule mitgestalten" mit Unterrichtsbeispielen für die Sekundarstufe I hier downloaden.


Sekundarstufe II: Nachhaltige (aktive) Mobilität, Politik und gesellschaftliche Mitgestaltung
 

In der Sekundarstufe II werden Fragen von Mobilität zunehmend als gesellschaftliche und politische Gestaltungsaufgabe behandelt:

  • Mobilitätspolitik: Nationale und europäische Strategien (z.B. Klimaziele, nachhaltige und aktive Mobilität, urbane Mobilitätskonzepte) zeigen, wie demokratische Institutionen Rahmenbedingungen für Verkehr und Mobilität setzen. Mobilität wird als Teil von Klimapolitik, Stadtentwicklung und Sozialpolitik sichtbar.
  • Kontroverse Auseinandersetzung: Themen wie Platzverteilung im öffentlichen Raum, Tempolimits, ÖPNV-Ausbau, Rad- und Fußverkehr oder Parkraumbewirtschaftung eignen sich für kontroverse Diskussionen. Schülerinnen und Schüler lernen, Argumente zu entwickeln, abzuwägen und respektvoll zu debattieren – zentrale Elemente demokratischer Kultur.
  • Globale Verantwortung und Gerechtigkeit: Mobilität wird mit globalen Fragen wie Klimagerechtigkeit, Ressourcenverbrauch und Ungleichheit verknüpft. Dies stärkt ein Verständnis von Demokratie als einen lokalen und globalen Verantwortungsraum.
Empfehlung: 

Das polis aktuell-Themenheft "Mobilität. Lebensraum Schule mitgestalten" mit Unterrichtsbeispielen für die Sekundarstufe II hier downloaden.

Unterrichtsimpuls, Aktivität, Mobilitätsmanagement, Dossier
Mitsprache, Themenschwerpunkt
BMB
1.-2. Schulstufe, 3.-4. Schulstufe, Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Sonderschule, Erziehungsberechtigte
MOOC - Mobilität und Bewegung in der Volksschule

Der MOOC (massive open online course) vermittelt praxisnah Grundlagen und Umsetzungsmöglichkeiten der Verkehrs- und Mobilitätsbildung für Lehrkräfte und Bewegungscoaches in der 1.- 3. Schulstufe. Im Mittelpunkt stehen die sichere, selbstständige, gesundheitsfördernde und nachhaltige Mobilität von Kindern sowie deren altersgerechte Förderung im schulischen Alltag. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem kompetenzorientierten Lehrplan zur Verkehrs- und Mobilitätsbildung, mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie mit den übergreifenden Themen Gesundheitsförderung, Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung und Verkehrs- und Mobilitätsbildung auseinander.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf entwicklungspsychologischen, kognitiven und verkehrsrelevanten Besonderheiten von Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden fünf praxisorientierte Stundenbilder der klimaaktiv mobil-Unterrichtsmappe „Selbstständig und sicher im Verkehr unterwegs“ kennen und erhalten Anregungen für deren Umsetzung im Unterricht bzw. in der Täglichen Bewegungseinheit. Ergänzend werden Möglichkeiten zur fachübergreifenden Weiterarbeit, zur Reflexion mit den Kindern sowie zur Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten vorgestellt.

Zielgruppe

Volksschullehrpersonen sowie Bewegungscoaches der Täglichen Bewegungseinheit

Voraussetzungen

Erwartet werden grundlegende Kenntnisse zu Sicherheitsaspekten bei Bewegungsangeboten sowie ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung von Bewegung und aktiver Mobilität für Gesundheit und Wohlbefinden. Für die praktische Umsetzung der vorgestellten Unterrichtseinheiten sind ein geeigneter Bewegungsraum bzw. Turnsaal und die erforderlichen Materialien notwendig.

Ziel

Nach Abschluss des MOOCs können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • zentrale Inhalte des Lehrplans zur Verkehrs- und Mobilitätsbildung sowie Bezüge zu Bildung für nachhaltige Entwicklung,
  • Gesundheitsförderung und Umweltbildung erläutern, 
  • entwicklungspsychologische, kognitive und verkehrsrelevante Besonderheiten von Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren bei der Planung und Durchführung von Lernangeboten berücksichtigen, 
  • die fünf vorgestellten Stundenbilder zur Förderung sicherer, selbstständiger und aktiver Mobilität zielgruppengerecht einsetzen,
    Verkehrs- und Mobilitätsbildung mit Bewegung und Sport, Sachunterricht sowie weiteren Unterrichtsbereichen verknüpfen,
  • Reflexionsfragen und weiterführende Impulse für die Vertiefung der Inhalte im Unterricht bzw. in der Täglichen Bewegungseinheit nutzen und 
  • geeignete Materialien und Unterstützungsangebote für die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten einsetzen.
Zertifizierung

Ist Modul 1 erfolgreich abgeschlossen und sind die Module 2–6 vollständig durchgearbeitet, erhalten Sie ein Zertifikat. Es gibt unterschiedliche Zertifikate für Lehrkräfte und Bewegungscoaches; Teilzertifikate sind nicht vorgesehen.

Als Lehrkraft werden Ihnen bei erfolgreichem Abschluss aller mit L gekennzeichneten Kapitel in Modul 1 sowie aller weiteren Module zusätzlich 8 Fortbildungsstunden auf PH-Online gutgeschrieben.

Anmeldung

Anbieter: Virtuelle PH, Private Pädagogische Hochschule Burgenland

MOOC - Mobilität und Bewegung in der Volksschule

 
Die Kooperation

Die Unterrichtsmaterialien und Factsheets für Pädagoginnen, Pädagogen und Erziehungsberechtigte wurden von der Koordinationsstelle Tägliche Bewegungseinheit und klimaaktiv mobil, der Klimaschutzinitiative des Bundes im Mobilitätsbereich, entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem BMB und dem BMIMI wurden die Unterrichtsmaterialien durch Vertiefungsfragen, die eine noch breitere fachliche Anbindung der Stundenbilder ermöglichen, erweitert und in die Fortbildung "MOOC - Mobilität und Bewegung in der Volksschule" integriert.

20.10.2026

Unterrichtsimpuls
Radfahrprüfung, Schulweg, zu Fuß gehen, Fahrradfahren, mit Öffis fahren
BMB, klimaaktiv mobil
1.-2. Schulstufe, 3.-4. Schulstufe
Mobilität fördert Wohlbefinden
Interview: Katharina Prochart

Unzählige Kinder auf der ganzen Welt erreichen derzeit nicht das von der WHO empfohlene Maß an körperlicher Aktivität und zeigen immer häufiger physische und psychische Symptome. Juliane Stark stellt im Interview das Projekt TRA:WELL vor, das unter anderem untersucht, welchen Beitrag aktive Mobilitätsformen zur Erfüllung der Bewegungsempfehlungen leisten können.

Frau Prof. Stark, würden Sie uns das Projekt TRA:WELL kurz vorstellen?
Juliane Stark:TRA:WELL steht für „Transport and Wellbeing“. Ziel des Projekts ist es, den Zusammenhang zwischen aktiver, eigenständiger Mobilität und dem Wohlbefinden von Kindern zu untersuchen. Zu diesem Thema gibt es bisher kaum Forschung in Österreich, aber auch international ist es ein neues Forschungsfeld.

Bei dem Projekt kooperieren Sie mit Schulklassen.
Wir arbeiten mit jeweils einer Klasse aus drei Schulen zusammen, dem BRG 19 Krottenbachstraße und dem Billrothgymnasium in Wien sowie der AHS Korneuburg. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 11 und 14 Jahre alt und werden bei uns aktiv in den Forschungsprozess eingebunden.

Wie werden die Schülerinnen und Schüler einbezogen?
Zumeist sind Kinder ausschließlich Forschungsobjekte, bei uns können sie in die Rolle von Forscherinnen und Forschern schlüpfen. In Workshops haben wir gemeinsam mit ihnen das Erhebungsdesign der Untersuchung entwickelt. Mit einem Online-Fragebogen haben wir die Mobilität, das Aktivitätsverhalten und das tägliche Wohlbefinden der Kinder erhoben. Vorab haben wir gemeinsam erarbeitet, was sie unter Wohlbefinden verstehen und welche Einflussfaktoren es gibt. So konnten wir den Fragebogen kindgerecht und gut verständlich gestalten.

Wie lief die Forschung ab?
Die Kinder haben über eine Zeitspanne von sieben Tagen täglich einen Fragebogen ausgefüllt und parallel dazu einen Fitnesstracker getragen. So konnten wir untersuchen, welchen Beitrag aktive Mobilitätsformen zur Erfüllung der Bewegungsempfehlungen leisten können.

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?
Die erhobenen Daten zeigen, dass die Kinder die Bewegungsempfehlung im Schnitt an 3,9 von 7 Tagen erfüllen. Das gilt allerdings nur für ihre physische Aktivität an Zielorten. Bezieht man ihre aktive Mobilität mit ein, erhöht sich der Wert um 0,7 Tage. Es wäre ein beträchtlicher Beitrag zur Erfüllung der Bewegungsempfehlungen, wenn wir es schaffen, diese Mobilitätsform noch mehr in den Alltag von Kindern zu integrieren!

Konnte ein Zusammenhang zwischen Bewegung und dem Wohlbefinden von Kindern hergestellt werden?
Die Daten zeigen in der Tat Zusammenhänge zwischen aktiver Mobilität und Wohlbefinden. Das Wohlbefinden der Kinder war dann höher, wenn sie längere sogenannte „undirected trips“ hatten. Das sind Wege, die kein Ziel haben. Auch wenn sie mit dem Fahrrad gefahren sind, war ihr Wohlbefinden höher. Wichtig war dabei nicht wie viel, sondern dass sie überhaupt mit dem Rad gefahren sind. Auch die intensive und moderate Bewegung an den Zielorten wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.

Gibt es weitere Aspekte, die im Rahmen des Projekts untersucht wurden?
Ja. Aktuell untersuchen wir den Zusammenhang zwischen dem Mobilitätsverhalten von Kindern und der bebauten Umwelt. Wir möchten herausfinden, wie Kinder verschiedene Umgebungen wahrnehmen und inwiefern die bebaute Umwelt kinderfreundliche Mobilität fördern kann. Das ist die letzte Phase des Projekts.

Wie geht es danach weiter?
Die Inhalte unserer Forschung sollen auch nach Abschluss des Projekts in Schulen behandelt werden. Dafür bereiten wir Lehrmaterialien zum Thema Aktive Mobilität und Wohlbefinden sowie zum Thema Verkehrssicherheit vor. Aktuell planen wir außerdem die Abschlusskonferenz im Juni: Die drei teilnehmenden Klassen besuchen uns am Institut und es werden ausgewählte Forschungsergebnisse präsentiert. Es findet auch eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Rednerinnen und Rednern statt, denen die Kinder Fragen stellen können. Anschließend verlesen die Schülerinnen und Schüler ein Manifest für aktive, sichere und eigenständige Mobilität.

27.05.2024

Elternhaltestelle

Die Eltern können so ihre Kinder an der Haltestelle absetzen und sie unbesorgt zur Schule gehen lassen. Damit wird die Verkehrssituation vor der Schule entlastet und die Verkehrssicherheit verbessert.

Der Standort einer Elternhaltestelle ist mit Bedacht zu wählen, um für die Schülerinnen und Schüler einen sicheren Schulweg zu gewährleisten.

  • Wenn möglich, ist die Elternhaltestelle mindestens 300 Meter von der Bildungseinrichtung entfernt einzurichten.
  • Die Haltestelle muss so platziert werden, dass die Schülerinnen und Schüler die Straße bis zur Schule nicht queren müssen.
  • Es ist auf eine ausreichende Gehsteigbreite zwischen Elternhaltestelle und Bildungseinrichtung zu achten.

03.07.2024

Pedibus

Der Pedibus ist eine Gehgemeinschaft. Die Kinder schließen sich zu einer Gruppe zusammen und werden durch eine ehrenamtliche Aufsichtsperson zu Fuß in die Schule begleitet. Auf dem täglichen Weg erlernen die Kinder das richtige Verhalten im Straßenraum. Gleichzeitig sinkt damit der Autoverkehr im Schulumfeld und das erhöht die Sicherheit für alle.

Das bringt der Pedibus
Der Pedibus ist eine gesunde Alternative zum Elterntaxi. Mit dem Pedibus wird der Schulweg wieder zum Erlebnisraum für Kinder.

  • Mehr Sicherheit für alle durch weniger Elterntaxis und dadurch weniger Verkehrsaufkommen vor der Schule.
  • Mehr Bewegung fördert die körperliche Entwicklung und die Konzentration im Unterricht.
  • Eigene Erfahrungen stärken die Selbstständigkeit, um zukünftig auch ohne Eltern zu Fuß zur Schule zu kommen.
  • Schont Umwelt und Klima, denn zu Fuß zurückgelegte Wege verursachen keine Abgase.
  • Sorgt für Erlebnisse, die Spaß machen und neue Freundschaften bringen.

So wird der Pedibus umgesetzt
An zuvor vereinbarten Pedibus-Haltestellen können sich Kinder zu bestimmten Uhrzeiten der Geh-Gemeinschaft anschließen. Haltestellentafeln dienen dabei als Markierung der Zustiegsorte. Die Haltestellentafeln werden von der Gemeinde montiert. Freiwillige Aufsichtspersonen begleiten die Kinder zu Fuß in die Schule oder in den Kindergarten. Pedibus-Begleitpersonen können unter anderem Eltern oder Erziehungsberechtigte sein.

Die Aktion wird durch verschiedenste Materialien unterstützt. In Fahrausweisen können Kinder Sticker für ihre Mitfahrt einkleben. Nach der Umsetzung des Pedibus erhalten die Kinder eine Urkunde für ihre Teilnahme.

Eine gute Zusammenarbeit von Schuldirektion, Pädagogen und Pädagoginnen, Eltern, Gemeinde und Polizei ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Initiative. Sprechen Sie sich mit allen Beteiligten ab.

03.07.2024

Das Fahrrad im Unterricht

Bis zur vierten Klasse Volksschule wird dem Fahrrad aufgrund der freiwilligen Radfahrprüfung viel Platz im Unterricht eingeräumt. In höheren Schulstufen verliert das Thema Radfahren aber leider wieder zunehmend an Bedeutung. Das Verkehrsressort des Landes Steiermark möchte diesem Trend entgegenwirken und bietet für die 5. bis 9. Schulstufe Stundenbilder zur Integration des Themas Radfahren in den Lehrplan.

Die Stundenbilder können Sie hier downloaden.

Fahrrad-Geschicklichkeitstraining für Volksschüler

„Der Ländle Rad-Ritter“ ist ein Angebot für Volksschulen, das auf die 1. bis 4. Schulstufe abgestimmt wurde. Ziel ist es, dass die Schüler/innen durch das Trainieren der Fahrtechnik die Geschicklichkeit und Balance im Umgang mit dem eigenen Fahrrad verbessern.

Zum Ländle-Rad-Ritter

Schau genau

„Schau genau“ ist ein Konzentrationsspiel von Irmgard Angerer (HS1, 9400 Wolfsberg), um Genauigkeit, Lesegeläufigkeit und die Einschätzfähigkeit zu schulen.

Download:Schau genau (PDF, 95 KB)

Risi&Ko

Die KFV-Unterrichtsmaterialien „Mit Risi & Ko unterwegs“ für die 5. bis 8. Schulstufe bieten konkrete Unterrichtsvorschläge, die flexibel und ohne wesentlichen Aufwand in verschiedenen Unterrichtsfächern einsetzbar sind. Die Unterrichtsmappe umfasst derzeit die Themenschwerpunkte „Risiko & Gruppendruck“, „Sozialkompetenz im Straßenverkehr“, „Ablenkung im Straßenverkehr“, „Unterschiedliche Mobilitätsformen und ihr Potenzial“, sowie „Fahrrad“ und „E-Scooter“.

Praxisbezogene Comicgeschichten rund um Risi und ihre Freunde Hugo, Lila, Theo und Keule dienen in den einzelnen Kapiteln als Ausgangspunkt für Diskussionen und die selbstständige Erarbeitung verkehrsrelevanter Inhalte. Die dargestellten Figuren werden dabei zu wertvollen Wegbegleitern, ihre Probleme und Lösungen eröffnen neue Perspektiven und die Möglichkeit der Identifikation.

Die Unterlagen werden regelmäßig mit neuen Inhalten ergänzt und können unter www.risi-und-ko.at auch kostenlos als Drucksorte bestellt werden.

Eine weitere Übungsmöglichkeit bietet das ebenfalls neu entstandene Kreuzungsspiel „Risi & Ko Fahrrad-Challenge“, das im App-Store für iOS (Apple) und Android kostenlos verfügbar ist. Hier können die Schülerinnen und Schüler nach bestandener Radfahrprüfung als Radfahrende auf dem Smartphone selbstständig verschiedene simulierte Kreuzungen durchspielen und so ihr Wissen zu Vorrangregeln festigen.

Information, Bestellung, Download:
https://risi-und-ko.at/1-bis-4-schulstufe

1x1 für Verkehrsdetektive Reload

Anregungen für eine abwechslungsreiche, vielfältige Verkehrs- und Mobilitätserziehung in Form von Stundenbildern für Sachunterricht, Deutsch, Bewegung- und Sport u.v.m. sowie Projektideen. Eine Ideenbörse, der Theorie und Praxisteil sowie der Serviceteil verschaffen einen Überblick über den Projektunterricht/Verkehrserziehung in den Volksschulen und erleichtern den Unterricht.

Bestellung und Download im Publikationenshop des BMBWF: http://pubshop.bmb.gv.at/
bzw. im BMBWF bei Andrea Perner: andrea.perner@bmbwf.gv.at

Mobilitätsmanagement für Bildungs- und Jugendeinrichtungen

Aktionsideen: Leitfaden Mobilitätsmanagement für Bildungs- und Jugendeinrichtungen.
Seitenanzahl: 74
Ausgabejahr: 2023
Jetzt downloaden oder bestellen unter bildung@klimaaktivmobil.at

Wir sammeln Klimameilen!

Die Klimameilen-Kampagne motiviert Kinder, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen zu klimafreundlichen Kindergarten- und Schulwegen und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Mobilität. Sie unterstützt Kinder europaweit darin, etwas über den Einfluss ihres täglichen Lebens auf das Klima zu lernen und ermutigt sie, Vorbild für ihre Familien sowie für Klimapolitikerinnen und Klimapolitiker zu sein.

Seit 2003 sammeln jährlich Kinder aus ganz Österreich von März bis Dezember autofreie und klimafreundliche Wege. Alle rückgemeldeten Klimameilen, reisen jährlich zur UN-Klimakonferenz und werden dort mit den europaweit gesammelten Meilen präsentiert.

Mitmachen lohnt sich: Die „Sommersieger“ und die „Gesamtsieger“ erhalten tolle Preise für ihren Einsatz. Halten Sie sich unter www.klimameilen.at auf dem Laufenden.

Was ist eine Klimameile?

Als Klimameile zählt jeder umweltfreundlich zurückgelegte Schul- oder Kindergartenweg. Die verschiedenen Transportmöglichkeiten sind auf grünen Stickern dargestellt. Im Rahmen der Klimameilen-Aktion sammeln Kinder umweltfreundliche Wege, die sie in Form der entsprechenden Sticker in ihren Sammelpass und auf das Sammelplakat
ihrer Klasse/Gruppe kleben können.

Wer kann teilnehmen?

Die Kampagne richtet sich an Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen bis zur 7. Schulstufe.

Wann findet die Klimameilen-Kampagne statt?

Die Sammelaktion findet jährlich von März bis Oktober/November statt. Die Sammelergebnisse werden jedes Jahr auf der UN-Klimakonferenzen präsentiert.

Wie können Sie teilnehmen?

  • individuellen Aktionszeitraum von ein bis vier Wochen festlegen
  • Materilaien und Infos finden Sie im Infokasten rechts oder
  • Sie bestellen Sticker, Sammelpass und Sammelplakat schnell und einfach online
  • Anzahl der gesammelten Klimameilen online rückmelden.

13.04.2024

„Am Lenkrad bin ich mein eigener Chef“
Interview: Thomas Aistleitner

netzwerk-verkehrserziehung: Wie wird man Obuslenkerin, wie lange dauert die Ausbildung? Carina Ortner: Man braucht den Führerschein D und die Grundqualifikation D95. Dazu kommt eine sechswöchige Obus-Ausbildung mit Theorie und Praxis bei der Salzburg AG.

Was lernt man in dieser Ausbildung? Natürlich lernt man die Technik zu verstehen und zu beherrschen, besonders das Thema Oberleitung. Dazu kommen die Tarife, der Umgang mit den Kunden. Wie reagiere ich, wenn es Verspätungen gibt? Wie funktioniert die Klapprampe um den Einstieg mit Rollstühlen zu erleichtern?

Was war Ihr Motiv diesen Beruf zu ergreifen? Ich war gerade auf Jobsuche und habe gelesen, dass die Salzburg AG Lenker sucht. Es war eine ganz spontane Entscheidung. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und seit dreieinhalb Jahren dabei.

Was hat man für Dienstzeiten? Das ist ganz verschieden, es gibt einen Frühdienst, einen Nachmittagsdienst und einen Spätdienst. Der Frühdienst beginnt ab vier Uhr morgens und dauert bis Mittag.

Gibt es viele Lenkerinnen oder sind sie in der Minderzahl? Wir sind 21 Lenkerinnen. Insgesamt gibt es 270 Fahrerinnen und Fahrer beim Obus in Salzburg.

Gibt es für Busse spezielle Verkehrsregeln? Der Linienbus hat im Ortsgebiet Vorrang bei der Ausfahrt aus den Haltestellen. Beim Einordnen bzw. beim Abfahren bei den Kreuzungen vor einer Ampelanlage gibt es teilweise Sonderregelungen für den Linienverkehr. Man kann beim Linksabbiegen von der Geradeaus-Spur aus abbiegen, dafür gibt es ein spezielles Ampelsignal.

Warum darf der Obus von der Geradeaus-Spur aus links abbiegen? Ein Bus ist 18 Meter lang und braucht viel Platz, die Kurve könnte sonst teilweise zu eng sein.

Worauf muss man als Buslenkerin im Verkehr besonders achten? Wir müssen rechtzeitig den Blinker setzen und dabei die Reaktionszeit der Autofahrer mitberechnen. Durch die Länge des Fahrzeuges gibt es natürlich tote Winkel, die beim Bus größer sind als beim Auto. Deshalb muss ich so fahren, dass ich für die anderen Verkehrsteilnehmer berechenbarer bin.

Waren Sie schon einmal in einer gefährlichen Situation? Nein, zum Glück ist noch nie etwas passiert.

Werden in Ihrem Beruf Leute gesucht? Ja, wer die Ausbildung macht, hat gute Jobchancen. Eine Matura muss man nicht haben, aber es ist wichtig, dass man gerne mit großen Fahrzeugen im Stadtverkehr unterwegs ist und Freude daran hat, viel mit Menschen zu tun zu haben.

Was haben Sie beruflich noch vor? Mir gefällt diese Arbeit. Es ist ein sicherer Arbeitsplatz, das Fahren und der Kundenkontakt machen mir Freude. Ich bin mein eigener Chef, sobald ich hinter dem Lenkrad sitze. Ich möchte mich weiterbilden und Fahrmeisterin werden.

Welche Aufgaben hat die Leitstelle? Die Leitstelle ist die sogenannte Einsatzzentrale beim Obus. Der Disponent weiß immer wo sich die einzelnen Obusse im Liniennetz befinden. Über Funk können wir Kontakt mit der Leitstelle aufnehmen, bzw. erhalten wir wichtige Informationen.

Fahren Sie privat auch mit dem Auto? Ich fahre am liebsten mit Öffis oder gehe zu Fuß. Ich wohne in der Stadt, da brauche ich kein Auto.

Gibt es etwas, das Sie ändern würden im Verkehr oder bei den Verkehrsregeln? Ja. Ich würde mir wünschen, dass es verboten ist, einen Bus zu überholen, der in der Haltestelle steht.



02.11.2015

Empfehlungsliste Bilderbücher

Bilderbücher – insbesondere Bilderbücher ohne bzw. mit wenigen Worten – bieten zahlreiche Gesprächs- und Schreibanlässe. In den von der Mobilitätsagentur Wien ausgewählten Bilderbüchern zu aktiver und nachhaltiger Mobilität begegnen uns mutige, verträumte, beharrliche, beobachtende Kinder – kurzum Kinder mit unterschiedlichen Geschichten und Anliegen.

Bei den Bilderbüchern gibt es viel zu entdecken und oft können wir beim gemeinsamen Betrachten auch herzhaft lachen. Da viele der Bücher auch mehrsprachig oder ohne Worte sind, eignen sie sich auch gut für die Sprachförderung.

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08.05.2025

Jetzt mitmachen: 60 Mobichecks für Kindergärten und Schulen

Der Verkehrssektor gehört mit einem Drittel des gesamten Energieverbrauchs zu den Hauptverursachern des Klimawandels in Österreich. Gerade in Hinblick auf die immer drängenderen Probleme und Herausforderungen sind Kinder und Jugendliche eine der wichtigsten Zielgruppen. Das Mobilitätsverhalten als Erwachsener wird maßgeblich durch die Erfahrungen im Kinder- und Jugendalter geprägt. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen sind bereits klimafreundlich unterwegs. Dies gilt es zu stärken und weiter auszubauen.

Hierfür gibt es zwei Hebel: Infrastruktur und Bewusstseinbildung. Mobilitätsmanagement für Kinder und Jugendliche soll dabei eine Brücke von der Bewusstseinsbildung in Schule und Kindergarten hin zur Infrastruktur schlagen. Der Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Verkehrs- und Mobilitätserziehung gibt den Pädagoginnen und Pädagogen die Möglichkeit Klimaschutz, Mobilität und Gesundheit aktiv in den Unterricht einzubringen – mit Mehrwert: Ein kindgerechtes Verkehrssystem ist ein lebenswertes Verkehrssystem für alle Menschen.

Im Rahmen von klimaaktiv mobil haben Kindergärten und Schulen die Möglichkeit das Mobilitätsverhalten und Verbesserungsmöglichkeiten an der jeweiligen Bildungseinrichtung zu beleuchten. Sie erhalten Unterstützung bei der Mobilitätserhebung und eine Mobicheck-Box mit vielfältigen Unterrichts- und Aktionsideen. Zusätzlich gibt es im Rahmen der Sonderfinanzierung die Möglichkeit auf einen finanziellen Kostenzuschuss für verschiedenste klimafreundliche Mobilitätsprojekte wie die Errichtung einer Scooter-Abstellanlage oder die Durchführung eines Mobilitäts-Workshops. Bei zwei Kurzseminaren können sich die teilnehmenden Bildungseinrichtungen miteinander vernetzten. Zu Jahresende werden die umgesetzten Aktivitäten evaluiert und das dabei eingesparte CO2 berechnet.

Buchen Sie den Mobicheck und nutzen Sie die kostenfreien Angebote: www.klimaaktivmobil.at/bildung

Chancen und Risiken digitaler Mobilität

Digitale Mobilität beeinflusst unterschiedliche Dimensionen der Mobilität: die räumliche Mobilität, die Bewegung von Personen und Gütern im physischen Raum; die soziale Mobilität, das Auf- oder Absteigen in gesellschaftlichen Strukturen; sowie die geistige Mobilität, die Fähigkeit, Informationen und Wissen zu verarbeiten sowie verschiedene Perspektiven einzunehmen und nachvollziehen zu können. Moderne Technologien eröffnen in all diesen Bereichen neue Möglichkeiten, tragen aber auch potenzielle Risiken, die kritisch beleuchtet werden müssen.

Chancen:

  • Effizienzsteigerung in der räumlichen Mobilität: Digitale Technologien optimieren die räumliche Mobilität durch bessere Routenplanung, Navigationshilfen, Verkehrssteuerung und die Förderung alternativer Verkehrsmittel. Dies spart Zeit und Ressourcen.
  • Nachhaltigkeit in der räumlichen Mobilität: Multimodale Verkehrskonzepte, Carsharing und intelligente Verkehrssysteme tragen zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes bei und machen nachhaltige Mobilität für viele zugänglicher. Darüber hinaus reduzieren digitale Kommunikationsmittel wie Audio- und Video- Konferenzen die Notwendigkeit physischer Reisen. Dies spart ebenfalls Zeit und Ressourcen und ermöglicht den Zugang zu globalen Netzwerken ohne räumliche Einschränkungen.
  • Förderung der sozialen Mobilität: Vernetzung und digitale Lernangebote ermöglichen flexibleren Zugang zu Bildung, Arbeit und kulturellem Austausch, unabhängig von räumlichen Grenzen.

Risiken:

  • Datenschutz und Sicherheit: Die Erhebung und Verarbeitung persönlicher Daten, etwa Bewegungsprofile oder soziale Aktivitäten, kann die Privatsphäre gefährden und birgt das Risiko von Missbrauch.
  • Technologische Abhängigkeit: Sowohl in der räumlichen als auch geistigen Mobilität erhöht sich die Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen. Für den einzelnen/ die einzelne bedeutet die zunehmende Verwendung von technischen Informations- und Assistenzsystemen im motorisierten und nicht motorisierten Individualverkehr insbesondere hinsichtlich der Ablenkung ein bedeutendes Sicherheitsrisiko. Darüber hinaus können Cyberangriffe oder technische Störungen ganze Systeme lahmlegen.

Die digitale Mobilität verändert unsere Lebenswelt auf räumlicher, sozialer und geistiger Ebene. Bezüglich der Barrierefreiheit und Chancengleichheit birgt die digitale Mobilität zum einen die Möglichkeit der Erleichterung der räumlichen als auch der sozialen Mobilität. Apps und Plattformen beispielsweise, die Zugang zu Mobilitätslösungen auch in ländlichen Regionen oder für mobilitätseingeschränkte Personen schaffen, können soziale Teilhabe und wirtschaftliche Aufstiegschancen fördern. Zum anderen erfordert digitale Mobilität technische Ausstattung und digitale Kompetenz. Wer keinen Zugang zu moderner Technologie hat, kann sowohl in der räumlichen als auch in der sozialen Mobilität benachteiligt werden. Das Potenzial digitaler Mobilität, Mobilität effizienter, nachhaltiger und gerechter zu gestalten, geht mit Herausforderungen einher, die einen verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien erfordern. Eine reflektierte Grundhaltung ist entscheidend, um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren.

Cyberkids

Das Workshop-Angebot der Kinderpolizei bietet mit „Cyberkids“ ein bundesweit etabliertes und neu aufgestelltes Präventionsprogramm, das Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren in Volksschulen hinsichtlich aktueller Gefahren im Internet und in neuen sozialen Netzwerken sensibilisiert und hierbei kindgerechte Lösungen bei Schwierigkeiten und Problemstellungen anbietet. Dabei werden sowohl der respektvolle Umgang, der Schutz der persönlichen Daten als auch die Verwendung guter und sicherer Passwörter thematisiert. Die Workshops sind kostenfrei und folgen einer ganzheitlichen, anschaulichen Methodik und Didaktik.

Sollten Problemstellungen im Bereich Digitalisierung von Schülerinnen und Schülern (3. oder 4. Schulstufe) erkennbar sein, besteht für Lehrkräfte die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme via E-Mail.

Kontaktmöglichkeiten in den Bundesländern: Burgenland: cyberkids-b@polizei.gv.at Kärnten: cyberkids-k@polizei.gv.at Niederösterreich: cyberkids-n@polizei.gv.at Oberösterreich: cyberkids-o@polizei.gv.at Salzburg: cyberkids-s@polizei.gv.at Steiermark: cyberkids-st@polizei.gv.at Tirol: cyberkids-t@polizei.gv.at Vorarlberg: cyberkids-v@polizei.gv.at Wien: cyberkids-w@polizei.gv.at

20.01.2025

Zu wenig Sicht
Von Thomas Aistleitner

Eine Studie des Verkehrsministerium analysiert Kinderunfälle mit einem neuen, tiefgehenden Verfahren. Das Fazit: Neben dem „unerwarteten Verkehrsverhalten“ der Kinder sind vor allem Sichtbehinderungen für alle VerkehrsteilnehmerInnen häufige Unfallursachen.

In Österreich verunfallen pro Jahr rund 3000 Kinder unter 14 Jahren im Straßenverkehr; acht bis 14 Kinder bezahlen diese „Erfahrung“ mit dem Leben und ca. 300 Kinder tragen schwere Verletzungen davon. Hinter diesen unerfreulichen Zahlen stecken die Schicksale von Kindern und Familien, deren Leben auf der Straße beendet oder schwer beeinträchtigt wurde. Grund genug für ein Forscherteam, im Auftrag des BMVIT, die Abläufe hinter diesen Unfällen genauer zu betrachten und es nicht bei der traditionellen Unfallanalyse zu belassen. Darüber berichten sie nun ausführlich (Download, 109 Seiten, 10 MB).

DREAM & ANSWERS

Aus Schweden kommt die Methode „DREAM – Driving Reliability and Error Analysis Method”. Damit sollen kinderspezifische Gefahren- und Risikosituationen im Straßenraum identifiziert und klassifiziert werden. Mit DREAM können sowohl der Unfallhergang als auch die Ursachen besser dargestellt werden. Für die Studie ANSWERS wurden Unfälle untersucht, bei denen ein Kind bis 14 Jahre schwer verletzt oder getötet wurde. Dabei wurden vier Situationen erkannt, die für Kinder ein erhöhtes Risiko bedeuten:

  • Ungeregelten Schutzwegen
  • Aus- oder Einfahrten
  • 3-strahlige Kreuzungen mit Rechtsvorrang
  • 4-strahlige Kreuzungen mit Verkehrszeichenregelung („Vorrang geben“ oder „Halt“)

Tiefenanalyse

Es folgte eine Tiefenanalyse, um die Kausalitäten in diesen vier Situationen besser zu verstehen. 32 Kinderunfälle, darunter acht am Schulweg, wurden unfalltechnisch rekonstruiert und detailliert untersucht. Das Ergebnis deutet weniger auf fehlende Vorsicht der Kinder hin, tatsächlich können sie die Gefahr oft gar nicht sehen. In 23 der 32 untersuchten Situaltionen waren erhebliche Sichtbehinderungen für Kinder und Lenker im Spiel.

  • LenkerInnen haben die Querungsabsicht der Kinder nicht rechtzeitig erkannt.
  • LenkerInnen oder Kinder waren in ihrer Sicht behindert.
  • LenkerInnen oder Kinder gingen von einem regelkonformen Verkehrsverhalten des anderen VerkehrsteilnehmerInnen aus.
  • Kinder waren nicht aufmerksam oder kannten das richtige Verhalten nicht.

Empfohlene Maßnahmen

Die AutorInnen empfehlen zur Prävention und Bekämpfung von Unfallursachen mit Kindern eine Reihe von Maßnahmen, die vielen VerkehrserzieherInnen wohlbekannt sein werden. Hier eine Auswahl davon:

  • Wohnstraßen und Begegnungszonen sind für Kinder sicherer wenn Tempo 20 gilt.
  • Das Schulumfeld sollte so gestaltet werden, dass kleinräumige Fußgängerzonen einen Teil des Schulweges darstellen. Auf dieser verkehrssicheren Fläche können Kinder plaudern, auf ihre Eltern warten oder sich auf den Heimweg vorbereiten. Auch temporäre Fahrverbote könnten diese Wirkung haben. Auch der Schuleingangsbereich sollte als „Pufferzone“ gestaltet werden.
  • Für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen müssen oder wollen, sollte ein „Kiss and Go“- Bereich mit zeitlich befristetem Parkverbot gestaltet werden. So können die Kinder das letzte Stück zur Schule in einem verkehrsberuhigten Bereich zurücklegen.
  • Rund um Schulen werden Tempo-30-Zonen empfohlen.
  • Schutzwege sollten auf Sichtbarkeit geprüft und ggf. deutlicher markiert werden, z. B. durch rote Randmarkierungen. Auch Piktogramme, „Achtung, Kinder“-Schilder und bessere Beleuchtung sind passenden Maßnahmen.

Weitere empfohlene Maßnahmen listet die Answers-Studie auf (S. 63ff).

27.11.2017

Künstlicher Klang für Elektroautos
Von Michael Achleitner

20 Jahre lang war es das Ziel, dass die Autos immer leiser werden sollten. Nun, wo es Elektrofahrzeuge gibt, die sich beinahe geräuschlos bewegen, erkennt man die großen Nachteile dieses Vorhabens. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind blind, wollen die Straße überqueren, hören aufmerksam nach links und rechts – nichts – und gehen los. Dabei ist wenige Meter entfernt ein Elektroauto unterwegs.

Die amerikanische Verkehrsbehörde hat Verkehrsunfälle aus zwölf US-Bundesstaaten ausgewertet, an denen rund 560.000 Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb und knapp 8.400 Hybridmodelle beteiligt waren. Im Ergebnis lässt die Studie ein zweifach höheres Unfallrisiko für Fußgänger im Vergleich mit Diesel- oder Benzinautos erwarten, sobald Hybridautos bei langsamer Fahrt elektrisch betrieben werden. Um das zu vermeiden, müssen neue Stromer und Hybridfahrzeuge seit Sommer 2019 ein AVAS an Bord haben, ein akustisches Fahrzeugwarnsystem – auch in Österreich.

Künstlicher Sound

Das AVAS besteht aus Lautsprechern, die am Auto eine Sound-Datei abspielen. Aktiviert werden soll das System nur bei niedrigen Geschwindigkeiten: in Amerika bis 30 und in Österreich bis 20 Kilometer pro Stunde. Bei höherem Tempo reichen die Reifengeräusche auf der Fahrbahn. Allerdings hat die EU bestimmte Regeln vorgegeben, damit der Klang auch ein „Achtung“ bei anderen Verkehrsteilnehmern auslöst. Beim Anfahren muss sich der Ton eines Stromers von einer tiefen zu einer höheren Frequenz verändern. Die Tonhöhe muss dabei dreimal nach oben moduliert werden.

„Bei den Wiedergabeeinrichtungen geht es um die Physik. Und da ist es so, wenn sie tiefe Signale abstrahlen möchten, dann ist das in der Regel mit großen Abmessungen verbunden. Das heißt, das wird gar nicht so einfach sein, ganz tieffrequente Signale mit Lautsprechern abzustrahlen. Und die ganz hohen Frequenzen wird man auch nicht verwenden, weil insbesondere ältere Menschen die nicht mehr wahrnehmen können“, erklärt Hugo Fastl, Psychoakustik-Professor an der Technischen Universität München.

Der Sound reagiert auf das Fahrverhalten

Außerdem schwebt den Verantwortlichen in Brüssel eine bestimmte Lautstärke vor: mindestens 56 Dezibel, also in etwa so laut wie eine Diskussionsrunde, und maximal 75 Dezibel. Das entspricht einem vorbeifahrenden Pkw. An dieser Stelle wird es interessant für die Autobauer, und für Klangdesigner. Denn bisher nicht vorgeschrieben ist der genaue Klang des künstlich erzeugten Geräusches. Allerdings ist in der EU-Vorschrift festgehalten, dass das Geräusch eines Elektroautos, genau wie beim Verbrennungsmotor, auf das Fahrverhalten hinweisen soll. Bedeutet: Beim Bremsen klingt das Geräusch anders als beim Beschleunigen.

Der Sound soll dabei nicht als nervig oder unangenehm wahrgenommen werden. Frequenz und Lautstärke sind ausschlaggebend. Entscheidend ist die Mischung der richtigen Töne, die einen Sound entstehen lassen. „Das ist fast wie bei einer Sinfonie. Der Außensound vom Audi e-tron besteht etwa aus über 30 verschiedenen Tonspuren, die wir übereinanderlegen. 15 davon laufen immer parallel. Ich nenne die Art des Sounds realistisch-technisch, nicht zu harmonisch. Sonst geht der Sound nicht ins Unterbewusstsein“, erklärt Rudi Halbmeir. Seit 2009 ist Halbmeir verantwortlich für die Akustik bei den Audi-Modellen.

Das Highlight an seinem Arbeitsplatz: Unter seinem Schreibtisch verstecken sich ein Gaspedal und ein Lautsprecher, mit dem er einen fiktiven e-tron beschleunigen und gleichzeitig den Sound direkt hören kann. Er tritt das Pedal durch, der Sound wird lauter, virtuelle Amplituden schlagen an den Monitoren aus. Halbmeir hört sich noch einmal den Sound des e-tron an und sagt mit einem Zwinkern: „Es ist schon lustig: Früher musste ich das Auto so leise wie möglich machen. Jetzt muss ich es mit künstlichen Sounds wieder lauter machen.“

23.07.2020

„Autofahrer sind lernfähig“
Interview: Thomas Aistleitner

Wer mit seinem Auto im Straßenverkehr auffällig geworden ist, muss manchmal auch zu einer Verkehrspsychologin bzw. zu einem Verkehrspsychologen. Welche Personen das sind und wie VerkehrspsychologInnen ausgebildet werden, erklärt Anna Cihlar-Muschitz im Interview.

Wie wird man Verkehrspsychologe bzw. Verkehrspsychologin? Anna Cihlar-Muschitz: Nach dem abgeschlossenen Psychologie-Studium kann man die Ausbildung beginnen. Diese besteht aus einem Jahr Praxis und ca. 160 Theoriestunden in Form von Seminaren und Fortbildungen. Es ist eine separate, eigenständige Ausbildung, die auf das Psychologiestudium aufbaut.

Was tut man als VerkehrspsychologIn? Man führt verkehrspsychologische Untersuchungen durch. Untersucht werden Personen, die im Straßenverkehr auffällig geworden sind. Bei der Untersuchung spreche ich mit diesen Personen, und beurteile, ob sie geeignet sind, am motorisierten Verkehr teilzunehmen. Neben dem Gespräch müssen die KlientInnen auch einen Test am Computer absolvieren, bei dem z. B. ihre Reaktionsgeschwindigkeit überprüft wird. Es geht darum, die Personen herauszufiltern, die aufgrund ihrer mangelnden Leistungsfähigkeit oder ihrer Einstellung wahrscheinlich wieder auffällig werden, weil sie sich nicht an die Regeln halten können oder wollen – und dadurch auch eine Gefahr für alle anderen VerkehrsteilnehmerInnen darstellen können.

Was versteht man in diesem Zusammenhang unter Auffälligkeit? Das sind großteils Personen, die alkoholisiert oder unter Einfluss von Suchtgift gefahren sind. Wir beurteilen aber auch Personen, die außerhalb des Straßenverkehrs durch z. B. Aggressionsdelikte aufgefallen und verurteilt worden sind.

Das bedeutet, nach einer Verurteilung? Nach einer Verurteilung kann der Amtsarzt über die Verkehrstauglichkeit entscheiden und einen Zusatzbefund vom Verkehrspsychologen bzw. der Verkehrspsychologin einholen. Das passiert bei bestimmten unbedingten Haftstrafen, im Wiederholungsfall oder bei sehr starker Alkoholisierung.

Was passiert dann – nach dem Entzug des Führerscheins? Die meisten AutofahrerInnen sind durchaus lernfähig. Daher gibt es auch die Nachschulung als „PartnerIn“ der Verkehrspsychologie. Man arbeitet in der Nachschulung das Fehlverhalten auf und entwickelt persönliche Strategien für die Zukunft. Für die meisten Menschen ist das ausreichend, um nicht mehr auffällig zu werden. Nur eine kleine Gruppe wird wahrscheinlich wieder auffällig, zum Beispiel bei Alkoholsucht. Dann bleibt die Lenkberechtigung entzogen.

Für wie lange? Nach einer negativen Untersuchung muss in der Regel ein Jahr gewartet werden. Dann kann die Klientin bzw. der Klient die Untersuchung wiederholen. Oft verändert sich einiges in dieser Zeit. So findet z. B. ein Jugendlicher, der mit seinem auffrisierten Auto Rennen gefahren ist, dann während dem Führerscheinentzug auch noch „schwarz“ gefahren ist – also eine auffällige Verkehrsbiografie aufweist, einen Job, eine Freundin und wird stabil – und braucht dann auch wieder ein Auto. Er hat aufgrund der geänderten Lebensumstände gute Chancen, die Lenkberechtigung wieder zu bekommen.

Kann die Verkehrspsychologin bzw. der Verkehrspsychologe auch die Nachschulung betreuen? Nicht beim selben Klienten/der selben Klientin. Aber sonst ist die Ausbildung sehr ähnlich, deshalb sind viele VerkehrspsychologInnen auch NachschulungstrainerInnen.

Haben Sie in Ihrem Beruf auch mit Jugendlichen zu tun? Ja, ab dem Zeitpunkt der Führerscheinausbildung.

Ist es aus Ihrer Sicht passend, schon mit 16 Jahren die Führerscheinausbildung zu beginnen und mit 17 Jahren zu fahren? Ja, vor allem wegen der Fahrpraxis. Wer den L17-Führerschein gemacht hat, ist 3000 Kilometer gefahren und hat meistens mehr Fahrpraxis als ein 18-Jähriger, der nach ein paar Fahrstunden zur Prüfung antritt. Es gibt aber auch Personen in diesem Alter, die besser noch warten sollten. Aber das Gesetz traut es jedem zu, so lange er oder sie keinen Fehler begeht. Erst dann wird die Eignung in Frage gestellt.

Handy am Steuer – wie groß ist dieses Problem? Ja, das ist ein Problem, das man oft beobachten kann. Für das Gesetz ist die Benützung eines Mobiltelefons am Steuer der Anlass für eine Geldstrafe, aber kein Grund, VerkehrspsychologInnen einzuschalten. Man sieht die Ablenkung durch das Handy aber auch bei FußgängernInnen, sogar bei Kindern, die dadurch genauso gefährdet sind.

Was könnte man am Verkehr verbessern? Die Komplexität mancher Straßen wäre zu ändern, verbunden mit mehr Rücksicht der VerkehrsteilnehmerInnen aufeinander. Es kann gefährlich sein, wenn man sich „blind“ auf die Regeln verlässt, weil es auch Personen gibt, die sich nicht an die Regeln halten.

Gilt das auch für Kinder? Ja, es ist eine wichtige Aufgabe der Verkehrserziehung, zu vermitteln, dass man sich eben nicht immer „blind“ auf die anderen verlassen darf. Auch wenn die Ampel grün zeigt, muss ich mich vergewissern, dass kein Auto kommt oder dass das Auto stehenbleibt. Wenn die Autofahrerin oder der Autofahrer z. B. am Steuer telefoniert, kann es leicht sein, dass sie oder er die Ampel übersieht. Auch wenn ich Vorrang habe, bin ich als FußgängerIn im Verkehr meistens das schwächste Glied.

30.10.2017

Radarmessung
Von Thomas Aistleitner

Was es bedeutet

Radio detecting and ranging - Funkortung und Entfernungsmessung

Was es ist

Ein kleiner Sender schickt Wellen hoher Frequenz (ca. 100.000.000 Hz) in kurzen Impulsen aus. Diese Radarimpulse werden von Hindernissen reflektiert und gelangen so zurück zur Radarantenne. Aus der Laufzeit der Radarsignale und ihrer Richtung kann die Lage der georteten Objekte ermittelt werden, aus mehreren Messungen kann man auch die Geschwindigkeit von Objekten wie Fahrzeugen bestimmen. Eine andere Art der Messung sind Lichtimpulse (Radar„fallen“, Laserpistolen).

Wie es funktioniert

Bei einem Radarmessgerät werden elektromagnetische Wellen kurzer Wellenlänge abgestrahlt, vom Fahrzeug reflektiert und wieder empfangen. Bewegt sich das Fahrzeug vom Messgerät weg oder auf das Messgerät zu, so tritt eine Frequenzänderung auf, die ein Maß für die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ist. Physikalisch gesehen wird dabei der Doppler-Effekt genützt. Radar wird auch im Flugverkehr und in der Schifffahrt eingesetzt.

Was die Polizei damit macht

Mit einer Laserpistole werden Lichtimpulse ausgesandt. Diese werden vom heranfahrenden Fahrzeug reflektiert und vom Empfänger, der in die Laserpistole integriert ist, aufgenommen. Die Aussendung der Lichtimpulse erfolgt in Abständen von ca. 0,02 Sekunden. Aus der Zeit, die ein Lichtimpuls für den Hin- und Rückweg benötigt, wird die Entfernung ermittelt, da die Geschwindigkeit der Lichtimpulse bekannt ist. Sie ist gleich der Lichtgeschwindigkeit von 300 000 km/s. Die Entfernungsänderung von einem Lichtimpuls zum nächsten ist der zurückgelegte Weg. Die Zeit zwischen der Aussendung von zwei Impulsen ist die zugehörige Zeit. So wird die Geschwindigkeit des Fahrzeuges berechnet und angezeigt.

Warum kontrolliert wird

Jeder vierte Unfall in Österreich passiert wegen nicht angepasster Fahrgeschwindigkeit. Radarmessungen „erinnern“ Autofahrer daran, sich an Tempolimits zu halten. Deshalb werden Radargeräte oft gut versteckt angebracht. Die Autofahrer sollen nicht „für das Radar bremsen“, sie sollen zu jeder Zeit auf jeder Straße das Tempolimit einhalten. Die Rechtsgrundlage in Österreich finden Sie hier.

Geldstrafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung

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Wie man eine Radarmessung erkennt

An machen Straßen stehen noch große graue Kästen mit einer Öffnung für die Kamera. Aber inzwischen werden Radargeräte immer kleiner. Sie werden in Leitplanken oder Dachboxen montiert. Immer öfter wird aus fahrenden Autos gemessen.

Darf man vor Radarfallen warnen?

Wenn Autofahrer eine Radarmessung bemerken, warnen sie oft die anderen Autos davor. In Österreich darf ein Autofahrer ein entgegenkommendes mit der Lichthupe „anblinken“, so lange der andere dadurch nicht geblendet wird. Er darf aber nicht hupen – das darf man nur, wenn es um die Verkehrssicherheit geht (und nicht, um eine Strafe zu vermeiden).


30.04.2018

Mobilität braucht Kompetenzen
Interview: Thomas Aistleitner

Am 24. April 1959 wurde das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) als gemeinnütziger Verein gegründet. Seither leistet es Pionierarbeit in der Verkehrs- und Fahrzeugtechnik, in der Verkehrspsychologie und in der Verkehrserziehung. Unfälle werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert und erforscht und das KfV positioniert sich als Experte in der Unfallvermeidung. 60 Jahre nach seiner Gründung ist das KfV eine moderne Präventionsinstitution. Wie geht es weiter? Dazu befragen wir KfV-Direktor Dr. Othmar Thann.

netzwerk-verkehrserziehung: Das KfV feiert heuer sein 60. Jubiläum. Welche Gründungsmotive haben im Jahr 1959 dazu geführt, das KfV ins Leben zu rufen? Dr. Othmar Thann: Die Gründung des KfV fiel in eine Zeit, in der die Österreicherinnen und Österreicher nicht unbedingt etwas von den Gefahren des Straßenverkehrs hören wollten. Nach den harten Jahren des Wiederaufbaus kam der Wirtschaftsaufschwung und mit ihm schwoll die Motorisierungswelle an. Mehr als 2.000 Tote forderte der Straßenverkehr im Jahr 1959, dem Gründungsjahr des KfV – eine menschliche wie volkswirtschaftliche Katastrophe. Ziel des neugegründeten Kuratoriums für Verkehrssicherheit war damals, die Zahl dieser Unfälle nachhaltig zu senken – dabei setzte man von Beginn an auf praxisorientierte, aber zugleich wissenschaftlich fundierte Maßnahmen. Dieser Ansatz machte das KfV bald national wie international zu einem gefragten Partner in Verkehrssicherheitsfragen.

Heute verfolgen wir einen gesamtheitlichen Ansatz – im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die körperliche und die sachliche Unversehrtheit des Menschen. Die Tätigkeitsbereiche des KfV umfassen daher neben der Unfallprävention im Straßenverkehr auch die Bereiche Haushalt-, Freizeit- und Sportprävention sowie Eigentumsschutz.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten haben Erkenntnisse der Sicherheitsforschung wesentliche Beiträge zum Schutz der Verkehrsteilnehmer/innen auf Österreichs Straßen geleistet. Was waren die wesentlichsten Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte? Zu den Meilensteinen der vergangenen Jahrzehnte zählen neben Tempo- und Alkohollimits, Gurt- und Helmpflicht auch Führerscheinmaßnahmen sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen im Bereich des automatisierten Fahrens. Wesentlich ist aber nicht nur, was wir beigetragen haben, sondern vor allem, was wir künftig beitragen können. In so mancher Hinsicht steht die Verkehrssicherheitsarbeit heute wieder an ihren Anfängen, denn das autonome Fahren wirft zahlreiche grundlegende Fragen auf: nach dem Teilen der Verantwortung zwischen Mensch und Maschine, nach der Zukunft der Fahrausbildung, nach rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Miteinander von selbstfahrenden und konventionellen Fahrzeugen. Wir müssen uns fragen, welche Weichen schon heute gestellt werden müssen, damit alle Sicherheitspotenziale voll ausgeschöpft werden können.

Dank systematischer Bestrebungen um mehr Sicherheit wurden in den letzten Jahrzehnten bereits enorme Fortschritte erreicht. Wird der Handlungsbedarf dadurch geringer? Ich denke man kann zu Recht behaupten: das Leben in Österreich ist heute so sicher wie nie zuvor. Dennoch: Stellt man die Sicherheit des Individuums in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit, wird der Handlungsbedarf nicht geringer: Etwa 800.000 Unfälle ereignen sich jährlich in Österreich, alle 3,5 Stunden stirbt ein Mensch an den Folgen eines Unfalls. Neben Unfallrisiken stellen Brände, alte und neue Kriminalitätsformen sowie Elementarereignisse oft unterschätzte Risiken für den Menschen dar und verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Der Handlungsbedarf verändert sich somit, ist aber nach wie vor hoch. Das KfV beschäftigt sich mit der Frage, mittels welcher präventiver Maßnahmen die Menschen in Österreich sich und ihr Eigentum vor den Folgen schützen können. Sicherheit ist und bleibt eines der höchsten Güter und das wichtigste Grundbedürfnis, das Menschen haben.

War Verkehrserziehung von Anfang an ein Thema für das KfV und was waren die ersten Schritte in diese Richtung? Zu den drei großen Themenschwerpunkten des neu gegründeten Kuratoriums zählte neben Verkehrstechnik und Verkehrspsychologie auch die Verkehrserziehung. Für den Schulunterricht entwickelten die Verkehrserzieher des KfV Lehrerseminare und didaktische Mittel wie Brett- und Puppenspiele sowie Lehrbücher und die sieben Jahre lang erscheinende Zeitschrift „Schule und Verkehrserziehung“, monatliche kostenlose Arbeitsblätter, Wandtafeln, Filme und Dia-Serien. Mit den „Verkehrserziehungs-Autobussen“ tourte das KfV durch die Bundesländer, wo Gendarmeriebeamtinnen und -beamte Vorträge vor Schülerinnen und Schülern sowie Interessierten hielten. In Form von Wettbewerben für Berufskraftfahrer/innen, Schulungen für Seniorinnen und Senioren und „Verkehrssünder/innen“ wurde auch Verkehrserziehung für Erwachsene betrieben.

Wie schätzen Sie die Erforderlichkeit und Bedeutung der Mobilitätsbildung heutzutage ein? Was hat sich hier in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Die wohl größte Veränderung liegt in einer veränderten Herangehensweise: Früher wurde versucht, die Kinder dazu zu erziehen, sich an das Verkehrsgeschehen anzupassen. Moderne Mobilitätserziehung und -bildung hingegen vermittelt nicht nur Regeln, sondern fördert außerdem die Bildung jener Kompetenzen, die nötig sind, um zu einem/r selbstständigen und sicheren Verkehrsteilnehmer/in zu werden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Terminologie wieder – heute sprechen wir nicht mehr von Verkehrserziehung, sondern von Mobilitätsbildung. Diese endet auch keineswegs mit der 4. Schulstufe, denn auch im Jugend- und Erwachsenenalter gilt es, sich laufend neue Kompetenzen anzueignen, um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Die Tendenz geht also auch bei der Mobilitätsbildung in Richtung lebenslanges Lernen.

Lässt sich eine Prognose treffen, wie die Zukunft der Mobilitätsbildung aussehen wird? Neue Mobilitätsformen werden nach neuen Kompetenzen verlangen. Entwicklungen wie die Digitalisierung aller Lebensbereiche bringen neue Chancen mit sich: sie ermöglichen die optimale Planung von Wegeketten, unterstützen in Form von Assistenzsystemen. Gleichzeitig konfrontieren sie die Nutzer/innen aber auch mit neuen Gefahren – beispielsweise Datenschutz und Ablenkung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Zudem werden die Verflechtungen zwischen den Bereichen Mobilität, Nachhaltigkeit und Gesundheit weiter zunehmen. Tägliche Wege werden mehr und mehr als Möglichkeit begriffen, um den im Alltag herrschenden Bewegungsmangel auszugleichen. Wer zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann gleichzeitig etwas für seine Gesundheit und die Umwelt tun. Hier sind Veränderungen im lokalen Verkehrssystem zu erwarten – und mit ihnen auch Veränderungen in der Mobilitätsbildung.

Welche Angebote und Aktivitäten des KfV gibt es für und in Schulen? Es ist von großer Bedeutung, Heranwachsende in ihrer Entwicklung zu verantwortungsbewussten und sicheren Verkehrsteilnehmer/innen bestmöglich zu unterstützen. Das KfV plant und organisiert spezielle Aktionen für jede Alters- und Verkehrsteilnehmergruppe. Alleine im Jahr 2018 wurden mehr als 1.200 Aktionen mit über 30.000 Teilnehmer/innen durchgeführt. Speziell für Kindergärten und Schulen gibt es Aktionen zu den Schwerpunkten Kindersitz, Sicherheit im Auto, Sichtbarkeit im Straßenverkehr, Geschwindigkeit und Schulbusnutzung. Die Aktionen sind flexibel und können an die jeweiligen Bedürfnisse maßgeschneidert angepasst werden. Darüber hinaus wurde in Kooperation mit dem BMBWF „Mit Risi & Ko unterwegs“ entwickelt – Unterrichtsmaterialien zur Mobilitätsbildung speziell für die Zielgruppe der 10- bis 14-Jährigen. Da diese sehr gut angenommen werden, planen wir das Konzept zukünftig auch auf die Volksschule auszuweiten und entsprechende Lehrmaterialien zur Verfügung zu stellen.

Das KfV tourt heuer durch alle Landeshauptstädte. Was erwartet die Besucher/innen? Unter dem Motto „Sicher Leben“ wird den Besucher/innen der KfV-Sicherheits-Tour ein umfangreiches Rahmenprogramm zu verschiedensten Themenbereichen der Prävention geboten. Neben einer Zeitreise durch sechs Jahrzehnte Sicherheitsarbeit laden Mitmachstationen und Demonstrationen dazu ein, aktiv in die Welt der Sicherheitsforschung einzutauchen. Gemeinsam mit Expert/innen können Interessierte hautnah erleben, wie Sicherheitsgurte beim Aufprall Leben retten können, wie viele Meter im Blindflug man mit dem Auto bei Ablenkung zurücklegt, welche Chance aber auch Risiken neue Technologien im Haushalt mit sich bringen und wie neue Mobilitätsformen unseren Alltag verändern werden. Natürlich ist auch Sicherheitsexperte HELMI mit auf Tour und freut sich, Klein und Groß beim Meet & Greet begrüßen zu dürfen.

18.02.2019

Das Fahren im Kreis
Von Michael Achleitner

Der Kreisverkehr ist eine in sich geschlossene, gegen den Uhrzeigersinn zu befahrende Einbahnstraße und soll den Verkehr beruhigen und die Kreuzung sicherer machen. Er ist allerdings keine Erfindung der letzten paar Jahre. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1904, gab es die ersten Kreisverkehre – am Columbus Circle in New York sowie in Paris rund um den Arc de Triomphe. Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Formen dieser „besonderen Kreuzung“. In Österreich kommen meist drei unterschiedliche Arten zur Anwendung: der Minikreisverkehr, der kleine und der große Kreisverkehr.

Arten von Kreisverkehren

Minikreisverkehre haben einen Durchmesser zwischen 13 bis 22 Meter, kleine Kreisverkehre von 26 bis 35 Meter. Die Mittelinsel ist in der Regel nicht überfahrbar. Diese Art – auch einspuriger Kreisverkehr genant – stellt die häufigste Kreisverkehrsform dar und ist am einfachsten zu befahren. Große Kreisverkehre haben Durchmesser von mehr als 40 Metern. In Ausnahmefällen können sie bis zu 120 Meter Durchmesser aufweisen. Große Kreisverkehre sind oftmals zwei- bis dreispurig befahrbar. Sie dienen vor allem der großflächigen Verteilung von Verkehrsströmen und werden deshalb in der Regel außerhalb von geschlossenen Ortschaften oder am Ende einer Autobahn in einer Stadt verwendet. Die beiden größten Kreisverkehre Österreichs sind der Praterstern und der Verteilerkreis Favoriten in Wien mit einem Umfang von ca. 700 m.

Vor- und Nachteile

Als Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Verkehrsknoten gilt die größere Verkehrssicherheit. Diese wird vor allem durch die geringeren Geschwindigkeiten erreicht, aber auch aufgrund der besseren Übersichtlichkeit, denn aufgrund der Einbahnsituation kann der Gegenverkehr nur aus einer Richtung kommen. Die Gefahrenquellen sind also deutlich reduziert. Ein gut geplanter Kreisverkehr kann hohes Verkehrsaufkommen mit einem Minimum an Stau sehr effizient bewältigen. Weniger Stopps bedeuten auch weniger Abgase. Wegen ihres gegenüber einer normalen Kreuzung größeren Platzbedarfs lassen sich Kreisverkehre – gerade im Ortsgebiet – aber nur selten verwirklichen (Ausnahme: Minikreisverkehr). Der freie Platz, der in der Mitte entsteht, kann oft nicht sinnvoll verwendet werden. Dieser Nachteil relativiert sich bei großen Kreuzungen, da der Platzbedarf einer großen Kreuzung mit Ampeln in etwa gleich groß ist. Da es in der Regel keine Ampelanlagen oder Zebrastreifen vorhanden sind, muss man als Fußgänger beim Überqueren besonders vorsichtig sein.

Gesetzliche Vorschriften

In Österreich ist der Kreisverkehr

  • nach §2 StVO eine kreisförmige oder annähernd kreisförmig verlaufende Fahrbahn, die für den Verkehr in eine Richtung bestimmt ist.
  • Nach Anhang 1 ist für die Kreuzung mit Kreisverkehr das Symbol A 22 zu verwenden.

Weitere Regelungen gibt es in der StVO nicht, da der Kreisverkehr wie eine normale Kreuzung behandelt wird. Bezüglich des Vorranges kommt es darauf an, ob für die einfahrenden Fahrzeuge das Verkehrszeichen „Vorrang geben“ aufgestellt ist (Wartepflicht für die Einfahrenden – „Kreisverkehr mit Vorrang“) oder nicht (Wartepflicht für die Fahrzeuge im Kreisverkehr nach der Regel „Rechts vor Links“ – „Kreisverkehr ohne Vorrang“). In den meisten Fällen steht an allen Armen des Kreisverkehrs die Tafel Vorrang geben. Es gibt in Österreich jedoch auch Kreisverkehre mit gemischtem Vorrang.

Lärmschutz
Von Thomas Aistleitner

In einer Welt, in der Menschen leben, ist er fast so allgegenwärtig wie die Luft zum Atmen und das Licht zum Sehen – aber niemand braucht ihn, den Lärm. Autos fahren, Motorräder knattern und selbst über den entlegensten Orten kann jederzeit ein Flugzeug kreuzen. Experten sagen: Lärm nervt nicht nur, Lärm kann krank machen. Doch das Thema findet wenig Beachtung: Wieder einmal ist am 25. April der „Tag des Lärms“ vergangen, ohne dass es jemandem groß aufgefallen wäre ...

Lärm birgt neben dem Rauchen das zweitgrößte Risiko für Herzerkrankungen, sagen die ExpertInnen vom Umweltbildungszentrum Graz. „Gönn deinen Ohren Ruhepausen!“, verlangen sie. Doch das ist gar nicht so einfach. Wenn uns Licht blendet, können wir die Augen schließen oder blinzeln. Die Ohren können wir nicht schließen, höchstens zuhalten. Unsere Ohren haben 24 Stunden am Tag geöffnet und sind dabei sehr empfindlich.

Was ist Lärm?

Die Hörschwelle für menschliche Ohren liegt bei 0 Dezibel. Ist die Hörschwelle überschritten, wird das Geräusch mit zunehmendem Schalldruckpegel als lauter empfunden. Geräusche ab 90 dB können zu chronischen Hörschäden führen, wenn man ihnen täglich oder dauerhaft ausgesetzt ist. Steigt der Schalldruckpegel über 110 Dezibel, wird das Hören unangenehm (Unbehaglichkeitsschwelle), über 130 Dezibel schmerzhaft (Schmerzschwelle). Lärm ist ein unerwünschtes Schallereignis, das die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen beeinflussen kann. Lärm ist Schall, der betroffene Personen stört oder gesundheitlich schädigt, je nach Stärke, Art und Dauer in unterschiedlichem Maße. Die Lärmempfindung ist subjektiv, somit abhängig von der oder dem Hörenden und dadurch nicht messbar!

Auswirkungen

Verkehrslärm stellt laut WHO nach der Luftverschmutzung, das zweitgrößte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa dar. Dauernder Verkehrslärm ist mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlafstörungen, Stress und Tinnitus verbunden.

Meine Lärmbelästigung

Wie finde ich die Lärmbelastung für einen bestimmten Ort heraus? http://www.laerminfo.at/laermkarten.html

Lärmrechner

Entfernung, Verkehrsmittel und andere Parameter eingeben – und Lärmbelastung erfahren! www.laerminfo.at/dam/laerminfo/laermrechner/index.html

Lärm-Apps

Die kostenlose „LärmApp” gibt es für Android und iOS. Die App misst die Lautstärke und zeigt an, ob der Lautstärkepegel gesundheitsschädlich ist. Die App wird herausgegeben vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Dezibel-App: Auch dieser Schalldruckmesser ist kostenlos. Er ist kalibrierbar und verfügt via In-App-Kauf auch über die Möglichkeit der Speicherung der Messung.

Lärmprävention

Im Kindergarten: „Mux Mäuschen Still“, die ausführliche Broschüre der AUVA, beschäftigt sich auf 40 Seiten mit allen Aspekten der Lärmvermeidung im Kindergarten.

In der Schule: Hier finden Sie eine Mitmachbroschüre für Kinder zum Download.

Für Jugendliche: DVD „Tatort Ohr“: Eine Reise durch das Ohr mit Experimenten, Arbeitsblättern, einem Konzentrationstest und einem Lärmquiz.

Spiele

Jede Menge Spiele zum Thema Lärm findet man auf der Website von laerm.ch.

Link

30.04.2018

Schlau unterwegs
  • Mobilitätsmanagement
  • Mein Schulweg
  • Wie bist du unterwegs?
  • Schulumfeld und Sicherheit
  • Auswirkungen des Verkehrs
  • Schritt für Schritt die Welt verbessern

Inhalt:

  • Unterrichtseinheiten, Hintergrund-Informationen, Lieder, Vorlesetexte
  • 24 Arbeitsblätter und Kopiervorlagen
  • 2 Kamishibais

kostenloser Download

Auf Kinderfüßen durch die Welt

Ein Aktionsheft für Lehrerinnen und Lehrer der 1. bis 4. Schulstufe sowie für Kindergartenpädagog/innen 
Kinder, die eigenständig mobil sind, nehmen ihre Umgebung aktiver wahr und lernen schneller und besser, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen. Das stärkt ihr Selbstvertrauen – eine Investition fürs Leben!
Die im Begleitheft vorgestellten Ideen für den Unterricht und den Kindergartenalltag regen zum Spielen und zur Bewegung an und tragen dazu bei, dass die Kinder ihre Umwelt aktiv wahrnehmen. Lokale Kinderverkehrsgutachten, die aus der Aktion „Verkehrsdetektive unterwegs!” entstehen können, bieten die Möglichkeit, den Verkehr den Kindern anzupassen, die Verkehrssicherheit in den Gemeinden zu erhöhen und damit die Voraussetzungen für eine selbständige Mobilität der Kinder zu verbessern.

Download:Auf Kinderfüßen durch die Welt (PDF, 7,6 MB)

Verkehrsgeräuschequiz

Verkehrserziehung verbessert die Fähigkeit von Kindern, Verkehrsgeräusche richtig zu erkennen, signifikant.

Ein Auto, das Klingeln einer Fahrradglocke, das Martinshorn eines nahenden Einsatzfahrzeugs – all diese alltäglichen Verkehrsgeräusche sind für Erwachsene in der Regel leicht identifizierbar, während Kinder im Vorschul- und Volksschulalter sie erst noch lernen müssen. Die Fähigkeit, Geräusche räumlich zuzuordnen, also zu erkennen, aus welcher Richtung der Schall stammt und somit zu verstehen, woher ein Fahrzeug kommt, entwickelt sich typischerweise erst ab dem neunten Lebensjahr. Selbst Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe können manchmal noch Schwierigkeiten haben, zwischen einem näherkommenden und einem sich entfernenden Fahrzeug zu unterscheiden.

Online-Quiz – auch für die Schule
Um die Hörkompetenz von Kindern im Verkehr zu fördern und ihre Fähigkeit zum Umgang mit Verkehrssituationen zu steigern, wurde vom Verkehrspsychologischen Institut „sicher unterwegs“ in Kooperation mit der AUVA ein spannendes Quiz zu Verkehrsgeräuschen entwickelt. Unter dem Motto „Alles, was im Verkehr Geräusche macht, hör ich!“ bietet dieses Quiz einen unterhaltsamen und altersgerechten Zugang, um die Kleinen bei diesem wichtigen Thema der Verkehrserziehung zu unterstützen. Das Quiz für den Einsatz in Schulen geeignet.

Zum Quiz

Verkehrserziehung wirkt!

Um den unterschiedlichen Altersgruppen gerecht zu werden, bietet das Verkehrsgeräuschequiz drei verschiedene Schwierigkeitslevels und zeichnet sich durch seine spielerische Gamification aus. Es kann problemlos auf mehreren Endgeräten wie PCs, Tablets und Smartphones verwendet werden. Das Quiz eignet sich sowohl für individuelles Lernen als auch für Gruppenaktivitäten, sei es zu Hause oder im Schulunterricht. Ergänzend dazu helfen kurze Erklärvideos, die Nutzung dieses innovativen Tools zu erleichtern.

Weitere Informationen

bewu-bewe-ve

„bewu-bewe-ve“ (bewusst bewegen Verkehrserziehung) ist das aktuelle Lehrmaterial für die verbindliche Übung Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Volksschulen (siehe ministeriellen Erlass). Für jede Schulstufe gibt es 10 Unterrichtsvorschläge. Die Lehrer/innenteile bieten je Schulstufe Erläuterungen, Arbeitsblätter, Spielanregungen, die ergänzend eingesetzt werden können. Die Themenbereiche behandeln bewusstes Bewegen – zu Fuß, per Fahrrad, per Öffis, von/mit Fahrzeugen sowie einen Verkehrsmittelvergleich.

Bestellt werden kann das Lehrmaterial im BMBWF (Abt. I/1) bei Andrea Perner (andrea.perner@bmbwf.gv.at)  bzw. bei Amedia (office@amedia.co.at). Downloadbar ist das Lehrmaterial im Publikationenshop des BMBWF.

Kurzparkzone 2

Kurzweiliges für lange Klassenstunden und Suppliereinheiten!
Am besten zum Thema Mobilitäts- und Verkehrserziehung!

Kurzparkzone 2 richtet sich an die 5. bis 9. Schulstufe – ein Alter, in dem bei manchen die Risikofreude steigt und das Problembewusstsein sinkt.

Wichtige Themen werden angesprochen, etwa Radar, Eisenbahnkreuzungen, Reanimation und Recht, Rage und Raserei, Rausch und Reaktion, Regeln und Rekompensation und vieles mehr. Die Unterlagen in „Kurzparkzone 2 “ sprechen diese Inhalte an und regen zur Auseinandersetzung damit an.

Auch das Kopfhörerproblem ist Thema. Verkehr kann man hören, aber nur wenn die Ohren frei sind – auf Bahnhöfen kann das lebensrettend sein. Es sind keine Einarbeitungszeiten notwendig, „Kurzparkzone 2“ ist sofort einsetzbar.

Bestellung und Download im Publikationenshop des BMB: http://pubshop.bmb.gv.at/
bzw. im BMB bei Kamala Klebanova (kamala.klebanova@bmb.gv.at).

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„Radhelme müssen sexy sein!“
Interview: Thomas Aistleitner

netzwerk-verkehrserziehung: Herr Dr. Pepelnik, in Österreich gibt es keine Helmpflicht für erwachsene Radfahrer. Trotzdem hat ein Gericht im August dieses Jahres einen Radfahrer verurteilt, weil er keinen Helm trug. Johannes Pepelnik: Ja, es wurde zur Geschäftszahl 2Ob99/14v entschieden, dass einen Fahrer auf einem Rennrad, der unter rennmäßigen Bedingungen fährt, eine Teilmitschuld für die Kopfverletzungen trifft, die er sich dabei zuzieht. Das ist komisch, weil es in Österreich keine Helmpflicht gibt.

Gibt es gegen dieses Urteil noch Rechtsmittel? Nein, es ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, das ist die höchste Instanz in Österreich.

Wie erklären Sie sich das Urteil? Da tue ich mir schwer. Wenn ich beim Wiener Justizpalast vorbeiradle, sehe ich einen Radständer, aber fast nie ein Fahrrad. Daran denke ich, wenn ich mir diese praxisferne Entscheidung ansehe.

Was stört Sie an der Entscheidung? In der Begründung wird argumentiert, dass der Radfahrer gleichsam als Rennfahrer unterwegs war und dass die Regeln des Internationalen Radsport-Verbands eine Helmpflicht vorschreiben. Doch das stimmt nur zum Teil: Der UCI schreibt Helme nur für Wettkämpfe vor, ausdrücklich aber nicht für das Rennradtraining¹ sowie Bergfahren und Zeitfahren.

Das bedeutet ... ... dass man daraus schließen kann, dass der OGH die UCI-Regeln womöglich nicht genau genug gelesen, sie aber auf jeden Fall falsch interpretiert hat. Der OGH argumentiert weiters, dass von einem „allgemeinen Bewusstsein der beteiligten Kreise“ in Österreich auszugehen ist, dass der „Einsichtige und Vernünftige“ wegen der erhöhten Eigengefährdung einen Radhelm trägt.

Muss man nicht sagen, dass jemand, der schnell mit dem Rad unterwegs ist, auch auf seine Sicherheit schauen muss? Mit der gleichen Logik könnte man sagen, dass eine übergewichtige Person, die angefahren wird, mitschuld ist, weil sie schneller zur Seite hätte springen können, wenn sie Normalgewicht hätte. Hier wird eine Verpflichtung hergeleitet, nämlich die Helmpflicht für Rennradfahrer, die es gar nicht gibt.

In Deutschland wurde einer Lehrerin, die ohne Helm mit dem Rad unterwegs war, keine Mitschuld gegeben. Ja, dieser Fall ging in Deutschland auch bis vor das oberste Gericht. Erst dort wurde entschieden, dass sie kein Mitverschulden trifft.

Allerdings handelte es sich dabei um eine Alltagsradlerin, die nicht mit dem Rennrad unterwegs war. Wenn ich im Anzug auf einem Rennrad ins Büro komme, was bin ich dann? Rennfahrer oder Alltagsradler? Wenn ich im Rennanzug auf einem Tourenrad fahre, was bin ich? Der OGH hat auf den Zweck der Fahrt abgestellt, und das halte ich für unpassend. Es gibt dazu auch eine ältere Entscheidung: Ein Skistar trainierte auf einem Mountainbike, wurde von einem Wohnwagen erfasst und schwer verletzt. Da hat der OGH gesagt, er hätte am Radweg fahren müssen, denn nur Rennräder dürfen auf der Fahrbahn fahren, auch wenn es einen Radweg gibt.

Was stört Sie so an diesen Urteilen, in denen es doch um sehr spezielle Situationen geht? Ich befürchte: Hier wird der Weg für ein Mitschulden im Alltagsverkehr bereitet. Es wird argumentiert, wenn viele Radfahrer einen Helm tragen, sind die anderen unvorsichtig und deshalb mitschuld. Die Richter sollten einmal aus dem Justizpalast kommen und sich die Ringstraße ansehen.

Was sehen sie da? Viele, viele Radfahrer, und die meisten ohne Helm. Wir brauchen eine Zukunft, die nicht autozentriert ist. Deshalb sollte Radfahren so niederschwellig wie möglich sein, auch in der Gestaltung der Rechtsvorschriften. Ich vertrete viele Radfahrer vor Gericht. Da genügt es schon, wenn die Glocke oder Reflektorstreifen fehlen, und es gibt Schwierigkeiten.

Würden Sie als Radfahrer nicht trotzdem einen Helm empfehlen? Ein Helm schützt! Aber nur in einer ganz bestimmten Situation, nämlich, wenn man nach vorne fällt, vor einem Schädelbasisbruch. Ein Helm ist keine Sicherheitsgarantie.

Ist die Helmpflicht für Kinder sinnvoll? Dazu gibt es einiges zu sagen. Es fängt damit an, dass praktisch alle Kinder die Helme falsch tragen. Kinderhelme müssen ganz genau sitzen, richtig getragen und regelmäßig ausgetauscht werden. Das sieht man selten. Zweitens gab es bei Kindern bereits vor der Einführung der Helmpflicht eine freiwillige Tragequote von 95%, die fehlenden 5% erreicht man meines Erachtens nicht durch die Einführung einer Helmpflicht. Und bei Kindern, die keinen Helm tragen, gibt es auch kein Mitverschulden der Kinder.²

Hat die Helmpflicht für Kinder nicht Unfälle verhindert oder abgemildert? Schwer zu sagen. Mir ist keine unabhängige Studie bekannt, die belegt, dass nach der Einführung der Helmpflicht für Kinder die Helm-Tragequote gestiegen ist. Letztlich sehe ich die Altersgrenze von zwölf Jahren als Problem.

Würden Sie persönlich mit Ihrem Wissen Kindern Radhelme empfehlen? Ja, Helme schützen und es ist gut, wenn Kinder damit aufwachsen. Kleine Kinder werden leicht übersehen, ein Helm bietet einen gewissen Schutz. Aber dann werfen viele Kinder an ihrem zwölften Geburtstag den Radhelm in die Ecke, er ist nun ein Relikt der Kindheit.

Was kann man tun, um das zu verhindern? Radhelme müssen sexy sein, sie müssen Modeaccessoires sein. Mein Sohn hat auf seinem Helm ein leuchtendes Gehirn drauf. Meine Tochter wird bald zwölf Jahre alt. Ich bin gespannt, was sie tun wird. Sie hatte einen Unfall mit Helm und wird wohl weiter einen tragen.

¹ ARTICLE 1.3.031

1. Wearing a rigid safety helmet shall be mandatory during competitions and training sessions in the following disciplines: track, mountain bike, cyclo-cross, trials and BMX, para-cycling, as well as during cycling for all events.

2. During competitions on the road, a rigid safety helmet shall be worn. Except where legal provisions determine otherwise, riders taking part in UCI

WorldTour events may, at their own risk, refrain from wearing a helmet during individual time trial races taking place entirely on a mountainous course.

Every discussion regarding the qualification «entirely on a mountainous course» will be decided by the commissaires’ panel.

² § 68(6)StVO Kinder unter 12 Jahren müssen beim Rad fahren, beim Transport in einem Fahrradanhänger und wenn sie auf einem Fahrrad mitgeführt werden, einen Sturzhelm in bestimmungsgemäßer Weise gebrauchen. Dies gilt nicht, wenn der Gebrauch des Helms wegen der körperlichen Beschaffenheit des Kindes nicht möglich ist. Wer ein Kind beim Rad fahren beaufsichtigt, auf einem Fahrrad mitführt oder in einem Fahrradanhänger transportiert, muss dafür sorgen, dass das Kind den Sturzhelm in bestimmungsgemäßer Weise gebraucht. Im Falle eines Verkehrsunfalls begründet das Nichttragen des Helms kein Mitverschulden im Sinne des § 1304 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches, JGS Nr. 946/1811, an den Folgen des Unfalls.

06.10.2014

Fahrrad trotz(t) Kälte
Von Michael Achleitner

Klar, Ausreden sind schnell gefunden, selbst wenn man kein Couch-Potato ist: zu windig, zu nass, zu rutschig – und für die Kondition gibt es schließlich auch das Fitnessstudio. Stimmt! Enthusiastische Fahrradfahrer kann dennoch nichts aufhalten – nicht einmal Eis, Minusgrade, Kälte, Schnee und Nässe in den kalten Wintermonaten. Wenn Sie einige Regeln beachten, spricht auch nichts gegen das Radfahren im Winter.

Gute Beleuchtung

Eine gut funktionierende Fahrradbeleuchtung ist das A und O im Straßenverkehr bei winterlichen Verhältnissen. Auch wenn es noch gar nicht dämmert, ist es ratsam, das Licht immer einzuschalten, damit andere Verkehrsteilnehmer selbst bei dichtem Schneetreiben und mit beschlagenen Scheiben Sie rechtzeitig sehen können. Erfahrungsgemäß setzten Seitenläufer-Dynamos bei Nässe schnell aus, deswegen disqualifizieren diese sich für das Radfahren im Winter. Dagegen haben sich Nabendynamos bewährt, zudem sind sie geräuschlos und laufen ohne Widerstand. Auch die passiven Leuchtelemente wie Reflektoren sind wichtig.

Bewegung ist gesund

Wer glaubt, Radfahren bei Minusgraden sei ungesund, der irrt. Der Wechsel kalt/warm stimuliert das Immunsystem. Das bringt das Abwehrsystem in Schwung. Auch die Sorge, dass die kalte Luft die Lungen schädigt, ist bei gesunden Menschen unbegründet. Die Luft wird auf dem Weg in die Lungen ausreichend erwärmt. Gut anziehen

Das Zwiebelprinzip schützt den Körper zusätzlich. Das heißt, mehrere Kleidungsschichten umhüllen den Körper. Auf der Haut sollte ein atmungsaktives Funktionshirt liegen. Es transportiert den Schweiß und hält den Oberkörper warm. Die zweite Schicht setzt den Feuchtigkeitsabtransport fort. Als äußerste Schicht eignet sich eine Mikrofaser- oder Softshelljacke. Sie hat eine große Atmungsaktivität.

Fahrtechnik

In Kurven gilt: Von außen ansteuern und am Scheitelpunkt durchfahren. Das kurveninnere Pedal steht oben. Wichtig: Vorausschauend fahren, speziell die Vorderradbremse dosiert einsetzen. Je glatter es ist, desto höher sollte der Gang sein. Ruckartiges Treten erhöht die Rutschgefahr.

Übrigens: Ist ein vorhandener Radweg nicht geräumt und gestreut, sind Radfahrer von der Benutzungspflicht befreit. Sie können dann auch die normale Fahrbahn benutzen.

Richtige Bereifung

Wie auch beim Auto ist ein gutes Profil der Reifen erforderlich, damit Sie einen guten Grip haben. Außerdem ist es sinnvoll, bei normalen Fahrradreifen den Druck bis auf den Mindestdruck abzulassen. Die Reifen haben damit mehr Angriffsfläche auf der verschneiten Fahrbahn. Sind Sie im Winter viel unterwegs, dann könnte sich die Investition von speziellen Winterreifen lohnen. Diese Winterreifen sind besonders pannensicher, verfügen über einen reflektierenden Leuchtring entlang dem Mantel, und bieten eine erhöhte Traktion.

Wechseln Sie zu Hause nach der Tour oder im Büro nach dem Weg zur Arbeit rasch die nasse Kleidung und trocknen Sie sorgfältig die Haare. Der Körper hat trotz der kühlen Witterung sehr viel Flüssigkeit verloren. Eine heiße Dusche und ein warmes Getränk tun jetzt richtig gut.

06.05.2016

Abstand macht sicher
Von Michael Achleitner

Radfahrer stürzen, weil sie Druckschwankungen nicht genügend ausgleichen können. Sie machen Fahrfehler, weil sie aufgrund des zu geringen Abstandes zum vorbeifahrenden Auto erschrecken. Die Radlobby fordert nach Vorbild der jüngsten portugiesischen Gesetzesänderung auch in Österreich die Verankerung eines verpflichtenden Seitenabstands für Kfz beim Überholen von RadlerInnen mit zumindest 1,5 Meter in der StVO!“, fasst Alec Hager, Sprecher Radlobby Österreich, die Forderung an den Gesetzgeber zusammen.

Der Sicherheitsabstand ist die Knautschzone der Radfahrenden. Diese einzuhalten ist eine Frage der Rücksichtnahme der Kfz-LenkerInnen.

Labiles dynamisches Gleichgewicht

Zu beachten ist dabei, das Grundprinzip des Radfahrens – das Pendeln rund um die angestrebte Fahrlinie. Der Radfahrer/die Radfahrerin befindet sich in einem labilen, dynamischen Gleichgewicht. Dies führt zu den beobachtbaren Schlangenlinien beim Radfahren. Kurven und Ausweichbewegungen werden immer mit einem Lenkausschlag in die Gegenrichtung eingeleitet, bei schnellen und deutlichen Richtungsänderungen ist dieser Ausschlag größer.

Der Abstand ist definiert als die kleinste Entfernung zwischen zwei Körpern. Bei Fahrrädern ist dies nicht, wie oft angenommen, der Abstand der Fahrlinie beispielsweise zum Auto, sondern der äußerste Punkt des Radfahrers (also meist das Ende der Lenkstange). Bedenkt man das labile dynamische Gleichgewicht muss ein zusätzlicher Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Überraschender und damit tückisch gefährlich (und aus einem geschlossenen Fahrzeug kaum bemerkbar) sind Luftbewegungen. Solange der Wind gleichmäßig weht, ist er für RadfahrerInnen unkritisch, da man sich darauf einstellen kann. Interessant wird es, wenn er böig ist oder von der Seite kommt – dann muss meist der Fahrraum rasch ausgeweitet werden. Geübte RadfahrerInnen kommen mit einigen 10 cm aus. Weniger geübte benötigen wesentlich mehr. Auch darauf müssen AutofahrerInnen achten.

Verhaltensempfehlungen für RadfahrerInnen

Aber nicht nur Kfz-LenkerInnen, auch RadfahrerInnen können durch Ihr Verhalten deutlich dazu beitragen, als gleichberechtigte fahrzeugführende VerkehrsteilnehmerInnen wahrgenommen zu werden.

Dazu gehört in erster Linie Präsenz auf der Fahrbahn, aber auch die selbstbewusste Inanspruchnahme des Verkehrsraumes. Auch die richtige Spurwahl der RadlerInnen, die genug Abstand zu parkenden Autos und Fahrbahnrändern halten sollten, um enges Überholen und Türunfälle zu vermeiden, muss von den RadlerInnen beachtet werden.

18.05.2018

Freiwillige Radfahrprüfung in Wien

Die Organisation erfolgt über die Bildungsdirektion Wien in Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion Wien-Landesverkehrsabteilung, dem ARBÖ, der AUVA, dem ÖJRK, unterstützt vom Landesverband der Elternvereine an Pflichtschulen.

Vorträge zu Themen der Verkehrssicherheit für Lehrer/innen und Erziehungsberechtigte werden in Zusammenarbeit mit der Exekutive und der Bildungsdirektion Wien allen Schulen Wiens angeboten. Das Thema wird den Anliegen der einzelnen Schulstandorte bzw. Klassenforen angepasst.

Die Anmeldung zur Freiwilligen Radfahrprüfung für Schulklassen wird von der Bildungsdirektion Wien im April/Mai für das nächstfolgende Schuljahr ausgeschrieben. Diese kann in der 4. oder 5. Schulstufe sowohl in der Unterrichtszeit als auch im Rahmen einer schulbezogenen Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt werden.

Die Prüfung selbst besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Da die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, dass die Kinder immer weniger ihr Rad technisch beherrschen, wird den Kindern in Wien ein technisches Radfahrtraining vor der Prüfung angeboten.

Sollte ein Kind die Radfahrprüfung nicht mit der Schulklasse ablegen können, besteht die Möglichkeit zur Absolvierung von Trainingskursen und zur Ablegung der Freiwilligen Radfahrprüfung in der schulfreien Zeit bei der Landespolizeidirektion Wien.

Die Trainings, Schulungen und Prüfungen für Schulklassen finden in den Schulverkehrsgärten der Stadt Wien, im Mobilitätspark des ÖAMTC und im Schulverkehrsgarten von Jugend am Werk statt. Die Zuweisung der Schulklassen erfolgt durch die Exekutive.

Günstig ist es, wenn die Kinder (falls vorhanden) ihren eigenen Helm mitbringen, damit die richtige Einstellung und das richtige Tragen des Helmes geübt werden kann!

16.11.2020

(Pro und contra) Radhelmpflicht für Kinder
Von Thomas Aistleitner

PRO RADHELMPFLICHT

ZUSTIMMUNG Die Radhelmpflicht entspricht dem Willen der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) befürworten 96 Prozent der Bevölkerung die Radhelmpflicht für Kinder bis 10 Jahre. 91 Prozent wären außerdem für eine Helmpflicht bis 15 Jahre.

SICHERHEIT Jährlich erleiden rund 2000 Kinder nach Stürzen mit dem Rad Kopfverletzungen. Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit könnten 900 Kopfverletzungen bei Kinder pro Jahr mit der Helmpflicht verhindert werden. Bei Kindern sei außerdem das Kopfverletzungsrisiko aufgrund ihrer Körperproportionen und ihrer Reaktionsmuster größer.

BEWEGUNG/PÄDAGOGIK Die Auswirkungen auf die Radfahrhäufigkeit sei bei einer Helmpflicht nur für Kinder nicht vergleichbar mit einer allgemeinen Helmpflicht. 75 Prozent aller Kinder sind bereits mit Helm unterwegs – es ist daher nicht zu erwarten, dass die Helmpflicht Kinder vom Fahrradfahren abhält.

CONTRA RADHELMPFLICHT

ZUSTIMMUNG Die EU-Kommission hat die Radhelmpflicht für Kinder nicht in das EU- Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020 aufgenommen, da die Ergebnisse der einschlägigen Studien kontrovers sind („research carried out until now produced contrastive results“). Auch der Verkehrsclub Österreich und alle wichtigen österreichischen Radverbände lehnen die Radhelmpflicht für Kinder ab.

SICHERHEIT Die Zahlen, auf die sich die KfV-Studie stützt, stammen aus der Freizeitunfall-Statistik. Unfälle, bei denen Kinder mit Fahrzeugen zusammengestoßen sind, wurden nicht berücksichtigt. Für solche Unfälle sind Radhelme auch nicht ausgelegt, sie bieten dafür nur beschränkten Schutz. Nur eine internationale Studie kommt zu dem Schluss, dass die Radhelmpflicht sinnvoll ist, einige andere können keinen Effekt nachweisen. Die meisten Studien unterscheiden nicht zwischen Kindern und Erwachsenen. In der vielbeachteten Studie von Ian Walker (University of Bath, UK) kamen Autofahrer Radfahrern mit Radhelm beim Überholen näher als Radfahrern ohne Radhelm (Walker I, Drivers overtaking bicyclists: Objective data on the effects of riding position, helmet use, vehicle type and apparent gender, University Bath, 2006).

BEWEGUNG/PÄDAGOGIK In der Erziehung ist Vorbildwirkung ein wesentliches Element. Welche Vorbildwirkung ergibt sich, wenn es keine allgemeine Radhelmpflicht gibt? Werden Kinder mit 12 Jahren auch weiterhin den Helm verwenden, oder werden sie ihn als nur für die „Kleinen“ notwendiges Übel ablehnen? Die Kinder dürfen mit dem Radfahrausweis ab dem vollendeten 10. Lebensjahr mit dem Rad am Verkehr allein teilnehmen. Doch ab dem 12. Lebensjahr gilt die geplante Radhelmpflicht nicht mehr.

11.05.2020

Verkehrssicherheit im Winter
Von Michael Achleitner

Der Winter hat heuer bereits aufgezeigt, dass er unmittelbar vor der Tür steht. Die Temperaturen sinken und eine nasse Straße kann schnell zur Eislaufbahn werden. Die Sichtverhältnisse werden schlechter, es ist länger dämmerig und dunkel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist notwendig!

Von Oktober bis März verunglücken morgens mehr Kinder als im Frühling und Sommer. Gerade im Herbst und Winter ist deshalb die Wahl des richtigen Schulwegs wichtig. Breite, stark frequentierte Straßen und Gehsteige sind im Winter eher geräumt und meist besser beleuchtet.

Sicherheit für Fußgänger

Fußgänger sollten auch bei der Wahl ihrer Kleidung verstärkt auf gute Sichtbarkeit Wert legen: Während dunkel gekleidete Personen laut aktuellen Studien nur aus einer Distanz von weniger als 30 Metern erkennbar sind, nehmen Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer hell gekleidete Fußgänger und Radfahrer schon aus bis zu 90 Metern wahr. Reflektoren an der Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit auf bis zu 160 Meter (siehe dazu auch den Kasten rechts). Ein Autofahrer kann aufgrund der Dämmerungssehschärfe einen dunkel gekleideten Fußgänger trotz beleuchteter Straße nicht wahrnehmen. Ausschlaggebend für dessen Sichtbarkeit ist nämlich nicht die Beleuchtung der Stelle, an der er steht, sondern welchen Kontrast er gegen seinen Hintergrund bildet.

Sicherheit für Radfahrer

Immer mehr Allwetterradler sind auch im Winter unterwegs. Radfahrer sollten besonders im Herbst und Winter die Beleuchtung ihres Fahrrads auf Funktionsfähigkeit überprüfen und bei Bedarf reparieren. Gleiches gilt für Speichenreflektoren und seitliche Reflektorbänder an den Reifen. Ein Helm sollte spätestens zur Herbstzeit ebenfalls zur Fahrradausrüstung gehören. Zwar kann auch er einen Sturz auf nassem Herbstlaub nicht verhindern, allerdings beugt er im Falle eines Unfalles schweren Schädelverletzungen vor. Es empfiehlt sich möglichst nur auf geräumten Radwegen zu fahren. In jedem Fall ist es empfehlenswert beim Bremsen immer die hintere Bremse zu verwenden. Das Tragen von heller oder reflektierender Kleidung erhöht auch die Sichtbarkeit von Radfahrern.

Sicherheit für Autofahrer

Autolenker überschätzen oft ihre Sicht bei Dunkelheit, da Beleuchtung oder reflektierende Leitpfosten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Der Fahrer passt seine Geschwindigkeit seiner subjektiven Sicht an und fährt schneller, als es die objektiven Sichtverhältnisse zulassen. Er orientiert sich nur an der Helligkeit, fokussiert seinen Blick bewusst auf das, was er sehen kann. Wer eine 200 Meter entfernte Leitplanke sieht, kann sich nicht vorstellen, einen dunkel gekleideten Fußgänger, der nur 40 Meter entfernt ist, nicht sehen zu können. Deshalb ist im Winter besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Nur ca. 75 Prozent der Autofahrer machen ihr Fahrzeug rechtzeitig winterfit (Batterie, Winterreifen, Beleuchtung, etc.). Im Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April müssen Autos über eine Winterausrüstung verfügen. Darunter sind Winterreifen zu verstehen, die als M+S, M.S. oder M&S markiert sind und eine Profiltiefe von mindestens vier Millimeter aufweisen müssen. Das gilt erst recht bei winterlichen Fahrverhältnissen wie Schneefall, Schneematsch, zentimeterhohem Neuschnee auf den Straßen, aber auch bei gefrierendem Regen und Glatteis. Wer hier mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einer Strafe rechnen. Im geringsten Fall beträgt die Höhe der Strafe € 35,–, im extremsten Fall bis zu € 5.000,–.

Bei extremen Wetterverhältnissen ist es ohnehin besser, das Auto stehen zu lassen, denn öffentliche Verkehrsmittel sind im Winter sicherer!

04.11.2010

Optimale Wirksamkeit schulischer Verkehrs- bzw. Mobilitätserziehung
Von: Lilo Schmidt

Was schulische Aktivitäten tatsächlich zur Vermeidung von Verkehrsunfällen beitragen können, hängt natürlich vom Engagement einzelner Lehrerinnen und Lehrer, von der aktiven Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen, sowie von Eltern und Schulleitung ab. Zunehmend setzt sich allerdings die Erkenntnis durch, dass auch die Gestaltung des Schulumfelds, die Kooperation mit kommunaler Verkehrsplanung, mit Verkehrsbetrieben und der Polizei mitentscheiden, wie sicher der tägliche Schulweg wirklich ist.

Verkehrs- bzw. Mobilitätserziehung ist angesichts knapper Personalressourcen auf besonderes persönliches Engagement einzelner Personen angewiesen. Dennoch sind, sei es aus Sorge um die Verkehrssicherheit, sei es aufgrund wachsender Einsicht in die Bedeutung individueller Mobilität für eine nachhaltige Entwicklung, in den letzten Jahren viele innovative Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersgruppen zu beobachten.

Austausch fördern

Spezielle Elterninitiativen, Projekte auch für Schulstufen und Schultypen, für die es keine verbindlichen Übungen gibt, schulisches Mobilitätsmanagement, Peer-Group-Aktivitäten, Kooperation mit Fahrschulen und mit außerschulischen Expertinnen und Experten sowie mit Institutionen im Bereich Verkehr und Umwelt können durch ihre Verbreitung über Internetportale und Websites zur Nachahmung anregen und den Austausch unter Engagierten fördern.

Die Aktivitäten orientieren sich zunehmend an der Sozial- und Umweltverträglichkeit der verschiedenen Fortbewegungsarten:

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Das bedeutet, neben dem persönlichem Unfallrisiko und dem Gefährdungspotential für andere Verkehrsteilnehmer/innen werden auch Lärmentwicklung, Energieverbrauch, Platzbedarf, schädliche Emissionen und gesundheitliche Folgen zur Beurteilung der Erwünschtheit verschiedener Fortbewegungsarten berücksichtigt. So mehren sich Projekte wie Pedibus und Luftibus, Radfahrschule und Bikeline, die das Gehen und Radfahren fördern. Ebenso kooperative Projekte zur Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, wie z. B. die Gestaltung von neuen witterungsgeschützten Haltestellen, bessere Abstimmung auf den Stundenplan oder Verlegen von Haltestellen und das Errichten von Haltestelleninseln.

Ohne Auto in die Schule

Der Verzicht auf die Nutzung des Autotransports für den täglichen Schulweg wird als Ansatzpunkt zur Hebung der Verkehrssicherheit gesehen. Auf Elternabenden oder bei Elternworkshops erfahren Eltern u. a. wie gefährdet Kinder als Beifahrer im Auto sind, wie wichtig die körperliche Aktivität für das kindliche Wohlbefinden ist und wie eine veränderte subjektive Sicherheit der Eltern objektiv die Sicherheit ihrer Kinder beeinflussen kann:

image108.jpegDie drei E`s

Eine „klassische“ Erkenntnis der Verkehrssicherheitsforschung besagt, dass für erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit das Zusammenwirken der folgenden drei „E“ erforderlich ist:

  • Engineering (verkehrstechnische Maßnahmen)
  • Education (erzieherische und kommunikative Maßnahmen)
  • Enforcement (gesetzgeberische und polizeiliche Maßnahmen, wie verstärkte Überwachung).

So rückt nicht nur bei schulischen Mobilitätsmanagement-Projekten die Verkehrsinfrastruktur in Schulnähe mehr ins Blickfeld. Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung, wie Tempo-30-Zonen, Bodenschwellen, verkehrsberuhigte oder verkehrsfreie Zonen sowie ihre Überwachung sollen dazu beitragen, dass die schulische Verkehrs- bzw. Mobilitätserziehung die Sicherheit auf dem täglichen Schulweg optimiert. Die Wirksamkeit solcher koordinierter Aktivitäten reicht aber weiter. Derartige Maßnahmen fördern die Mobilitätskompetenz der Schülerinnen und Schüler für alle übrigen Wege und wirken als Impuls für eine nachhaltige Mobilität im Erwachsenenalter.

18.02.2013

Fußgänger zu dunkel gekleidet
Von Michael Achleitner

Rund ein Viertel aller Unfälle mit Personenschaden passiert laut Statistik Austria bei Dämmerung, Dunkelheit oder künstlicher Beleuchtung. Eine vom ÖAMTC durchgeführte Untersuchung ergab, dass zwei Drittel aller Fußgänger zu dunkel gekleidet waren. Autofahrer und Radfahrer hingegen waren gut wahrzunehmen.

Offenbar sorgen sich gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger, am wenigsten um ihre Sichtbarkeit und dementsprechend um ihre Sicherheit. Das hat eine Erhebung des ÖAMTC Ende Dezember an zwei Kreuzungen in Wien ergeben. 73 Prozent aller Fußgänger waren dunkel gekleidet, was sie für andere Verkehrsteilnehmer sehr schwer wahrnehmbar gemacht hat.

2.100 Fußgänger, Radfahrer, Motorrad- und Autofahrer wurden im Zuge der Erhebung beobachtet. Die Autofahrer seien gut sichtbar unterwegs gewesen, lediglich bei fünf Prozent der Pkw fiel mindestens ein defektes Licht auf. Trotz geringer Temperaturen am Erhebungstag (um die vier Grad) waren viele Menschen mit dem Rad unterwegs. Auch sie achteten großteils darauf, gesehen zu werden. 81 Prozent der Radler hatten eine funktionierende Beleuchtung eingeschaltet. Nur 36 Prozent der Radfahrer entschieden sich interessanterweise bei den winterlichen Verhältnissen dafür einen Helm zu tragen. Und nur zwölf Prozent der Pedalritter nutzten die Möglichkeit, zusätzlich reflektierendes Material an ihrer Kleidung anzubringen.

Eigenbeleuchtung gerade im Winter

Am geringsten achteten jedoch wie gesagt die Fußgänger darauf, gut gesehen zu werden. Unabhängig von modischen Aspekten sollten man unbedingt Kleidung tragen, die auch in der Dunkelheit gut sichtbar ist, rät der ÖAMTC. Ungefähr 90 Prozent der Informationen im Straßenverkehr wird über die Augen wahrgenommen. Gerade im Winter sind die Tage kurz, sehr oft kommt es zu Sichtbehinderungen durch Nebel oder Schneefall. Dementsprechend wichtig ist eine vernünftige Eigen- und Fremdbeleuchtung.

Tipps zur besseren Sichtbarkeit im Straßenverkehr

  • Reflektierende Materialien an Taschen, Schuhen und Kleidung bringen zusätzliche Sicherheit (siehe auch Infokasten rechts). Vor allem Kinder sollten damit ausgestattet sein.
  • Wenn Fußgänger oder Radfahrer eine Straße queren müssen, sollte das gerade nach Einbruch der Dunkelheit nur an gesicherten Stellen geschehen. Ampelanlagen, Schutzwege, Über- und Unterführungen bieten zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit.
  • Verkehrsteilnehmer sollten generell nicht davon ausgehen, dass sie von anderen automatisch wahrgenommen werden – unabhängig davon, wie gut sichtbar man sich selbst fühlt.
  • Autolenker sollten insbesondere nach Einbruch der Dämmerung im Bereich von Schulen, Einkaufszentren oder Märkten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren.
  • Nicht nur defekte Scheinwerfer müssen umgehend repariert werden. Auch die richtige Einstellung des Lichts ist wichtig.

06.02.2016

Lernen mit Apps
Von: Michael Achleitner

ÖAMTC Fahrrad-Champion App

Aufgebaut wie ein Quiz mit mehreren Antwortmöglichkeiten soll die App mit über 120 Fragen spielerisch die Themen Verkehrszeichen, Vorrangregeln und viele weitere Infos zum Thema Fahrrad näher bringen. Um vom „Dreirad-Fahrer“ zum „Fahrrad-Champion“ aufzusteigen, müssen insgesamt neun Levels und vier Erfahrungsstufen absolviert werden.

Download: App Store | Google Play Store

Übungen zur freiwillige Radfahrprüfung

Diese Web-App des Österreichischen Jugendrotkreuzes bietet Übungsaufgaben zum schriftlichen Teil der Freiwilligen Radfahrprüfung. Sie ist als offizielle Erweiterung des ÖJRK-Schülerhefts „Freiwillige Radfahrprüfung” zu verstehen. In jedem der sechs Übungsbereiche findet man eine Vielzahl an Verkehrsbeispiele wie Kreuzungen, Wartepflicht oder Vorrang und Bodenmarkierungen, die man lösen muss.

Web: www.radfahrprüfung.at

Die App zur Freiwilligen Radfahrprüfung

Die Lern-App „JRK Mobile Campus“ für Kinder ab 9 Jahren kann kostenlos für iPhone und Android- Handys heruntergeladen werden. Lehrer:innen können für Ihre Klassen kostenlos anonyme (datenschutzkonforme) Zugänge in Klassenstärke anfordern: Einfach eine Mail mit der Anzahl der benötigten Zugänge pro Klasse an die JRK-Landesleitungen schicken. HIER kommen Sie zum direkten Webzugang zur App.

MobileKids

Mit der App geht es auf die Straße: Eltern, Erziehungsberechtigte und andere Freiwillige haben die Möglichkeit risikoreiche Stellen, z. B. auf dem Schulweg, zu markieren. Wo ist ein neuer Kreisverkehr, wo fehlt der Zebrastreifen, wo sollte man gehen, um sicher ans Ziel zu kommen. Teilnehmer können Fotos hochladen, mit anderen Nutzern interagieren und so gemeinsam den Verkehr sicherer gestalten.

Download: App Store

JRK Mobile Campus

Spielerisches Lernen, kindgerechte Einheiten, digitaler Spaß: Mit einer App des Jugendrotkreuzes können Schülerinnen und Schüler sich nun auch digital auf die freiwillige Radfahrprüfung in der vierten Schulstufe vorbereiten – wann sie möchten, wo sie möchten, allein und gemeinsam mit anderen. Die Trainingseinheiten sind so aufbereitet wie Kinder am besten lernen: mit kurzen Info- und Erklärtexten, teils mit Videos und mit Bildern. Auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz: In Wissensduellen können sie sich mit Freunden oder Familienmitgliedern messen. So prägen sich die Lerninhalte besonders gut ein. Download: App Store | Google Play Store Risi & Ko Fahrrad-Challenge Die „Risi & Ko Fahrrad-Challenge“ ist ein digitales Kreuzungsspiel, das sowohl für den Einsatz in der Schule als auch für das Üben daheim entwickelt wurde. Dieses Spiel bietet Kindern die Möglichkeit, die wichtigsten Vorrangregeln zu lernen und zu vertiefen. Ihr Wissen in Sachen Verkehrssicherheit erwerben und festigen die 10- bis 12-Jährigen dabei, indem sie als virtuelle Radfahrende auf dem Smartphone selbstständig verschiedene simulierte Kreuzungssituationen durchspielen.

Download: App Store | Google Play Store

Helmi - Sicherheitsclub

Mit der Helmi-App können Kinder die Welt von Helmi und Sokrates erkunden. Mit dem Schwuppodrom machen sich die zwei auf den Weg und erleben gefährliche Abenteuer. Man kann Helmi Nachrichten schicken, das Schwuppodrum oder auch Helmi ausmalen, Memory spielen, mit Helmi Karaoke singen und das spannende Gefahrensuchspiel spielen.

Download: App Store | Google Play Store

Was sind Apps?

Erklärung:

Als Mobile App wird eine Anwendungssoftware für Mobilgeräte beziehungsweise mobile Betriebssysteme bezeichnet. Obwohl sich der Begriff App auf jegliche Art von Anwendungssoftware bezieht, wird er im deutschen Sprachraum oft mit Anwendungssoftware für Smartphones und Tablets gleichgesetzt.

02.08.2023

Verkehrszauber

Der kleine Zauberer „Sim-bim“ bietet den Schülerinnen und Schülern der 1. Klassen eine besondere Unterrichtsstunde zum Thema Verkehrserziehung mit viel Spaß und vielen Geschichten. Durch Singen, Spielen und konzentriertes Zuhören wird die Handlungskompetenz gestärkt und das Selbstwertgefühl der Kinder gefestigt. Der Verkehrszauber kann ab sofort gebucht werden. Mehr dazu ...

Mehr Reflexion!
Von Thomas Aistleitner

Nokia-Telefone kennt jeder und jede, und viele wissen auch, dass Nokia seinen Ursprung in Finnland hat. Aber wer würde das Handyspiel Angry Birds, die Kinderbuchfamilie Mumins und das Betriebssystem Linux dem Land der dunklen Abende zuordnen? Das ist noch nicht alles: Eine finnische Erfindung ist allgegenwärtig geworden – jedenfalls in Finnland.

Hanna Malhonen kommt aus Finnland und lebt in Wien. „Wenn ich frühmorgens oder abends unterwegs bin, merke ich, dass ich nicht in Finnland bin. Denn in Finnland trägt gefühlt jeder zweite Passant einen Reflektor an sich. In Österreich sehe ich das eher auf Fahrrädern und an Kindern, aber selten an Fußgängern.“

Braucht man in Finnland Reflektoren dringender als in Österreich?
„Es ist in Finnland dunkler, jedenfalls im Winter, wenn es zum Beispiel nur sechs Stunden am Tag hell ist. Im Sommer sind dafür die Nächte in Österreich länger. Aber um Dunkelheit geht es gar nicht. In Finnland passieren die meisten Unfälle mit Fußgängern in Städten, also auf beleuchteten Straßen. Die Straßenbeleuchtung alleine reicht nicht aus, um die Fußgänger sichtbar zu machen. Der Reflektor verbessert die Sichtbarkeit deutlich, auch wenn die Straßen beleuchtet sind. Und auch Regen und Nebel machen die Fußgänger unsichtbar, nicht nur die Dunkelheit.“

In Finnland sind Reflektoren allgegenwärtig, sagt Hanna Malhonen. „Das liegt auch daran, dass der Reflektor eine finnische Erfindung ist und dass das Angebot viel größer ist. Ein Bauer hatte einen Unfall, bei dem sein Pferd gestorben ist. So ist er auf die Idee gekommen, reflektierende Plakate an der Kutsche anzubringen. So wird die Geschichte jedenfalls erzählt ...“ Und sie geht weiter: Arvi Lehti war ein Landwirt, der in den 1950er Jahren begann Dreiecksreflektoren für Pferdefuhrwerke herzustellen. Auf Anfrage der Polizei kam er auf die Idee, zwei Hälften eines Fahrzeugreflektors zusammenzukleben – mit einer Öse zum Anhängen. Später erfand sein Sohn Taisto mit seinem Unternehmen Talmu die inzwischen klassische Schneeflocken-Form.

„Mittlerweile ist die Auswahl der Reflektoren groß und es gibt auch viele ‚modische’ Reflektoren. Wenn die Reflektoren schön, persönlich oder stilvoll sind, werden sie auch häufiger getragen. Es gibt Reflektoren auch von den finnischen DesignerInnen und beliebt sind auch Schuhbänder, Hauben oder Handschuhen, die reflektieren.“

Ein Fußgänger ohne Reflektor wird bei Abblendlicht aus 40 Meter bemerkt, mit Reflektor schon aus mehr als der dreifachen Distanz. „In Finnland sagt man, dass der Reflektor die billigste Lebensversicherung ist. Während Österreich ein reflektorisches Entwicklungsland ist, ist den Finnen seit 1982 per Gesetz vorgeschrieben, als Fußgänger einen zweckentsprechenden Reflektor zu tragen, seit 2003 auch in den städtischen Gebieten auf beleuchteten Straßen. Dafür gibt es sogar ein CE-Zeichen. „Jeder Zweite auf der Straße hält sich an dieses Gesetz, laut Statistik sind es etwa 54 Prozent“, meint Hanna Malhonen. „Es steht auch keine Strafe auf Nichtbeachtung, aber eine gesetzliche Vorschrift ist dennoch eine deutliche Ansage. Jeder sollte eigentlich selbst die Bedeutung und die Wichtigkeit erkennen.

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Schulweg
ARBÖ
1.-2. Schulstufe
Immer für Überraschungen gut
Von: Lilo Schmidt

Kinder gleichen Alters zeigen im Verkehr ganz unterschiedliche und oft unvorhersehbare Reaktionen. Sicher beherrschtes Verhalten scheint manchmal vergessen. Als vorsichtig bekannte Schülerinnen und Schüler haben einen Beinahe-Unfall. Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie können helfen, das Verhalten von Kindern im Verkehr besser zu verstehen und ihre verschiedenartigen Fähigkeiten angemessen einzuschätzen.

Das Bewusstsein von Kindern für Gefahren in einer konkreten Situation entwickelt sich ungefähr mit Ende des Kindergartens bzw. mit Schulbeginn. Aber erst etwa zwei Jahre später sind Kinder in der Lage, Gefahren auch vorherzusehen – eine Voraussetzung für sichere eigenständige Verkehrsteilnahme. Durch das eigene Verhalten Gefahren gar nicht erst entstehen zu lassen, das gelingt den meisten Kindern mit neun oder zehn Jahren. Unterschiedliches Entwicklungstempo und bisherige Erfahrung im Straßenverkehr wirken sich auch auf die Verkehrstüchtigkeit aus. Die Abhängigkeit von spontanen Eindrücken lässt sie manchmal für Erwachsene schwer vorhersehbar reagieren.

Neuronale Entwicklung

Die im Verkehr besonders wichtige visuelle Wahrnehmung im Verkehrsraum ist durch ein eingeengtes Blickfeld erschwert. Entwicklungen in den neuronalen Systemen führen dazu, dass Richtungshören beispielsweise erst bei 8-Jährigen exakt möglich ist. Entsprechend orientieren sich Kinder erst ab diesem Alter auch mit dem Gehörsinn im Verkehr und können Geräusche wie das Herannahen von Fahrzeugen korrekt wahrnehmen. Schulanfänger/innen sind nicht in der Lage, die für sie wesentlichen Hup- oder Klingelgeräusche eindeutig zu lokalisieren. Überdies blenden sie je nach Stimmungslage Gehörtes einfach aus und Abgelenktheit behindert ihre Situationswahrnehmung.

Die für das Überleben im Straßenverkehr wesentliche Einschätzung der Entfernung und der Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge ist für Kinder erschwert durch:

  • eingeschränktes Blickfeld
  • reduziertes Tiefensehen
  • Probleme beim Richtungshören 
  • langsamere Reaktionsfähigkeit

Entfernungsschätzen gelingt annähernd ab dem Alter von etwa acht Jahren, Geschwindigkeitsschätzen erst ab zehn bis zwölf Jahren halbwegs richtig.

Jede Situation ist anders

Je nach baulicher Gestaltung einer Kreuzung, z. B. mit oder ohne Ampel, je nach Verkehrsdichte, eigener Stimmung, Ablenkung beispielsweise durch Mitschüler/innen, fällt den Kindern die Straßenüberquerung als Fußgänger mehr oder weniger leicht. Für Kinder bestimmen die jeweils erlaubten Fahrgeschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs in besonderem Maß ihre Schwierigkeiten bei der Verkehrsteilnahme. Nicht nur der Handlungsspielraum der Lenker/innen und damit ihre mögliche Rücksichtnahme auf überraschende Verhaltensweisen der Kinder werden mit steigendem Tempo geringer, auch die Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten der Kinder sind erschwert. Dies trifft besonders für Erst- und Zweitklässler zu.

Motorische Entwicklung

Die Erfahrung des Kindes spielt eine wichtige Rolle für die Geschicklichkeit als Fußgänger, mehr noch aber für das Radfahren. Kinder sind heute durch geringere  Bewegungsmöglichkeiten in ihrem Wohnumfeld motorisch weniger gut entwickelt als es ihrer neuronalen Entwicklung entsprechen würde. Allerdings zeigt sich ein erfreulicher Trend durch die Verbreitung von Laufrädern für Kleinkinder. Gleichgewichtssinn, Bewegungskoordination und Fahrzeugbeherrschung werden geschult, so dass sich das Kind später auf einem richtigen Fahrrad besser auf die Anforderungen der jeweiligen Verkehrssituation konzentrieren kann. Je öfter Kinder schon im Vorschulalter mit ihren Eltern zu Fuß oder mit Bussen und Bahnen unterwegs waren, umso sicherer sind sie später als Schulkinder unterwegs und umso eher kann man ihnen selbständige Wege zutrauen, die ihr Selbstwertgefühl steigern. 

28.01.2018

Aktion Zebrastreifen

Ziel der Aktion

Die Lenker/innen auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen und mit ihren potentiellen Opfern zu konfrontieren. Wie Erfahrungen gezeigt haben, agieren Kinder und Jugendliche in dieser Rolle besonders wirksam. Den Kindern soll durch diese Aktion bewusstwerden, dass sich zahlreiche Autolenker/innen unachtsam und rücksichtslos vor und auf dem Zebrastreifen verhalten. Dieses Fehlverhalten müssen Kinder im Straßenverkehr leider immer einkalkulieren.

Rechtlicher Hintergrund

Die Österreichische Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass Fußgänger/innen das Überqueren auf dem Zebrastreifen ungehindert und ungefährdet zu ermöglichen ist.

Hier die genaue Regelung:
(2) Der Lenker eines Fahrzeuges, das kein Schienenfahrzeug ist, hat einem Fußgänger oder Rollschuhfahrer, der sich auf einem Schutzweg befindet oder diesen erkennbar benützen will, das unbehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen (§ 9 Abs.2 STVO).

Diese Regelung wird von mindesten 11 % der Fahrzeuglenker/innen nicht eingehalten. Die Tatsache, dass vor allem Kinder und ältere Personen durch dieses Fehlverhalten in Lebensgefahr gebracht werden, scheint im Bewusstsein dieser Lenker/innen kaum vorhanden zu sein. Die Gefährdung von Fußgänger/innen auf dem Schutzweg ist ein Vormerkdelikt: Vormerkung und eine Strafe von  72 Euro bis 2.180 Euro.

Ablauf der Aktion

Die Exekutive hält im Bereich einer Kreuzung bzw. eines Fußgängerüberganges mit Zebrastreifen Autos an. Dabei wird man drei Gruppen von Kraftfahrer/innen unterscheiden können

a) Fahrer/innen, die anhalten und sich somit rechtskonform verhalten.

b) Jene, die nicht anhalten, wenn jemand erkennbar die Fahrbahn queren will.

c) Kraftfahrer/innen, die nicht anhalten, Fußgänger/innen gefährden oder besonders rücksichtslos behandeln.

Ein Teil der Klasse befindet sich unter der Aufsicht eines Lehrers/einer Lehrerin mit dem Exekutivorgan (in Zivil) direkt auf Höhe des Zebrastreifens und beobachtet das Verhalten der Kraftfahrer/innen. Das Exekutivorgan steht per Funk in Kontakt mit einem Kollegen/einer Kollegin, der/die sich mit dem übrigen Teil der Klasse (unter Aufsicht eines Lehrers/einer Lehrerin) etwa 30 bis 40 Meter hinter dem Zebrastreifen befindet. Das Exekutivorgan in Zivil gibt per Funk Auskunft über das Verhalten der beobachteten Kraftfahrer/innen.

Während der Durchführung der Aktion werden alle Kraftfahrer/innen 30 bis 40 Meter hinter dem Schutzweg angehalten.

a) Je nach Verhalten des Lenkers/der Lenkerin überreichen die hinter dem Zebrastreifen postierten Schüler/innen Autolenker/innen, die ordnungsgemäß angehalten haben, ein Merkblatt, eine Karte mit einer positiven Botschaft (FÜR MICH GESTOPPT. DANKE!) oder ein kleines Geschenk (s. Anleitung)

b) Jene, die nicht angehalten haben, erhalten nur ein Merkblatt, das die gesetzlichen Bestimmungen für den Zebrastreifen und die wichtigsten Schutzbestimmungen der Straßenverkehrsordnung für Kinder enthält. Außerdem sollen die Schüler/innen jene Autolenker/innen auf deren vorschriftswidriges Verhalten und die damit verbundenen Gefahren – vor allem für Kinder – hinweisen.

c) Grobe Verfehlungen werden direkt durch das Exekutivorgan geahndet. Die Schüler/innen kommen mit diesen Autofahrer/innen nicht in Kontakt.

Empfehlung Kontakt Exekutive

Es wird den Schulen empfohlen, rechtzeitig mit der Exekutive (2 bis 3 Wochen vor der Aktion) Kontakt aufzunehmen und Zeitpunkt und Wahl der Örtlichkeit zu klären.

20.03.2023

Nein zum Elterntaxi!
Von Thomas Aistleitner und Michael Achleitner

Jedes Jahr zu Schulbeginn werden Eltern hektisch: Wie kommt mein Kind in die Schule? Selbstständig, aber allein und auf sich gestellt? Mit dem Auto, an meiner Hand, aber ohne Eigenkompetenz? Ein Klärungsversuch.

Der Schulanfang ist eine enorme Umstellung. Von Sechsjährigen wird schon sehr viel erwartet. Der Schulweg ist da noch eine zusätzliche Herausforderung und Gefahrenquelle. Rund ein Drittel aller österreichischen SchülerInnen werden auch deshalb mit dem Auto zur Schule gebracht. Es ist aber ein Irrglaube, dass diese „Elterntaxis” den Kindern mehr Sicherheit bieten.

Auto ist gefährlich

Gerade im hektischen Verkehrstumult kurz vor Schulbeginn durch die zu- und abfahrenden Autos sind Kinder extrem gefährdet. Außerdem ist der für Kinder gefährlichste Ort im Straßenverkehr das Auto der eigenen Eltern, wie Studien des Verkehrsministeriums zeigen. Durch das bequeme „Elterntaxi“ würden die Kinder auch das Verhalten im Straßenverkehr nicht richtig erlernen und sind, wenn sie alleine unterwegs sind, nicht versiert und würden sich falsch verhalten“, sagt der Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Norbert Blaha.

Besser zu Fuß

Also doch zu Fuß gehen. Ein Kind, das allein zur Schule geht, braucht allerdings Verantwortungsbewusstsein, Merkfähigkeit und Orientierung. Ob ein Kind verantwortungsbewusst genug ist, können nur die Eltern beurteilen. Orientierung kann man trainieren! Eltern sollten in Ruhe einen Spaziergang mit dem Kind machen – am besten noch bevor der Schulweg ein Thema wird – und schauen, wie es sich verhält. Man sieht ja, ob ein Kind auf die Verkehrssituation achtet oder nicht.

Durch Nachahmung lernen

Junge Kinder können zudem Gefahrensituationen im Verkehr noch nicht richtig einschätzen. So passiert es leider immer wieder, dass sie ohne zu schauen über die Straße laufen, auch wenn die Ampel auf Rot steht. Kinder lernen sehr viel durch Nachahmung. Eltern, die bei Rot über die Straße gehen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder auch nicht auf die Ampel schauen. Erwachsene sollten ihre Vorbildwirkung nicht unterschätzen!

Bei Gefahr eingreifen

Wichtig bei der Vorbereitung des Kindes auf den Schulweg ist es auch, dass das Kind den Weg eigenständig erkunden darf. Also nicht einfach an die Hand nehmen und losgehen. Kinder verlassen sich gerne auf die Begleitperson. Besser ist es, wenn das Kind vorzeigen kann, wann und wo es die Straße überqueren möchte. Greifen Sie nur bei Gefahr ein oder wenn das Kind eine Frage hat.

Fußweg hat viele Vorteile

Ist der zu Fuß zurückgelegte Schulweg erst einmal gut eingelernt, ist er am sichersten. Außerdem hat ein Schulweg zu Fuß weitere Vorteile: Soziale Kontakte mit anderen Kindern werden geknüpft und dem Bewegungsmangel wird entgegengewirkt. Wenn mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, werden auch der Schulweg und das Schulumfeld sicherer. Diese Alltagsmobilität macht Kinder nicht nur körperlich fitter, sie werden auch früher zu kompetenten Verkehrsteilnehmern. Sie „lernen Verkehr“ – unbegleitet, unbeobachtet und selbstständig!

26.08.2017

Erziehungsberechtigte
Leuchtend neongelb
Interview: Thomas Aistleitner

Es ist ein harter Job. Man muss eine Viertelstunde früher aufstehen als die SchulkollegInnen. Im Winter fällt das besonders schwer. Doch Schülerlotsen gehen bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit und Temperatur hinaus und sorgen dafür, dass die anderen SchülerInnen sicher die Straße queren können. Eine besonders lange Tradition haben die Lotsen in Salzburg und Vorarlberg. In Vorarlberg sind seit 52 Jahren Schülerlotsen im Einsatz. Zurzeit sind 572 Schülerlotsen und 291 Elternlotsen (SchulwegpolizistInnen) gemeldet, die 60 Übergänge sichern. Schülerlotsen verrichten ihren Dienst zu zweit, Elternlotsen meist alleine. Ihre Arbeit wird in Vorarlberg geschätzt – und jetzt auch mit einer neuen Ausrüstung belohnt, die Ende Februar vorgestellt wurde.

Da Lotsen unter Tag genauso wie frühmorgens bei Dämmerung gut sichtbar sein müssen, ist die Gestaltung der Ausrüstung von sehr entscheidender Bedeutung. Die neuen Mäntel haben eine neongelbe Farbe und auffallende Reflektorstreifen, damit die Lotsen auch in der Dämmerung von weit gut sichtbar sind – bei Dunkelheit aus 150 Metern Entfernung. Die Ausrüstung ist wasserdicht und mit herausnehmbarer Kapuze ausgestattet. Für die wärmeren Tage haben die Lotsen eine Warnweste. Top-moderne, wetterfeste Schildkappen ergänzen das funktionale Outfit. Komplettiert wird die Ausrüstung mit einem Signalstab, der sogenannten Kelle.

ORF Vorarlberg, Vorarlberger Nachrichten, Land Vorarlberg und Kuratorium für Verkehrssicherheit haben sich zusammengetan und finanzieren die neue Lotsenkleidung. Wie kommen die Uniformen an? Das wollen wir von Martin Pfanner, Leiter des KFV Vorarlberg, wissen.

Herr Mag. Pfanner, Sie haben die neuen Uniformen für Schülerlotsen präsentiert. Gibt es schon Reaktionen?
Martin Pfanner: Ja, die Schulen rufen uns bereits an und fragen, ob auch sie die Uniformen bekommen werden.

Wie lautet die Antwort?
Die neuen Uniformen sollen in ganz Vorarlberg getragen werden und die alten ersetzen. Inzwischen interessieren sich auch andere Bundesländer bereits dafür.

Wie lange dauert die Verteilung?
So kurz wie möglich. Aber der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, es kann etwas dauern. Die Schulen können wir beschicken, bei den Elternlotsen müssen wir persönlich vorbeikommen. Es soll ja auch die alte Kleidung ausgetauscht und entsorgt werden.

Warum werden die Lotsen gerade in Vorarlberg neu eingekleidet?
Erstens ist unser allgemeiner Lagerbestand fast aufgebraucht. Und zweitens sind bei uns in Vorarlberg teilweise bereits Kinder aus der 4. Klasse Volksschule im Einsatz. Wir wollten auch den jüngsten Kindern eine passende Uniform zur Verfügung stellen. Deshalb gibt es die neuen Uniformen in drei unterschiedlichen Größen.

Wovon hängt es ab, ob Volksschüler als Schülerlotsen im Einsatz sind?
Wenn die NMS und die VS am gleichen Standort sind, dann übernehmen die Mittelschüler den Lotsendienst. Gibt es aber nur eine Volksschule am Standort, schlägt die Schule Schülerinnen oder Schüler vor, die dann ausgebildet werden und den Lotsendienst übernehmen, sofern keine Schulwegpolizisten zur Verfügung stehen.

Gibt es neben passenderen Größen auch andere Neuheiten an der Uniform?
Ja, wir haben jetzt eine wasserdichte Kappe mit Reflektorstreifen.

Was kostet eine Uniform, und wie viele Lotsen werden ausgestattet?
Eine komplette Uniform kostet knapp über 100 Euro. Aber nicht die Lotsen werden ausgestattet, sondern der Übergang. Nehmen wir an, eine Schule hat 35 Lotsen, die den Übergang betreuen. Für sie alle sind zwei bis drei Ausrüstungen in allen Größen vorhanden. Einen Verschleiß gibt es bei den Kappen, da haben wir einige in Reserve.

Ist der Schulweg heute sicherer als früher?
Wir stellen fest, dass die Gefahren größer geworden sind. Viele Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht, das bedeutet mehr Verkehr vor der Schule. Auch die Fahrgeschwindigkeit ist nicht immer angepasst. Die Kinder, die zu Fuß kommen, haben oft ein Smartphone in der Hand und sind dadurch abgelenkt. Aber auch die AutofahrerInnen schauen zum Teil ins Telefon, obwohl sie gerade fahren. Ablenkung ist derzeit die Unfallursache Nummer eins in Österreich, ein Drittel aller Unfälle passieren aufgrund von Ablenkung eines Verkehrsteilnehmers bzw. einer Verkehrsteilnehmerin.

19.02.2018

(Erstleseheftchen) Ella und Edgar

Ella und Edgar haben von ihrer Lehrerin die Aufgabe bekommen, den Schulweg genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei entwickeln sie Vorstellungen für eine schönere, grünere Schulumgebung. Bei einer Ausstellung werden die Ideen der Kinder der Öffentlichkeit präsentiert. Doch nicht Alle sind damit einverstanden. Werden die Schulwegwünsche der Kinder dennoch umgesetzt?

Unterwegs mit der ÖBB SCHULCARD
Von: Katharina Prochart

Raus aus dem Schulalltag, rein ins Abenteuer: Mit der ÖBB SCHULCARD lässt sich Österreich entspannt, günstig und klimafreundlich mit dem Zug erkunden. Österreichische Schulen und Vereine erhalten damit verbilligte Online-Tickets, kostenlose Fahrten für Begleitpersonen und Ermäßigungen bei Ausflugszielpartnern. Auch Sitzplätze können günstig reserviert werden: Mit der SCHULCARD kostet die verpflichtende Reservierung im Fernverkehr nur 1 Euro pro Sitzplatz.

Erleichterte Reservierung
Für Gruppen bis 28 Personen kann man Reservierungen über das ÖBB-Schulkonto selbst durchführen, ab 29 Personen muss dafür über das Reservierungsformular angefragt werden. Neu in diesem Schuljahr ist, dass auch Gruppen bis 28 Personen über das Reservierungsformular anfragen können, wenn sie an Montagen oder Freitagen im Mai oder Juni reisen möchten. Das erleichtert die Suche nach geeigneten Reservierungen. Mit der SCHULCARD besteht auch heuer wieder die Möglichkeit, Tickets und Reservierungen getrennt zu buchen. Dadurch können Sitzplätze auch für jene Schüler:innen mitreserviert werden, die kein Ticket brauchen, weil sie zum Beispiel mit einer Jugendverbundnetzkarte unterwegs sind.

Frühzeitig buchen
Plätze für Buchungen mit der SCHULCARD sind je nach Auslastung der Züge nur begrenzt verfügbar. Besonders in der Gruppen-Hauptreisezeit im Mai und Juni können Reservierungen daher nicht garantiert werden. Die ÖBB empfehlen deshalb, Ausflüge rechtzeitig zu planen und Zugtickets erst zu kaufen, wenn Reservierungen bereits bestätigt wurden. Im Nahverkehr besteht (im Gegensatz zum Fernverkehr) keine Reservierungspflicht. Gruppen ab 30 Personen müssen jedoch gemeldet werden, dies ist via Sitzplatzreservierung kostenlos möglich. Für Gruppen bis 29 Personen ist keine Meldung erforderlich.

Schulcard jetzt bestellen
Beantragen kann man die SCHULCARD schnell und unkompliziert über das Bestellformular. Sie wird dann kostenlos auf den Namen der Schule oder Jugendorganisation ausgestellt und kommt binnen 15 Werktagen mit der Post. Gleichzeitig erhält man den PIN zur Registrierung im ÖBB-Schulkonto und zur Ticketbuchung.

24.04.2025

Unterrichtsmaterial „Politische Mitbestimmung“
Von Michael Achleitner

Die Ausgabe 42 der Fachzeitschrift „Politische Mitbestimmung“ des Forums Politische Bildung, die u. a. vom Bundesministerium für Bildung unterstützt wird, vermittelt Grundlagen des demokratischen Verständnisses für die Sekundarstufe I. Zentrale Fragen sind:

  • Wie kann die Wahrnehmung politischer Probleme zur politischen Mitbestimmung führen?
  • Welche Möglichkeiten und Formen der politischen Mitbestimmung erscheinen für welche Anliegen geeignet?

Ergänzend zu den Ausführungen weisen Kästen mit Web- und Literaturtipps bzw. Arbeitswissen auf weiterführende Materialien oder Informationsquellen hin.

Die Unterlage bietet Unterrichtsbeispiele für politische Partizipation und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf – auch in der Verkehrs- und Mobilitätsbildung.

Unterrichtsbeispiel: Zeitlich begrenzte Fahrverbote vor Schulen?

Inhalt des Materials
In Österreich machte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zu Beginn des Schuljahres 2017/18 die Forderung nach einem Fahrverbot vor Schulen zum Thema. Nach Südtiroler Vorbild sollten bestimmte „Schulstraßen“ eine Viertel- bis eine halbe Stunde vor Schulbeginn für den Autoverkehr gesperrt werden, damit kein Verkehrschaos durch „Elterntaxis“ entsteht. Befürworterinnen und Befürworter eines temporären Fahrverbots vor Schulen führen an, dass zu viele Autos vor der Schule die Kinder gefährden und Staus erzeugen. Gegner und Gegnerinnen argumentieren für Anreize statt Verbote (z. B. Elternhaltestellen im Umkreis der Schule oder Belohnungssysteme für zu Fuß gehende Schülerinnen und Schüler).

Methodisch-didaktische Hinweise
Das Unterrichtsmaterial bietet verschiedene Aufgabenstellungen bzw. Arbeitsaufträge. Als Einstieg etwa die Idee einer Erhebung, wie die Schülerinnen und Schüler der Klasse im Normalfall zur Schule kommen. Anschließend soll besprochen werden, inwiefern der Schulweg ein politisches Thema ist bzw. mit politischen Problemen und Forderungen verknüpft sein könnte. Eine Abstimmung über eine Petition zeigt ein erstes Stimmungsbild. Die von den Schülerinnen und Schülern entwickelten Argumente müssen ggf. von der Lehrperson ergänzt werden. Auch über ein Fahrverbot vor der eigenen Schule wird abgestimmt. Formen einer legalen politischen Teilhabe in Form von Straßenblockaden und Demonstrationen werden ebenso thematisiert wie die Tatsache, dass politische Teilhabe ein gewisses Maß an Mündigkeit voraussetzt. Probleme müssen nicht nur wahrgenommen, sondern auch analysiert und kontextualisiert werden.

01.08.2025

Physik auf der Straße
Von Thomas Aistleitner

Doppelte Geschwindigkeit ist 4-facher Bremsweg. Was rasch berechnet werden kann, ist aus der Sicht von Jugendlichen nicht immer nachvollziehbar. Deshalb haben der Landesschulrat für Niederösterreich und die ÖAMTC Fahrtechnik mit „Fahrphysik erleben“ ein in Österreich einzigartiges Modell entwickelt, bei dem Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren Inhalte des Physikunterrichts erleben, erfahren und somit einfacher verstehen können.

ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold erklärt: „Bei diesem Programm erleben die Jugendlichen im sicheren Rahmen was passiert, wenn man an die Grenzen der Physik stößt. Es ist eine Erfahrung, die auch noch in Erinnerung ist, wenn die SchülerInnen später einmal selbst das Steuer übernehmen.“

Jugendliche erfahren die Anziehungskraft der Naturgesetze

„Fahrphysik erleben“ bietet die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die SchülerInnen werden im Physikunterricht durch begleitende Materialien vorbereitet, die von Physiklehrkräften und der Landesschulinspektorin für Mathematik und Physik in Niederösterreich, Mag.ª Hermine Rögner ausgearbeitet wurden: „Die Erlebnisse für die SchülerInnen sind einzigartig. Sie spüren, was es bedeutet, wenn ein Auto in der Kurve ausbricht. Was versteht man unter dem Übersteuern oder Untersteuern eines Autos und wie reagiert man richtig? Sie spüren, was Aquaplaning bedeutet und wie das Auto reagiert. Wie sitze ich richtig im Auto? Welche Folgen hat es, wenn ich die Sitzposition nicht richtig eingenommen habe? Wie weit soll das Lenkrad vom Körper entfernt sein? Was passiert mit Gegenständen im Fahrzeugraum? Das ist sehr beeindruckend und ich habe auch selbst den einen oder anderen Punkt für mich mitgenommen, den ich schon längst nicht mehr beachtet habe.“

„Wir leisten mit dem Projekt einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit für diese jugendliche Zielgruppe. Darum haben wir uns entschlossen, diese Exkursion als fixen Bestandteil des Unterrichts für die 9. und 10. Schulstufe aufzunehmen", so Johann Heuras, amtsführender Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich.

Kostenloses Programm für AHS

Das Programm richtet sich an Mittelschulen ab der 9. Schulstufe. Es ist kostenlos und auf drei Einheiten á 50 Minuten ausgelegt. Bei Interesse können Lehrkräfte ihre Klasse unter fahrtechnik@oeamtc.at anmelden. Das Programm steht derzeit in den niederösterreichischen Fahrtechnik-Zentren in Teesdorf und Melk zur Verfügung.

„Wir haben den AHS die Informationen, an welchen Tagen im Jahr die Exkursion möglich ist, zugeschickt“, sagt Hermine Rögner. „Ist der Termin ausgebucht, wird ein Ersatztermin gesucht. Umsetzbar sind bis zu zwei Klassen am Vormittag. Für dieses Jahr ist schon vieles ausgebucht.“

Die Landesschulinspektorin ist überrascht über das große Interesse: „Ich hätte mir nicht gedacht, dass es so einschlägt.“ Unterdessen gibt es bereits neue Pläne: „Wir sind auf der Suche nach Sponsoren, um die Kosten reduzieren zu können. Denn wir wollen uns nicht nur auf die AHS konzentrieren, Zielgruppe sollten alle Jugendlichen in der Oberstufe sein, also auch die berufsbildenden Schulen.“

23.01.2017

Jung, mobil, motorisiert
Interview: Thomas Aistleitner

Wie ist es zu den Safety Days gekommen?
Jürgen Wagner: Die Geschichte dieser Veranstaltung hat vor über 30 Jahren begonnen. Zielgruppe waren immer die jungen motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen. Zuerst haben wir das Programm „Wer fährt am besten Mofa?“ aus Deutschland übernommen und angepasst. Das war damals ein wichtiges Thema, auch die Helmpflicht war noch neu. Dann kam der Mopedausweis. Man hat den Jugendlichen den Mopedausweis nahegelegt, bis dann die Führerscheinausbildung auch für Jüngere zugänglich wurde. Damit geriet der Mopedausweis aus dem Fokus. So entstand das Konzept eines „Sicherheitstages der 9. Schulstufe“, aus dem vor sechs Jahren die „Safety Days“ entstanden sind.

Warum haben Sie sich für diese Zielgruppe entschieden?
Verkehrserziehung ist im Kindergarten und in den ersten Schuljahren ein wichtiges Thema, das dort auch behandelt wird. Ab der fünften, sechsten Schulstufe gerät Verkehrserziehung in den Hintergrund, sie ist dann auch nur noch Unterrichtsprinzip. Engagierte LehrerInnen bleiben dran, aber es gibt keinen fixen Platz mehr dafür im Unterricht. Das ändert nichts daran, dass viele Eltern die Bildungsaufgaben der Schule überlassen. Irgendwo dazwischen hängt die Verkehrserziehung.

Nach welchen Kriterien wird ein Safety Day gestaltet?
Die Jugendlichen der neunten Schulstufe lernen gerade die motorisierte Mobilität kennen. Sie dürfen jetzt selbst fahren, zunehmend fahren sie auch mit FreundInnen mit. Sie sollen wissen, welche Gefahren damit verbunden sind.

Wie viele Jugendliche machen mit?
Wir hatten letztes Jahr acht Safety Days, an denen insgesamt 600 SchülerInnen teilgenommen haben. Die meisten kommen aus der Polytechnischen Schule. Das sind tendenziell jene SchülerInnen, die sich auf eine Lehre vorbereiten, die vielleicht im Handwerk unterkommen, die eigenes Geld haben, die zum Arbeitsplatz fahren müssen und deshalb schneller individuell mobilisiert sind. Es kommen aber auch Klassen aus der AHS.

Haben sich die Themen der Safety Days mit den Jahren verändert? Ist der heutige Verkehr anders als vor zehn, zwanzig Jahren?
Ja, Ablenkung ist ein großes Thema. Es gibt Menschen, die schreiben beim Autofahren eine SMS oder auch mehrere. Am Fahrrad und auf dem Mofa ist das nicht anders. Der Helm hat sich etabliert, aber die Anschnalldisziplin ist in dieser Gruppe geringer als bei Erwachsenen, vor allem auf der Rückbank schnallen sich viele nicht an.

09.03.2018

„ReAction“ gegen Ablenkung am Steuer
Interview: Thomas Aistleitner

Ablenkung ist die häufigste Ursache für Unfälle im Straßenverkehr. Mit einem Workshop wird Schulklassen der Zusammenhang nähergebracht. Verkehrspädagogin Martina Otter erklärt, warum Aufklärung so wichtig ist.

Die Styropor-Figur, die den Fußgänger mimt, zerfetzt es in viele Teile. Das Smartphone beim Autofahren ist schuld, die Ablenkung verlängerte den Anhalteweg massiv. Auf eindrucksvolle und auch erschreckende Weise erfuhren die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule Saalfelden im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Brandlhof, wie fatal so ein Blindflug sein kann. Sie waren dabei, als der neue Aufklärungsspot von Land Salzburg und ÖAMTC gedreht wurde.

„ReAction“ heißt der Workshop des ÖAMTC, an dem pro Jahr zirka 3.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Salzburg teilnehmen. Martina Otter, Verkehrspädagogin beim ÖAMTC Salzburg, erklärt, warum Aufklärung so wichtig ist.

netzwerk-verkehrserziehung: Warum bietet der ÖAMTC den Workshop „ReAction” an?
Martina Otter: Ablenkung am Steuer ist die häufigste Unfallursache in Österreich.

Was ist unter Ablenkung alles zu verstehen?
Essen und Trinken beispielsweise, mit dem Beifahrer bzw. der Beifahrerin plaudern, das Navi einstellen oder andere Assistenzsysteme bedienen. Und an erster Stelle: die Beschäftigung mit dem Smartphone.

Die Unfallzahlen sind ja über die Jahre nicht steigend. Reiht sich die Ablenkung hier ein?
Nein. Die Ablenkung ist ein Trend, der mit den Smartphones erst richtig zugenommen hat. Andere Trends sind rückläufig, zum Beispiel durch Alkohol am Steuer verursachte Unfälle.

Was ist das Thema des Workshops?
Wir zeigen mit einem Fahrsimulator, wie sich eine verspätete Reaktion im Straßenverkehr auswirkt. Uns wird von den Jugendlichen immer wieder erklärt, dass man am Steuer WhatsApp-Nachrichten schreiben kann, die Instagram-Seite checken und auf Snapchat kommunizieren – und dennoch das Verkehrsgeschehen angeblich im Griff hat. Das stimmt aber nicht. Der Anhalteweg verlängert sich durch die verspätete Reaktion massiv, das wird den SchülerInnen oft erst am Fahrsimulator richtig bewusst. Mit den Workshops und dem neuen Aufklärungsvideo wollen wir vor Augen führen, dass die Handynutzung am Steuer lebensgefährlich ist.

An wen richten sich die Workshops?
An Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren, also an Schülerinnen und Schüler von Polytechnischen Schulen, Berufsschulen und Höheren Schulen.

Welchen Wissensstand haben die Jugendlichen, was die Handynutzung im Auto betrifft?
Sie wissen alle, dass das Hantieren mit dem Smartphone nicht erlaubt ist, auch wenn sie selbst noch keinen Führerschein haben. Aber es gilt als Kavaliersdelikt.

Was ist das Ziel des Workshops?
Bewusstseinsbildung durch Selbsterfahrung. Wir wollen keine Bestrafung, sondern klären auf, was passieren kann. Wir erklären die Reaktionszeit und den Reaktionsweg. Mit dem Simulator kann es dann jede/r selber ausprobieren. Man „baut“ einen Unfall, es crasht und die Windschutzscheibe zerbricht. Diese Erfahrung ist sehr beeindruckend. Es ist schon viel erreicht, wenn die Jugendlichen beginnen, miteinander zu sprechen. Es ist immer jemand dabei, der schon Erfahrungen mit dem Thema Ablenkung im Straßenverkehr hatte.

Wie wird der Workshop angenommen?
Das Interesse ist sehr groß. Wir führen den Workshop jetzt seit vier Jahren durch und die Anfragen von Schulen steigen von Jahr zu Jahr. Wir erreichen im Land Salzburg jedes Jahr ca. 3000 Jugendliche. Auch andere Landesvereine des ÖAMTC überlegen, einen Simulator anzuschaffen und den Workshop anzubieten. Unterstützt wird der Workshop von der AUVA und dem Land Salzburg.

Wie können sich Schulen anmelden?
Für unsere Verkehrssicherheitsprogramme gibt es eine Online-Anmeldung. Wir melden uns dann telefonisch für die Terminvereinbarung. Wir versuchen, jede Anmeldung innerhalb eines Schuljahrs abzuarbeiten.

26.11.2018

Verkehrssicherheitsberatung

Wie  die  Verkehrsunfallstatistik  zeigt,  sind  Jugendliche  und  junge  Erwachsene  überdurch-schnittlich  oft  an  Verkehrsunfällen  beteiligt.  Daher  bietet  das  Bundesministerium  für  Inneres  (BMI) Verkehrssicherheitsberatung an den Berufsschulen, Oberstufen der AHS, BHS und BMS an.

Polizist/innen kommen an  Schulen und diskutieren mit den Jugendlichen die Hauptunfallursachen (nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit mit Geschwindigkeitsüberschreitungen, fehlender Sicherheitsabstand, Alkohol am Steuer und Nichtverwendung des Sicherheitsgurts), die Unfallfaktoren und Unfallfolgen und natürlich das richtige Handeln im Straßenverkehr.

Dauer der Sicherheitsberatung: 2 Unterrichtseinheiten

Zielgruppe: Jugendliche ab dem 17. Lebensjahr

Ablauf:  Als  Einstieg  wird  in  einem  Film  dargestellt,  wie  ein  Discobesuch  mit  einem  Unfall  auf  dem  Nachhauseweg  endet.  Danach  werden  mit  Folien,  Bildern,  Power  Point  Präsentationen,  Originalfilmen  aus  dem  Zivilstreifeneinsatz  und  Road  Safety  Spots  die  Hauptunfallursachen  (nicht   angepasste   Fahrgeschwindigkeit   mit   Geschwindigkeitsüberschreitungen,   fehlender   Sicherheitsabstand,  Alkohol  am  Steuer  und  Nichtverwendung  des  Sicherheitsgurts),  die  Unfall-faktoren und die Folgen gemeinsam mit den SchülerInnen erarbeitet.

Mehr Informationen:
Erlass

03.09.2020

Safety4Kids
Interview: Michael Achleitner

Christoph Feymann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit erklärt im Interview wie.

Herr Feymann, worum geht es bei dem D-A-CH-Schulwettbewerb?
Schüler:innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz im Alter von 15 bis 19 Jahren können sich allein oder in Projektteams zum Thema Kindersicherheit zukunftsweisende Gedanken machen. Wir freuen uns auf viele kreativen Ideen und frischen Wind in Sachen Sicherheit für Kinder (von 0 bis 14 Jahren)! Das Motto lautet daher „SAFETY4KIDS: SCHULEN MACHEN SICHERHEIT – SICHERHEIT MACHT SCHULE“.

Welches Ziel verfolgt das KFV mit dem Bewerb?
Das Ziel ist es, die besten Projektideen vor den Vorhang zu holen und dieses Engagement von Jugendlichen auszuzeichnen. Und jene Ideen, bei denen wir überzeugt sind, dass sie einen großen Nutzen stiften, in die Realität umzusetzen, damit sie für mehr Sicherheit bei Kindern sorgen.

Wie könnten Ideen für Einreichungen aussehen?
Von A wie App bis Z wie Zebrastreifen in neuem Kleid: Ob Handy-App, reflektierende Sportoutfits, Safety-Gadgets, ein Sicherheitsspiel oder die Neugestaltung der Infrastruktur und und und … Kreativen Ideen für innovative Maßnahmen und Tools sind keine Grenzen gesetzt. Bewertet werden neben dem Nutzen für die Sicherheit auch die Praxistauglichkeit. Wenn es auch schon fertige, aktuelle Projektergebnisse von Schüler*innen gibt, die zur Sicherheit der jüngsten Generation beitragen, dann freuen wir uns sehr auf diese Einreichungen.

Wer kann bei dem länderübergreifenden Schulwettbewerb teilnehmen? Wie kann man sein Projekt bzw. Idee einreichen?
Schüler:innen bzw. Projektteams im Alter von 15 bis 19 Jahren – das sind in erster Linie Schüler:innen von Oberstufenklassen, berufsbildenden Schulen oder Berufsschulen können teilnehmen. Und natürlich deren engagierte Lehrkräfte, die diese Projekte mitinitiieren und betreuen. Der gesamte Einreichprozess erfolgt über die zentrale Plattform https://kindersicher.kfv.at

Bis wann muss man das Projekt einreichen?
Die Anmeldefrist läuft ab sofort und endet am 20. April 2024.

Wer wählt die besten Projekte aus und welche Kriterien gibt es dafür?
Eine Fachjury internationaler Präventionsexpert:innen wird die besten Projekte auswählen. Die Auswahlkriterien der Jury sind wie folgt: Unfallreduktionspotenzial, Klarheit der Zielsetzung und Aufgabenstellung, Innovationsgehalt/Kreativität, Relevanz für die Praxis und das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Welcher Gewinn wartet auf die Schüler:innen?
Alle Siegerteams aus den jeweiligen Ländern werden nach Wien eingeladen (die Reise- und Übernachtungskosten werden von uns getragen). Am 19. Juni werden sie im Rahmen einer Veranstaltung ausgezeichnet, das Gesamtsiegerteam erhält am 20. Juni 2024 im Technischen Museum Wien den KFV-Forschungspreis in Höhe von 3.000 Euro. Und natürlich werden wir die Jugendlichen dabei unterstützen, ihr Projekt bekannt zu machen und es umzusetzen.

13.12.2023

Kopfhörer im Straßenverkehr

Kopfhörer und Straßenverkehr – zwei Komponenten, die sich nicht besonders gut vereinen lassen. Denn das heutige Verkehrsaufkommen, die Fülle der verschiedenen Verkehrsteilnehmern, brauchen unsere vollste Aufmerksamkeit. Das veranschaulichen die folgenden Unterrichtsmaterialien für die 5. bis 8. Schulstufe:

Mobilität auf Klimakurs
Von Katharina Prochart

Bus, Bahn, Bike: Mobilität in Österreich ist vielfältig – und ein Schlüssel im Kampf gegen die Klimakrise. Umso wichtiger, die Wechselwirkungen von Mobilität und Klimaschutz bereits in der Schule zu thematisieren: Wie bewegt sich Österreich fort? Wie ist das anderswo? Und kann man eigentlich nachhaltig reisen? Die Unterrichtsmaterialien „Mobilität auf Klimakurs“ für die Oberstufe liefern die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten und regen zum Nachdenken an.

Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe 2

Auf 84 Seiten wird der Zusammenhang von Verkehr, Mobilität, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Wirtschaft altersgerecht aufbereitet. Zusätzliche Arbeitsblätter ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Thematik und regen zur Reflexion des eigenen Mobilitätsverhaltens an. Weitere Informationen zu den Unterrichtsmaterialien des Klimaschutzministeriums (BMK) finden Sie hier.

09.12.2024

Intelligent unterwegs

Was Mobilität heute ist und wie die Mobilität von morgen aussehen wird, das steht im Mittelpunkt der Unterrichtsmaterialien „intelligent unterwegs“. Mit dieser wird SchülerInnen in der Altersstufe von 14 bis 18 Jahren ein bewusster Umgang mit Mobilität, den Folgen für Mensch und Umwelt und die Mobilitätskonzepte von morgen aufgezeigt. Die Unterrichtsmaterialien stehen als Download zur Verfügung.

Mit den insgesamt 18 Unterrichtseinheiten eignen sich Jugendliche interaktiv Wissen über die Aus- und Wechselwirkungen des derzeitigen Verkehrssystems auf Mensch, Gesellschaft, Raum und Umwelt an. Sie setzen sich aktiv forschend mit dem Thema Mobilität der Zukunft auseinander, lernen zukunftsfähige Mobilitätskonzepte kennen und werden eingeladen an deren Realisierung mitzuarbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Vorteile und Risiken unterschiedlicher Mobilitätsformen und Verkehrsarten für den Menschen, seinen Lebensraum und für die Umwelt einzuschätzen und entsprechend ihrer Erkenntnisse zu handeln.

Aus dem so generierten Wissen wird ein kritisches Verständnis für den Verkehrsablauf und seine Komponenten aufgebaut, wodurch eine eigenständige, umweltgerechte Verkehrsmittelwahl möglich sein soll. Thematisiert wird nicht nur der Personen-, sondern auch der Güterverkehr (Straßen-, Schienen, Wasser- und Luftverkehr). Es werden die unterschiedlichen Verkehrs- und Transportmittel (Füße, Fahrräder, Sportgeräte (Inlineskates), Busse, Bahnen, Mofas, Motorräder, Autos, Lkw, Schiffe, Flugzeuge, …) gleichwertig behandelt – mit einem sinnvollen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, sowie zum Wohn- und Schulumfeld.

Aufbau der Unterrichtsmaterialien

Der Begriff Elektromobilität wird in den Unterrichtsunterlagen nicht nur für Elektroautos verwendet, sondern in einem wesentlich breiteren Kontext. Das Bundesministerium versteht unter Elektromobilität ein vernetztes Mobilitätssystem sämtlicher elektrifizierter Verkehrsmittel, die sowohl im Öffentlichen als auch im Individualverkehr eingesetzt werden. Elektromobilität als Querschnittsmaterie von Verkehr, Infrastruktur, Technologie, Energie und Umwelt ist ein starker Impulsgeber für neue Mobilitätskonzepte und die Integration von Mobilität in sogenannten Smart Cities.

24.06.2020
24.06.2020

Kurzparkzone

Kurzweiliges für lange Klassenstunden und Suppliereinheiten gefällig? Am besten zum Thema Mobilitäts- und Verkehrserziehung? Damit kann gedient werden. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) hat eine Materialiensammlung für SchülerInnen der 5. bis 6. und 7. bis 8. (9.) Schulstufe konzipiert, die sich mit folgenden Themen beschäftigt:

Gesund zur/von der Schule?

Der Gesundheitsbegriff besitzt für Jugendliche oft nur eine periphere Bedeutung. Man hört, was gesund wäre, vom Elternhaus und der Schule, möchte selber Erfahrungen sammeln, deren Auswirkungen kennenlernen. Gezielte Übungen und Anregungen zum kognitiven Selbstentdecken als kleiner Schritt zum Gesundbleiben auch im Sinne des „Nichtverunfallens“.

Handys im Straßenverkehr

Menschen verunglücken im Straßenverkehr, weil sie abgelenkt sind. Telefongespräche, lesen von SMS, Mails oder abhören von Sprachmitteilungen, SMS tippen – die Teilnahme am Straßenverkehr fordert aber die komplexe Nutzung unserer Sinne. Es ist an der Zeit, Diskussionen zu führen, die Vernunft anzuregen und sachlich zu argumentieren. Dazu dienen diese Unterlagen.

Kopfhörer im Straßenverkehr

Kopfhörer und Straßenverkehr – zwei Komponenten, die sich nicht besonders gut miteinander vereinen lassen. Denn das heutige Verkehrsaufkommen, die Fülle der verschiedenen Verkehrsteilnehmer, brauchen unsere vollste Aufmerksamkeit.
Sehen und Hören übernehmen eine zentrale Stellung bei der Nutzung der Sinne. Ihre Kombination ist an sich unschlagbar. Die Unterrichtsmaterialien appellieren an die Vernunft und thematisieren Geräusche, Beschallung und Erkennen im Verkehr.

Nachhaltig zur Schule?

Motorisierte Mobilität gehört zu den Hauptverursachern ressourcenvernichtender Entwicklung. Ideen und Programme sollen entgegenarbeiten und Perspektiven aufzeigen. Mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ übertitelt, sucht man nach Wegen, Entwicklung und Wohlstand zur ermöglichen und trotzdem die Negativauswirkungen einzubremsen. Eine große Aufgabe!

Unterlagen zur Information und Diskussion finden sich in den Foldern. Bestellmöglichkeiten und

Mobilität morgen

  

Unterrichtsmaterialhefte zum Thema Mobilität/Verkehr vom Klimabündnis Österreich:

  • Verkehr und Klima
  • Verkehr und Mobilität
  • Verkehr: Global – Lokal
  • Verkehr: Auswirkungen auf Gesundheit und Raum

Unterrichtsmaterialien ab der 5. Schulstufe

Jugend Aktiv Mobil!

Das Handbuch des Projekts „AktivE Jugend” gewährt Einblicke in Chancen und Herausforderungen der Mobilität von Jugendlichen in städtischen Straßen und Freiräumen durch mobile Technologien. Für den Schulunterricht geeignet.

Download des Handbuchs

„Intelligent unterwegs”

Was Mobilität heute ist und wie die Mobilität von morgen aussehen wird, das steht im Mittelpunkt der Unterrichtsmaterialien „intelligent unterwegs“. Mit dieser wird SchülerInnen in der Altersstufe von 14 bis 18 Jahren ein bewusster Umgang mit Mobilität, den Folgen für Mensch und Umwelt und die Mobilitätskonzepte von morgen aufgezeigt. Die Unterrichtsmaterialien stehen als Download zur Verfügung.

Zu den Unterrichtsmaterialien

Klimabilanz des Schulwegs

Dieses Schulprojekt dient dazu, SchülerInnen der 5. bis 8. Schulstufe bezüglich des CO2-Ausstoßes zu sensibilisieren, den sie auf ihrem Schulweg verursachen. Langfristiges Ziel des Projekts könnte es sein, sich nach dem Errechnen des Ist-Zustandes vorzunehmen, innerhalb eines Semesters den CO2-Ausstoß der Klasse um eine gewisse Prozentzahl zu reduzieren.

Zu Beginn tragen die SchülerInnen die Entfernung von zu Hause zur Schule, die sie mit den entsprechenden Verkehrsmittel zurücklegen, in das CO2-Berechnungblatt ein. Mit Hilfe der Tabellenanleitung berechnen die SchülerInnen ihren jährlichen CO2-Ausstoß für den Schulweg und schreiben das Ergebnis samt Verkehrsmittel auf die Tafel.

Hier können Sie das CO2-Berechnungsblatt als PDF-File herunterladen.

Kurzparkzone

Ablenkung durch Handy und über Kopfhörer, gesund zur/von der Schule und nachhaltige Mobilität.

Diese Themen wurden in dem Unterrichtsmaterial gut aufbereitet für den Unterricht in der Verkehrs- und Mobilitätserziehung. Auch ein kurzfristiger Einsatz in Suppliereinheiten ist ohne Vorbereitung möglich und für Schüler/innen sicher interessant.

Bestellung und Download im Publikationenshop des BMB: http://pubshop.bmb.gv.at
bzw. im BMB bei Kamala Klebanova (kamala.klebanova@bmb.gv.at)

Die Zukunft gestalten: Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler
Von: Katharina Prochart

Besonders grün, ruhig, belebt oder inklusiv – wie sieht die ideale Zukunftsstraße aus? Die Bundeszentrale für politische Bildung ist auf der Suche nach kreativen Antworten auf diese Frage: Bis 5. Dezember 2024 können Schülerinnen und Schüler der 4. bis 8. Schulstufe ihre Ideen einschicken und tolle Preise gewinnen.

Modell einer Zukunftsstraße

Die Zukunftsstraßen werden von den Schülerinnen und Schülern Schritt für Schritt entwickelt. Zunächst setzen sie sich mit dem Ist-Zustand einer Straße in ihrer Umgebung auseinander: Wie hört sie sich an? Wie sieht sie aus? Wie fühlt es sich an, hier unterwegs zu sein? Anschließend wandeln die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in Ideen um und entwickeln gemeinsam ein digitales oder reales Modell ihrer idealen Zukunftsstraße.   

Um das Projekt und die wichtigsten Arbeitsergebnisse im Anschluss der Jury vorzustellen, werden eine Multimedia-Präsentation oder Infotafeln eingeschickt. Auch ein Projektbericht ist zu verfassen. Einsendeschluss ist der 5. Dezember 2024. Weitere Infos zu Anmeldung, Aufgabestellung und Teilnahme finden Sie hier.

02.09.2024

Neue Materialien!
Interview: Michael Achleitner

Welche Rolle spielt das Jugendrotkreuz bei der Freiwilligen Radfahrprüfung, welche Aufgaben übernimmt es in diesem Zusammenhang?
Belma Hodzic: Die Freiwillige Radfahrprüfung des Österreichischen Jugendrotkreuzes macht Kinder seit Jahrzehnten fit für den Straßenverkehr. Dabei geht es um das spielerische Erlernen von wichtigen Fertigkeiten im Straßenverkehr wie auch die praktische Übung. Nach bestandener Prüfung dürfen die Kinder allein mit dem Fahrrad unterwegs sein. Mit dem Programm vermitteln wir Kindern in der 4. Schulstufe wichtige Kenntnisse und minimieren damit das Risiko von Gefahren im Straßenverkehr.

Die Materialien zur Freiwilligen Radfahrprüfung wurden komplett überarbeitet. Was ist neu?
Die Lern- und Prüfungsunterlagen der Freiwilligen Radfahrprüfung wurden tiefgreifend überarbeitet und auf den letzten fachlichen und pädagogischen Stand gebracht. In die Überarbeitung waren Pädagog:innen sowie unsere Partner, die Polizei, AUVA, ÖAMTC, KfV und das Bildungsministerium, involviert, um das Programm von allen Seiten fachlich zu betreuen.  
Die Kinder erhalten nun ein 60-seitiges Lern- und Mitmachheft. Die beliebten Figuren Finn + Funny begleiten sie darin mit lehrreichen Geschichten auf ihrem Weg zur Prüfung. Dazu gibt es Merksätze und Übungen mit vielen Verkehrssituationen. Jedes Kapitel wird mit einem Check abgeschlossen, um das Gelernte zu überprüfen.

Es gibt auch eine neue Materialienwebsite. Was bietet diese?
Die neue Website www.radfahrprüfung.at ist ein ergänzendes, ganz großartiges Medium, mit dem die Kinder auch online viele Prüfungsbeispiele üben und sich so vorbereiten können. Die verschiedenen Bausteine können im Einzelsetting, in der Klasse aber auch zu Hause mit den Eltern erarbeitet werden.

Die theoretische Radfahrprüfung kann jetzt auch online gemacht werden kann. Was bedeutet das in puncto Datenschutz?
Die Prüfung ist anonym und sicher. Wir nehmen Datenschutz sehr ernst. An keiner Stelle werden personenbezogene Daten der Kinder gesammelt. Eine Zuordnung erfolgt lediglich über Codes, die an die Lehrkräfte versendet werden (siehe Infokasten rechts).

Welchen Hintergrund haben die Vorlesegeschichten auf der Website?
Am Anfang jedes Kapitels gibt es eine themenbezogene Vorlesegeschichte. Diese kann als Einführungsgeschichte im Unterricht eingesetzt werden, um die Kinder für das jeweilige Thema zu sensibilisieren bzw. zur Diskussion anzuregen. Die Geschichte kann vorgelesen, aber auch über einen QR-Code angehört werden. Am Ende jeder Geschichte gibt es Merksätze, die das Gelernte festigen sollen.

Zu jedem Kapitel gibt es auch Erklärvideos. Was war Ihnen bei der Produktion wichtig?
Die Idee dahinter war, dass sich die Kinder sowohl in der Schule als auch zu Hause weitere, realitätsnahe Tipps und Beispiele zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr ansehen können. Die Videos sind kurz und somit auf die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder abgestimmt.

Was bieten die Arbeitsblätter?
Die Arbeitsblätter können sowohl im Unterricht als auch als Hausübung eingesetzt werden und dienen dazu, das im Unterricht Gelernte zu wiederholen und zu festigen. Die ergänzenden Arbeitsblätter sowie die passenden Lösungen dazu sind ebenfalls auf der Website www.radfahrprüfung.at als Download zu finden.

Haben Sie bereits Feedback bekommen?
Ja, wir haben ganz tolles Feedback bekommen. Die Unterlagen werden sehr gerne bestellt und im Unterricht verwendet. Das Lern- und Mitmachheft ist sehr schön, übersichtlich und innovativ geworden und kann fächerübergreifend eingesetzt werden.

Wie können die Kinder am besten für die Radfahrprüfung üben?
Neben der theoretischen Beschäftigung mit dem Thema Radfahren und dem sicheren Umgang im Straßenverkehr, darf natürlich auch auf das praktische Üben nicht vergessen werden. Neben dem Üben mit den Eltern zu Hause, kann auch eine Praxiseinheit im Rahmen des Unterrichts sinnvoll sein. Dazu kann mit der Schulklasse ein Übungsparcours am Schulgelände gestaltet oder auch der Besuch eines Verkehrsübungsplatzes eingeplant werden.

Wie meldet man sich als Schule an?
Die Anmeldung zur Freiwilligen Radfahrprüfung für Schulklassen ist je nach Bundesland unterschiedlich. Diese kann in der 4. oder 5. Schulstufe sowohl in der Unterrichtszeit, als auch im Rahmen einer schulbezogenen Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Die Theorieprüfung wird von der Lehrperson in der Klasse oder den Polizeibeamt:innen durchgeführt und abgenommen. Nach bestandener Theorieprüfung kann die praktische Prüfung absolviert werden. Danach erhält das Kind seinen Radfahrausweis. Sollte ein Kind die Radfahrprüfung nicht bestehen, darf diese wiederholt werden.

20.09.2024

„Wissen schützt vor Unfällen!“
Interview: Katharina Prochart

Die Bahn zählt zu den sichersten Verkehrsmitteln in Österreich. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen an Bahnanlagen. Welche Regeln es im Bahnverkehr zu beachten gilt, erfahren Schülerinnen und Schüler in der ÖBB-Sicherheitsstunde.

Was ist die ÖBB-Sicherheitsstunde an Schulen?
Herbert Ofner: Bei dem speziell für Schüler:innen entwickelten Sicherheitsvortrag geht es um Bewusstseinsbildung für sicheres Verhalten an Bahnanlagen. Um es gleich vorweg ins richtige Licht zu rücken: Das heißt nicht, dass Bahnfahren gefährlich ist. Im Gegenteil: Die Bahn zählt zu den sichersten Verkehrsmitteln in Österreich. Eine Fahrt mit der Bahn ist in Österreich rund 150-mal sicherer als eine Fahrt im Straßenverkehr! Aber es gibt im Bahnverkehr und an Bahnanlagen gewisse Regeln, die beachtet werden müssen.

Wie läuft die Sicherheitsstunde ab?
Die „Sicherheitsbotschafter:innen“ der ÖBB informieren über die Besonderheiten im Bahnverkehr und erklären, was es dabei zu beachten gibt. Der Vortrag ist kurzweilig, mit vielen Bildern und Kurzvideos, und im Anschluss bleibt immer genügend Zeit für Diskussionen.

Was ist das Ziel?
Ziel ist die Vermeidung von Unfällen durch Bewusstseinsbildung. Alle Schülerinnen und Schüler, die wir mit unseren Vorträgen erreichen, und jeder dadurch vermiedene Unfall sind bereits ein Erfolg!
Wissen schützt vor Unfällen! Wer etwa weiß, dass Strom aus Starkstrom-Oberleitungen auch aus größerer Entfernung auf Menschen überspringen und so zu schwersten bis tödlichen Verletzungen führen kann, wird erst gar nicht auf die Idee kommen, auf abgestellte Waggons zu klettern. Und wer eindringlich vermittelt bekommen hat, dass Züge wegen des sehr langen Bremsweges niemals rechtzeitig vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis halten können, wird auch nicht mehr unbedacht illegal Abkürzungen über Gleise nehmen.

Wo gibt es besondere Risiken im Bahnverkehr und an Bahnanlagen?
Risiken ergeben sich, wenn aus Unwissenheit, Leichtsinn oder gar im Rahmen von Mutproben Regeln nicht eingehalten werden. Die vier wichtigsten Botschaften zur Sicherheit an Bahnanlagen sind:

  • Nie die Sicherheitslinie auf dem Bahnsteig überschreiten, solange der Zug nicht zum Stillstand gekommen ist!
  • Gleise ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen queren!
  • Niemals auf abgestellte Waggons klettern! Das ist nicht nur illegal, sondern auch lebensgefährlich: Durch die Oberleitungen, die sich oberhalb der Züge und Waggons befinden, fließen 15.000 Volt. Die Spannung ist so hoch, dass der Strom auch überspringen kann, wenn man die Leitung nicht berührt.
  • Höchste Achtsamkeit beim Queren von Eisenbahnkreuzungen – egal ob mit dem Auto, dem Moped, dem Rad oder zu Fuß. Hier passieren am häufigsten Unfälle.

Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es notwendig, diese Regeln einzuhalten. Einen ersten Eindruck von den Themen kann man online auf www.passaufdichauf.at gewinnen.

An wen richtet sich das Angebot?
Bedarf an Information und Bewusstseinsbildung gibt es österreichweit, selbst wenn eine Schule nicht unmittelbar in der Nähe einer Bahnstrecke liegt. Denn die Sicherheitsregeln betreffen auch das Verhalten an Gleisanlagen, sind also unabhängig von einer Bahnfahrt. Wir setzen mit unserer Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit bereits bei Schülerinnen und Schülern an, unser Angebot richtet sich insbesondere an die 7. und 8. Schulstufe. Hier sind wir aber auf Wunsch flexibel.

Wohin kann man sich bei Interesse wenden? 
Bei Interesse an einem Vortrag einfach ein E-Mail an SicherheitmachtSchule@oebb.at schreiben. Diese Adresse ersetzt ab sofort die alte E-Mail-Adresse (Sicherheitskampagne@oebb.at).
Unsere Sicherheitsvortragenden kommen aber auch direkt mit dem Angebot auf Schulen zu, einen Vortrag zu halten. Meine Bitte an die Schuldirektor:innen: Ermöglichen Sie diesen Vortrag, es geht um die Sicherheit Ihrer Schüler:innen!

14.01.2025

200 Jahre auf 2 Rädern
Von Thomas Aistleitner

Das Prinzip ist so einfach wie überzeugend: Schneller vorankommen, weitere Strecken zurücklegen – bei gleichem Energieverbrauch des Körpers. Die Kraftübertragung durch Pedale macht es möglich. Nimmt man diesen Trick als Erfolgsgeheimnis des Fahrrades, dann feiern wir genaugenommen im falschen Jahr Geburtstag.

Denn wenn wir heuer „200 Jahre Fahrrad“ sagen, beziehen wir uns auf das Laufrad von Freiherr Karl Friedrich von Drais aus 1817. Doch diese „Draisine“ war ein Laufrad und etablierte zwar das Prinzip zweier hintereinanderlaufender Räder, aber ein Fahrrad war das noch nicht.

Erst viel später, 1869, brachte Moritz Fischer, auch ein Deutscher, Pedale am Vorderrad des Laufrades an, Kette und Luftreifen folgten erst später. Aber damit war eine Erfolgsgeschichte eingeleitet, die noch lange nicht zu Ende scheint. Im Gegenteil, das Fahrrad profitiert sowohl von steigenden Energiepreisen als auch von strengeren Umweltvorschriften.

Hier sind einige ausgewählte Links zum Geburtstag, zum Radfahren und zur organisatorischen und rechtlichen Fragen. In diesem Sinn: Alles Gute zum Geburtstag und auf viele Radjahre!

Geschichte
Die Nutzung des Fahrades für Kinder erzählt (ab Sekundarstufe 1)
www.kindernetz.de/

Die Geschichte des Fahrrades für Kinder erzählt (für Jugendliche)
www.helles-koepfchen.de/

200 Jahre Fahrrad
www.radlobby.at/200jahre

Über das Fahrrad

Objekte und Fotos im Technischen Museum Wien
www.technischesmuseum.at/

Viele Berichte auf www.schule.at
www.schule.at/

Das Fahrrad im Unterricht
Stundenbilder zur Integration des Themas Radfahren in den Lehrplan
www.radmobil.steiermark.at/

Sicher mit dem Rad unterwegs
Infos und Materialien zur Freiwilligen Radfahrprüfung
www.jugendrotkreuz.at/

Die neue Seite zur Freiwilligen Radfahrprüfung mit Tests und Aufgaben zum Üben.
www.radfahrprüfung.at

Radfahren und Schule: Richtlinie Radfahrprüfung und Haftpflichtversicherung
www.netzwerk-verkehrserziehung.at

Informationen der Bundesländer zur Radfahrprüfung:

Der Radworkshop der AUVA – ca. 50%-ige Chance auf Teilnahme im ersten Jahr, spätestens im zweiten Jahr sollte es klappen:
www.radworkshop.info/

Radhelme – die Rechtslage
www.netzwerk-verkehrserziehung.at/

Die Maus erklärt den Fahrradhelm für Kinder (Video):
www.wdrmaus.de/

Kinder auf dem Fahrrad
www.netzwerk-verkehrserziehung.at/

Alles über Radfahren mit Kindern:
www.radlobby.at/kindertransport

Für engagierte Radfahrer
Der Bundesverband der Radfahrorganisationen mit Länderinfos:
www.radlobby.at/oesterreich

Archiv für ältere Radlobby-Artikel
www.argus.or.at

Radfahren und das Bundesministerium für Klimaschutz:
www.bmk.gv.at/radfahren

Radfahren ist gesund:
Fonds Gesundes Österreich
www.fgoe.org/

Europäisches Fahrradlexikon:
www.bmk.gv.at/

Nach der Radfahrkarriere als Gast in der Pedalrikscha:
http://radelnohnealter.at

Drahtesel – das österreichische Magazin für alle, die mit dem Rad unterwegs sind:
www.drahtesel.or.at/abo/

27.03.2017

Wenn Kinder in der Stadt Rad fahren
Interview: Thomas Aistleitner

Wer traut sich, sein Kind allein in Wien auf die Straße zu schicken? Was brauchen Kinder, um im Großstadtverkehr sicher zu sein? Der Verein „Schulterblick – Die Wiener Radfahrschule“ hat dafür eine Ausbildung entwickelt. Gründer Robert Fuchs erklärt, worauf es ankommt.

Kinder dürfen ab 12 Jahren ohne Begleitung eines Erwachsenen im Verkehr Rad fahren. Wenn sie die Radfahrprüfung absolviert haben, bereits mit vollendetem 9. Lebensjahr (und gleichzeitigem Besuch der 4. Schulstufe). Gerade das Radfahren im Großstadtverkehr erfordert allerdings eine gezielte Vorbereitung, die über die Inhalte der Radfahrprüfung hinausgeht! Der Verein Schulterblick bietet in diesem Sinne Kurse für Schulklassen und außerschulische Kurse an.

Wie ist „Schulterblick“ entstanden?
Robert Fuchs: Aus der Beobachtung heraus, dass sehr wenige Kinder in Wien mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Für die vierte Schulstufe gibt es die freiwillige Radfahrprüfung...
... ja, und viele Kinder absolvieren diese Prüfung. Trotzdem gelingt ihnen der Sprung in den Verkehrsraum nicht.

Eine Auffassung, die auch von Experten geteilt wird. Die Wiener Innenstadt mit ihren großen Straßen und querenden Radwegen ist eine andere Situation als ein kleiner Ort mit Gemeindestraßen.
Ja, die Radfahrprüfung ist eine punktuelle Kontrolle. Für den Großstadtverkehr genügt das nicht.

Was lernen Kinder bei der „Schulterblick“-Ausbildung?
Bei uns geht es in erster Linie  um die Verständigung mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Miteinander im Verkehr, kommunikativ und kooperativ. Das macht die Vermittlung einfacher als über die Regeln.

Es geht darum, dass man sich auch auf Regeln nicht immer verlassen kann, dass man immer überprüft, ob man gerade sicher unterwegs ist und gesehen wird. Sie wollen die soziale Kompetenz der Kinder im Verkehr stärken?
Ich würde es kooperative Kompetenz nennen. Wir bieten einen ersten Einstieg in das Radfahren im Stadtverkehr und die Kinder lernen, in der Gruppe zu fahren.

Wie kann man sich das vorstellen?
Radfahren im Stadtverkehr ist dann attraktiv, wenn andere VerkehrsteilnehmerInnen nicht als Hindernisse oder Gefahrenquellen wahrgenommen werden, sondern als InteraktionspartnerInnen. RadfahrerInnen, die bereit sind, mit anderen zu kommunizieren und kooperieren, sind sicher unterwegs und tragen zu einer angenehmen Atmosphäre im Stadtverkehr bei. Für Kinder ist diese Art des Radfahrens leicht verständlich und die Umsetzung macht ihnen Spaß.

Können auch Kinder, die noch nicht sicher Rad fahren, teilnehmen?
Ja! Durch das enge Betreuungsverhältnis ist es uns möglich, auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder einzugehen. Die Einschätzung des Fahrkönnens erfolgt zu Beginn am Übungsplatz. Sollte jemand noch nicht für die Runde am Radweg bereit sein, gibt es ein individuelles, betreutes Programm am Übungsplatz. Jedes Kind, das den Kurs erfolgreich absolviert hat, erhält eine Schulterblick-Urkunde.

Das Üben im Verkehrsraum stellt speziell in Wien etwas Neues dar. Wie sind die Reaktionen?
Kinder und LehrerInnen sind begeistert – wir haben mittlerweile schon Interessensbekundungen für das Frühjahr 2020. ExpertInnen sind sich einig, dass das Üben im Verkehrsraum wichtig ist. Nachzulesen etwa im Masterplan Radfahren 2015–2025, in den Richtlinien zur Freiwilligen Radfahrprüfung des BMBWF oder im Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm.

Was kostet ein Kurs bei „Schulterblick“?
Radfahrkurse für Schulklassen werden in Wien im Auftrag der Mobilitätsagentur und in Niederösterreich für RADland NÖ durchgeführt. In diesem Rahmen sind sie für die Klassen kostenfrei. Die Kosten für zusätzliche Kurse richten sich nach Dauer und Gruppengröße.

Wie kann man sich anmelden?
Die Kurse sind für die 4. und 5. Schulstufe. Die KlassenlehrerInnen melden ihre Klasse bei uns an. Es gibt Kontingente. Für dieses Schuljahr ist die Anmeldung abgeschlossen. Für das Schuljahr 2018/19 kann man sich schon vormerken lassen. Näheres finden Sie hier.

Was müssen Kinder zum Kurs mitbringen?
Der Aufwand für die Klassen und ihre LehrerInnen ist sehr gering. Wir haben einen Übungsplatz, wir haben die Fahrräder hier, und wir haben Helme. Einem geglückten Ausbildungstag steht nichts im Weg!

Haben Sie selbst Kinder, die Sie auf den Straßenverkehr vorbereitet haben?
Mein Sohn fährt seit Jahren im 17. Bezirk in die Schule. In die Volksschule sind wir mit einem Trailer-Bike gefahren, dann gemeinsam, jeder mit seinem Rad, und seit er 12 Jahre alt ist, fährt er allein.

03.04.2018

https://bildungshub.wien/schulterblick-radfahrkurse

Toter Winkel = Todeswinkel

Wie die Unfallzahlen zeigen, können selbst viele Erwachsene den Bereich des toten Winkels bei Fahrzeugen nur schwer einschätzen. Umso wichtiger ist es, bereits bei Kindern ein Bewusstsein für diesen Gefahrenbereich zu entwickeln. Dazu ist es notwendig, den abstrakten Begriff an einem Beispiel zu visualisieren.

Verkehrssicherheitsprojekt „Trixi“

Das Verkehrssicherheitsprojekt „Trixi“ ermöglicht genau das, nämlich dass SchülerInnen selbst einmal die Gefahr des toten Winkels aus der Sicht oder eben „Nicht-Sicht“ des LKW-Fahrers zu erleben. Pro Aktion/Stunde (60 Minuten, keine Schulstunde) kann max. eine Klasse der 3. bis 9. Schulstufe an der Übung teilnehmen. Am stehenden LKW laufen SchülerInnen in den „Toten Winkel“ hinein, ein anderes Kind beobachtet aus der Position des LKW-Fahrers, wie lange die laufenden SchülerInnen gesehen werden. Mit Hütchen werden die Stellen markiert, an denen die SchülerInnen aus dem Sichtbereich des Fahrers „verschwunden“ sind, um so den Toten Winkel für die Kinder „sichtbar“ zu machen. Diese einfache Demonstration ist sehr lehrreich und wird von der Initiative Sichere Gemeinden gemeinsam mit dem ÖAMTC, ARBÖ, KfV, AUVA, Landesschulrat und dem Land Vorarlberg angeboten.

Vorbereitung

Um einen optimalen Nutzen mit der Aktion zu erzielen ist es notwendig die Kinder auf das Thema vorzubereiten. Die ausgewählten Unterlagen erhalten LehrerInnen mit der Anmeldebestätigung (Download des Anmeldeformulars).

  • Für den Ort der Demonstration wählen Sie bitte einen geraden, asphaltierten Platz oder eine Straße (ohne Lärmbelästigung – Brunnen, Verkehr, usw.) der ca. 20 m lang und 7 m breit ist. Falls der Schulplatz verwendet wird, sollten keine andern Kinder die Aktion stören
  • Kontaktaufnahme mit einem örtlichen Frächter oder Transportunternehmen wegen der Bereitstellung eines LKWs (ideal ist ein so genannter „Auflieger“ oder mindestens ein „18-Tonner“)
  • Ansuchen wegen Platz- oder Straßensperre (Gemeinde, BH) falls notwendig
  • Information über die Veranstaltung an die örtliche Polizei
  • Zwei Aufsichtspersonen (Klassenlehrer + bspw. Lehrer oder Elternteil)
  • Bereitstellung von 2 Fahrrädern mit Helmen

Weitere Informationen:
Sicheres Vorarlberg
Realschulstraße 6
A-6850 Dornbirn
Tel.: 05572/54343-0
E-Mail: info@sicheresvorarlberg.at

23.06.2020


https://www.sicheresvorarlberg.at/programmangebot/trixi-toter-winkel/

Der „Führerschein” fürs Fahrrad
Von Thomas Aistleitner

Die freiwillige Radfahrprüfung ist ein Klassiker der Verkehrserziehung in Österreichs Schulen. Wer sie ablegt und die vierte Klasse Volksschule besucht, darf bereits mit 9 Jahren allein mit dem Rad auf der Straße unterwegs sein. Nicht geprüfte Kinder müssen bis zum 12. Geburtstag warten. Die Prüfung kann im Lauf des vierten Volksschuljahrs abgelegt werden. Für die Prüfungsvorbereitung gibt es ein Lehrheft, das in mehreren Sprachen erhältlich ist. Alle Materialien können kostenlos über das Jugendrotkreuz bestellt werden. Auf der dazugehörigen Website können Verkehrssituationen wie Kreuzungen und Vorrangregeln im Quizmodus besprochen und gelöst werden.

Aber Lehrerinnen und Eltern wissen, dass zum Radfahren mehr gehört als nur das Wissen über Verkehrszeichen und Verkehrsregeln. In den Wochen vor der Prüfung stellt sich oft genug heraus, dass das Anwenden des gelernten Wissens im Straßenverkehr eine Herausforderung ist.

Unsicherheiten beim Radfahren

Immer öfter hört man, dass für manche Kinder das Radfahren an sich schwierig ist. Vor dem Antreten zur Prüfung heißt es nicht nur Theorie zu lernen, sondern auch das Radfahren zu üben. Kinder, die zu Hause keine Unterstützung durch Eltern oder Geschwister haben, tun sich schwer.

In Tirol hat man sich bereits vor 45 Jahren überlegt, wie Kinder zu sicheren Radfahrern werden können. Daraus entstand ein in Österreich einzigartiges Projekt, die „Mobile Jugendverkehrsschule Tirol“. Zwei für diese Tätigkeit freigestellte Lehrer besuchen jede Volksschule in Tirol. Die Übungen finden in der Verkehrswirklichkeit statt (Ausnahme Stadt Innsbruck). Die beiden Trucks führen einen kompletten Verkehrsgarten samt Fahrrädern mit sich, sodass in den Wintermonaten ein Parcours in der Halle aufgestellt werden kann. Jeder Schulstandort wird dreimal angefahren. Zweimal wird geübt und beim dritten Mal findet die praktische Prüfung statt.

„Wir helfen den Schülerinnen und Schülern, ihren ersten Führerschein zu bekommen“, erklären Matthias Mangweth und Oswald Heim, die beiden Verkehrserzieher. „Nahezu 100 % der Tiroler Volksschulen machen mit“, ergänzt Wolfgang Haslwanter, Verkehrserziehungsreferent an der Bildungsdirektion Tirol. „Wir unterrichten jedes Jahr an die 7.000 Kinder.“ Das bedeutet, dass es in jedem Schuljahr 500 Termine gibt, an denen einer der beiden Trucks eine Schule anfährt. Bis zu vier Termine mit jeweils 100 Minuten können es pro Schule werden.

Schwierige Verkehrssituationen

Mangweth und Heim wissen aus nächster Nähe, welche Situationen im Verkehr für Kinder besonders herausfordernd sind. „Vor allem der Schulterblick“, sagt Mangweth, „das Umschauen während der Fahrt. Man kann Kindern beibringen, wie sie es machen müssen und in welcher Situation. Aber ein wirkliches Verständnis dafür entwickeln sie nach meiner Erfahrung erst mit 10/11 Jahren.“

Wie sieht es mit der Beweglichkeit der heutigen Kinder aus? Wolfgang Haslwanter sieht hier wenig Probleme. „Wer sich einigermaßen koordiniert bewegen kann, lernt sehr schnell Rad fahren. Schon öfters ist es gelungen, einen Nichtradfahrer nach wenigen Übungseinheiten zum Radfahrer zu machen. Am Anfang schauen die Kinder zu viel auf den Boden. Sobald sie sich trauen nach vorne zu schauen, klappt es mit dem Radfahren.“

04.10.2022

Mobilitäts-Bingo

Das Mobilitäts-Bingo ist eine spielerische und motivierende Challenge, die Teilnehmer:innen dazu anregt, ihr alltägliches Mobilitätsverhalten zu hinterfragen und nachhaltigere Alternativen zu erproben. Durch das Ausfüllen eines Bingo-Spielfeldes mit verschiedenen umweltfreundlichen Aktivitäten werden die Teilnehmer:innen ermutigt, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und ihre Fortschritte zu dokumentieren.

Ziel

Die Förderung und Auseinandersetzung mit umweltfreundlichen Mobilitätsformen im Alltag und stärkerer Austausch über Nachhaltigkeit in Familien, Freundeskreisen und in der Gemeinschaft

Zielgruppe

Jede Person kann mitmachen.

Materialien

  • Mobilitäts-Bingo-Karte
  • Challenge-Book zur Dokumentation

Wie setze ich die Aktion um?

Die Umsetzung ist unkompliziert: Sie können das Bingo entweder direkt über unseren Webshop bestellen oder die Vorlage kostenlos herunterladen und selbst ausdrucken. Die Karten werden an interessierte Personen verteilt, die dann im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche eine Woche lang verschiedene Mobilitätsformen ausprobieren. Dabei entscheiden die Teilnehmenden selbst, welche Felder sie erfüllen möchten – ob zu Fuß zur Arbeit gehen, das Fahrrad nutzen, öffentliche Verkehrsmittel ausprobieren oder eine Fahrgemeinschaft bilden.

Sobald fünf Felder in einer Reihe – horizontal, vertikal oder diagonal – erfüllt sind, besteht die Möglichkeit, am Gewinnspiel teilzunehmen. Das schafft zusätzliche Motivation und bringt einen spielerischen Anreiz, den eigenen Alltag bewusst nachhaltiger zu gestalten. Bewerben Sie die Aktion rechtzeitig über Ihre Kanäle wie Website, Intranet, Newsletter, schwarzes Brett, Social Media oder lokale Medien.

Durch ihre einfache Handhabung eignet sich das Mobilitätsbingo ideal für Kurzentschlossene und bietet einen niederschwelligen Einstieg in das Thema nachhaltige Mobilität.

Gut zu wissen: Betriebe und Vereine können das Bingo nutzen und auch intern einen Wettbewerb initiieren und mit einem eigenen Gewinnspiel kombinieren.

 

Wie nehme ich am Gewinnspiel teil?

Gewinnspiel: Die Österreichische Koordinationsstelle verlost österreichweit unter allen Teilnehmenden des Mobilitätsbingos einen tollen Preis! Schicken Sie uns einfach ein Foto Ihres ausgefüllten Mobilitätsbingos und Sie landen im Lostopf für ein VELLO Faltrad! Mehr dazu erfahren Sie unter Gewinnspiel

 

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Produkte zu dieser Aktion

Mobilitätswochen-Bingo (25 Stück)

Das perfekte Material, um Einzelpersonen zur Teilnahme an der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE zu begeistern. Mit selbst gesetzten Challenges können Teilnehmer:innen #MeterMachen […]

Zum Selbstdrucken: Mobilitätswochen-Bingo

Das perfekte Material, um Einzelpersonen zur Teilnahme an der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE zu begeistern. Mit selbst gesetzten Challenges können Teilnehmer:innen #MeterMachen […]

Schlüsselanhänger „Edgar und Ella“

Schlüsselanhänger zum Verteilen im Rahmen der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE.

Fahrrad Reflektoren (20 Stück)

Die Fahrrad-Reflektoren in Edgar- und Ella-Form können Sie auch jetzt wieder für Ihre nächste Fahrradfahrt bestellen. ACHTUNG: Die Reflektoren werden […]

Tragetasche (5 Stück)

Die Falttasche der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE „Klima schützen? Läuft bei mir!“ ❗ ACHTUNG: Die Tragetaschen werden in 5er Schritten gepackt! Eine […]

Flyer mit allgemeinen Infos (50 Stück)

Postkarte A6, EMW kurz und knapp erklärt. ❗ ACHTUNG: Die Flyer werden in 50er Schritten gepackt! Eine Bestellangabe von „2“ […]

Velobus

Der Velobus ist eine Radfahr-Gemeinschaft mit der Schüler:innen gemeinsam mit dem Rad zur Schule fahren. Der Velobus kann entweder entlang einer fixierten Route an Haltestellen stattfinden oder an einem bestimmten Tag, an dem alle Kinder eingeladen sind mit dem Rad zur Schule zu kommen. Schüler:innen unter zwölf Jahren, die noch keinen Fahrradausweis besitzen, werden dabei von einer freiwilligen Aufsichtsperson begleitet. So trainieren die Schüler:innen das Radfahren im lebensechten Umfeld.

Was sind die Vorteile?

  • Mehr Sicherheit für alle im Schulumfeld durch den verringerten Hol- und Bringverkehr via Auto.
  • Die Schülerinnen und Schüler festigen das richtige Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr.
  • Mehr Bewegung an der frischen Luft fördert die Gesundheit und die Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht.
  • Eigene Erfahrungen stärken die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler.
  • Das soziale Miteinander macht Spaß und fördert das Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl der Schülerinnen und Schüler.
  • Schont die Umwelt, denn mit dem Rad zurückgelegte Wege verursachen keine Abgase.

03.07.2024

Spannende Zeitreise durch die Geschichte der Öffis in Wien

Ergänzend zum Lehrausgangangsangebot in die „remise” (das Verkehrsmuseum der Wiener Linien) bietet die Website Materialienpakete für die Vor- bzw. Nachbereitung des Lehrausganges zum kostenlosen Download. Altersgerecht und lehrplanadäquat aufbereitet, finden Pädagog/innen der 3. bis 8. Schulstufe Unterrichtsmaterialien zur Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien. Mehr dazu.

04.07.2024

Alles Clara?!

Die Österreichischen Kinderfreunde haben im Auftrag des bmfit mit „Alles Clara?!” pädagogisch ansprechende Animations-Kurzfilme – auch zum Themenbereich Verkehrserziehung und Mobilitätserziehung, genauer zu den Verkehrszeichen, Anschnallen und Kindersitz, Fußgängerampel und CO2-Verbrauch, erstellt.

Die freiwillige Radfahrprüfung
Von Michael Acheitner

Wenn Kinder in die Schule kommen, nehmen sie meistens zum ersten Mal in ihrem Leben allein am Straßenverkehr teil. Ein paar Jahre später wollen viele von ihnen mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Radfahren ist für die heranwachsenden Kinder außerordentlich attraktiv und vom medizinischen und gesundheitlichen Aspekt her auch sehr zu begrüßen. Zudem sensibilisiert es Kinder für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Als Radfahrer muss man aber die Situationen im Straßenverkehr besser einschätzen können als in der Fußgängerrolle.

Deshalb sollten SchülerInnen theoretisch und praktisch auf die Anforderungen des heutigen Straßenverkehrs gut vorbereitet sein, bevor sie mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen fahren. Dabei hilft die Ablegung der freiwilligen Radfahrprüfung, an der jährlich über 90.000 Kinder im Alter zwischen dem vollendeten 9. Lebensjahr (und gleichzeitigem Besuch der 4. Schulstufe)  und zwölf Jahren teilnehmen.

Der Weg ist das Ziel

In Österreich dürfen Kinder laut Straßenverkehrsordnung nach Vollendung des 12. Lebensjahres allein auf öffentlichen Straßen Radfahren. Durch Ablegung der „Freiwilligen Radfahrprüfung”, die die körperliche und geistige Reife von Kindern feststellt, ist dies auch schon ab dem vollendeten 9. Lebensjahr und Besuch der 4. Schulstufe möglich.

Die freiwillige Radfahrprüfung stellt seit Jahren an Österreichs Volksschulen einen fixen Programmpunkt dar. Die Radfahrprüfung für Schulklassen umfasst je einen praktischen und theoretischen Schulungskurs, sowie eine praktische und theoretische Prüfung. Die Prüfung sollte aber nicht im Mittelpunkt stehen. Vielmehr ist der Weg das Ziel. Die Vorbereitung auf die freiwillige Radfahrprüfung ist ein wichtiger Lernprozess, den Kinder der 4. bzw. 5. Schulstufe im Rahmen der Verkehrserziehung durchlaufen.

Lehrkräfte als BegleiterInnen

Die Vorbereitung der Kinder auf die Radfahrprüfung wird zum größten Teil von den LehrerInnen übernommen. Um die Lehrpersonen dabei besser zu unterstützen, wurde die Lehrermappe (siehe Kasten rechts) mit hilfreichen Materialien als Ergänzung zum Schülerheft entwickelt.

Das Österreichische Jugendrotkreuz als langjähriger Träger dieses Programms hat gemeinsam mit einer Gruppe von Expert/innen in der Verkehrserziehung und den Programm-Partnern AUVA und ÖAMTC zu jedem im Schülerheft behandelten Thema Hintergrundinformationen, Vorschläge für den Unterricht und Begleitmaterialien zusammengestellt.

Die Ausbildung der SchülerInnen zum „geprüften Radfahrer“ bereitet diese schon in jungen Jahren auf die spätere Führerscheinprüfung vor und ist somit ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung.

17.07.2020

200 Jahre Fahrrad – eine Zeitleiste

Im Jahr 2017  wurde das Fahrrad 200 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat Dipl.-Päd. Raimund Görtler eine Zeitleiste erstellt, die im Unterricht ab der 4. Schulstufe geeignet ist. Der Zeitstreifen „200 Jahre Fahrrad“ steht ab sofort als Unterrichtsmaterial zum Download zur Verfügung.

Der Safety Check – Lesen, lösen, lernen

Verkehrszeichen begleiten die Schüler und Schülerinnen tagtäglich. Sie richtig zu deuten und ihren Sinn zu erfassen ist Grundvoraussetzung für richtiges Verhalten im Straßenverkehr. Das Unterrichtsmaterial „Safety Check“ ist für die Grundstufe II konzipiert, und soll Kinder in spielerischer Form mit der Materie Verkehrszeichen und Mobilitätssicherheit vertraut machen.

Download des Materials (PPT und Lösungsblätter; 12,8 MB)

Öffi-Fahren leicht gemacht
Von: Katharina Prochart

Den Fahrplan lesen, den richtigen Bahnsteig finden, den Ausstieg nicht verpassen – zum ersten Mal allein mit Bus oder Bahn unterwegs zu sein, kann ganz schön aufregend sein. Was es am Schulweg alles zu beachten gilt, hat die Klimaschutzinitiative klimaaktiv mobil in einer praktischen Klappkarte zusammengefasst: Im kostenlosen Öffi-Check „Kinderleicht den Schulweg üben“ können Schülerinnen und Schüler per Checkliste herausfinden, ob sie für das Öffi-Fahren ohne Begleitung schon bereit sind.  

Laut Mobilitätserhebung „Österreich unterwegs“ nutzt der Großteil der 10- bis 14-Jährigen in Österreich öffentliche Verkehrsmittel für den Schulweg. Es ist daher sinnvoll, den sicheren Umgang mit Bus und Bahn spätestens in der dritten bzw. vierten Klasse Volksschule zu thematisieren und zu üben. Für diese Schulstufen stellt klimaaktiv mobil auch kostenlose Materialien für den Unterricht zur Verfügung.

02.09.2024

(Freiwilligen Radfahrprüfung neu) Neue Materialien!
Interview: Michael Achleitner

Welche Rolle spielt das Jugendrotkreuz bei der Freiwilligen Radfahrprüfung, welche Aufgaben übernimmt es in diesem Zusammenhang?
Belma Hodzic: Die Freiwillige Radfahrprüfung des Österreichischen Jugendrotkreuzes macht Kinder seit Jahrzehnten fit für den Straßenverkehr. Dabei geht es um das spielerische Erlernen von wichtigen Fertigkeiten im Straßenverkehr wie auch die praktische Übung. Nach bestandener Prüfung dürfen die Kinder allein mit dem Fahrrad unterwegs sein. Mit dem Programm vermitteln wir Kindern in der 4. Schulstufe wichtige Kenntnisse und minimieren damit das Risiko von Gefahren im Straßenverkehr.

Die Materialien zur Freiwilligen Radfahrprüfung wurden komplett überarbeitet. Was ist neu?
Die Lern- und Prüfungsunterlagen der Freiwilligen Radfahrprüfung wurden tiefgreifend überarbeitet und auf den letzten fachlichen und pädagogischen Stand gebracht. In die Überarbeitung waren Pädagog:innen sowie unsere Partner, die Polizei, AUVA, ÖAMTC, KfV und das Bildungsministerium, involviert, um das Programm von allen Seiten fachlich zu betreuen.  
Die Kinder erhalten nun ein 60-seitiges Lern- und Mitmachheft. Die beliebten Figuren Finn + Funny begleiten sie darin mit lehrreichen Geschichten auf ihrem Weg zur Prüfung. Dazu gibt es Merksätze und Übungen mit vielen Verkehrssituationen. Jedes Kapitel wird mit einem Check abgeschlossen, um das Gelernte zu überprüfen.

Es gibt auch eine neue Materialienwebsite. Was bietet diese?
Die neue Website www.radfahrprüfung.at ist ein ergänzendes, ganz großartiges Medium, mit dem die Kinder auch online viele Prüfungsbeispiele üben und sich so vorbereiten können. Die verschiedenen Bausteine können im Einzelsetting, in der Klasse aber auch zu Hause mit den Eltern erarbeitet werden.

Die theoretische Radfahrprüfung kann jetzt auch online gemacht werden kann. Was bedeutet das in puncto Datenschutz?
Die Prüfung ist anonym und sicher. Wir nehmen Datenschutz sehr ernst. An keiner Stelle werden personenbezogene Daten der Kinder gesammelt. Eine Zuordnung erfolgt lediglich über Codes, die an die Lehrkräfte versendet werden (siehe Infokasten rechts).

Welchen Hintergrund haben die Vorlesegeschichten auf der Website?
Am Anfang jedes Kapitels gibt es eine themenbezogene Vorlesegeschichte. Diese kann als Einführungsgeschichte im Unterricht eingesetzt werden, um die Kinder für das jeweilige Thema zu sensibilisieren bzw. zur Diskussion anzuregen. Die Geschichte kann vorgelesen, aber auch über einen QR-Code angehört werden. Am Ende jeder Geschichte gibt es Merksätze, die das Gelernte festigen sollen.

Zu jedem Kapitel gibt es auch Erklärvideos. Was war Ihnen bei der Produktion wichtig?
Die Idee dahinter war, dass sich die Kinder sowohl in der Schule als auch zu Hause weitere, realitätsnahe Tipps und Beispiele zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr ansehen können. Die Videos sind kurz und somit auf die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder abgestimmt.

Was bieten die Arbeitsblätter?
Die Arbeitsblätter können sowohl im Unterricht als auch als Hausübung eingesetzt werden und dienen dazu, das im Unterricht Gelernte zu wiederholen und zu festigen. Die ergänzenden Arbeitsblätter sowie die passenden Lösungen dazu sind ebenfalls auf der Website www.radfahrprüfung.at als Download zu finden.

Haben Sie bereits Feedback bekommen?
Ja, wir haben ganz tolles Feedback bekommen. Die Unterlagen werden sehr gerne bestellt und im Unterricht verwendet. Das Lern- und Mitmachheft ist sehr schön, übersichtlich und innovativ geworden und kann fächerübergreifend eingesetzt werden.

Wie können die Kinder am besten für die Radfahrprüfung üben?
Neben der theoretischen Beschäftigung mit dem Thema Radfahren und dem sicheren Umgang im Straßenverkehr, darf natürlich auch auf das praktische Üben nicht vergessen werden. Neben dem Üben mit den Eltern zu Hause, kann auch eine Praxiseinheit im Rahmen des Unterrichts sinnvoll sein. Dazu kann mit der Schulklasse ein Übungsparcours am Schulgelände gestaltet oder auch der Besuch eines Verkehrsübungsplatzes eingeplant werden.

Wie meldet man sich als Schule an?
Die Anmeldung zur Freiwilligen Radfahrprüfung für Schulklassen ist je nach Bundesland unterschiedlich. Diese kann in der 4. oder 5. Schulstufe sowohl in der Unterrichtszeit, als auch im Rahmen einer schulbezogenen Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Die Theorieprüfung wird von der Lehrperson in der Klasse oder den Polizeibeamt:innen durchgeführt und abgenommen. Nach bestandener Theorieprüfung kann die praktische Prüfung absolviert werden. Danach erhält das Kind seinen Radfahrausweis. Sollte ein Kind die Radfahrprüfung nicht bestehen, darf diese wiederholt werden.

Toter Winkel und Überhang
Interview: Thomas Aistleitner

© KfV

Ein neues Programm von KfV und AUVA lässt Kinder selbst erleben, welche Gefahren im und um den Bus warten. Christian Kräutler vom Kuratorium für Verkehrssicherheit erläutert, was Kinder in „Meine Busschule“ lernen.
Szene aus der Busschule

netzwerk-verkehrserziehung: Ist das Fahren mit dem Schulbus wirklich so gefährlich, dass dafür eine eigene Schulung entwickelt wurde?
Christian Kräutler: Wir haben mit dem Schulbus das sicherste Verkehrsmittel, um von zu Hause in die Schule zu kommen. Nur 6% der Unfälle auf dem Schulweg passieren im Schulbus. Andererseits gibt es dennoch immer wieder schwere Verletzungen und spektakuläre Unfälle im Bus und auf dem Weg zur Bushaltestelle.

Welche Zonen oder Abläufe sind besonders gefährdet?
Die Haltestelle, das Ein- und Aussteigen, unpassendes Verhalten während der Fahrt – und schließlich, am gefährlichsten, das Aussteigen aus dem Bus zurück in den Verkehr, da passieren die schwersten Unfälle.

Was für Unfälle sind das?
Tragisch wird es vor allem dann, wenn Kinder nach dem Aussteigen vor oder hinter dem Bus über die Straße gehen oder laufen. Sie sind vorher lang gesessen, sie sind in der Gruppe, die Sicht ist verstellt ...

... und das Risiko steigt.
Nicht nur die Kinder erhöhen das Risiko. Wir sehen auch immer mehr abgelenkte Autolenker, die sich mit ihrem Handy beschäftigen und zu spät reagieren, wenn auf der Straße etwas Unerwartetes passiert.

Sie haben die Haltestelle als Gefahrenzone genannt.
Ja, Kinder können beim Aussteigen hängenbleiben. Sie verfangen sich mit Kleidungsstücken oder den Händen in der Tür und werden mitgeschleppt. Das passiert selten, ist dann aber sehr gefährlich. Viel häufiger sind Drängen, Schubsen, Raufereien oder auch nur kindliches Spielen. Dabei geraten Kinder ungewollt auf die Fahrbahn und vor die Autos.
Szene aus der Busschule

Was kann Kindern passieren, wenn sie schon im Bus sitzen?
Ein unerwartetes Manöver, eine starke Bremsung genügt schon. Kinder halten sich schon von sich aus eher nicht fest, wenn sie im Bus sitzen. Die Schultaschen liegen oder stehen womöglich frei herum und werden bei einer Bremsung zum Wurfgeschoß. Da kommen große Kräfte auf kleine Kinder zu.

Welchen Kindern bieten Sie die Busschule an?
Wir, also AUVA und Kuratorium für Verkehrssicherheit, bieten die Busschule für die 1. bis 4. Volksschule an, derzeit in Niederösterreich und im Burgenland. Sie ist kostenlos und man kann sich anmelden. Die Verfügbarkeit ist allerdings begrenzt.

Was passiert in „Meine Busschule“?
Es geht uns um Sehen und Spüren. Was man erlebt hat, bleibt eher hängen als das, was einem erzählt wurde. Wir beginnen mit vorbereitenden Übungen im Schulgebäude. Der Hauptteil der Schulung findet dann im und rund um den Bus statt. Am Ende lassen wir dann ein Poster mit unseren 10 Busregeln in der Klasse zurück.

Wie bringt man Kindern mehr Sicherheit bei?
Wir zeigen, was passieren kann. Wir bringen unsere Buspuppe mit und setzen sie hinten auf die Rücksitzbank. Dann wird mit Ankündigung eine Notbremsung durchgeführt. Die Kinder halten sich fest und sehen, wie die Puppe durch den Bus fliegt. Auch die Fingerverletzungen an der schließenden Tür beim Ein- und Aussteigen lassen sich mit der Puppe zeigen.

Was wird an der Haltestelle gezeigt?
Wir stellen die Puppe an die Haltestelle, ganz knapp an die Fahrbahn, aber noch auf dem Gehsteig. Der Bus hat aber einen Überhang, der beim Einfahren bis zu eineinhalb Meter in den Gehsteig ragen kann. Der Bus erwischt die Puppe und schleudert sie weg.

Wie wird „Meine Busschule“ aufgenommen?
Wir bieten die Aktion erst seit einem Jahr an. Das Feedback ist sehr positiv, vor allem von den Kindern, aber auch von den Buslenkern. Die haben ja selbst Angst, ein Kind zu verletzen, wenn sie in die Haltestelle einfahren. Deshalb nehmen wir in der Busschule den toten Winkel durch. Die Kinder dürfen sich auf den Fahrersitz setzen und definieren, was sie sehen, vor allem aber, was sie nicht sehen.

Wie kommt eine Schule zur Busschule?
Sie melden sich beim KFV unter aktionen@kfv.at, Tel.: 05 77 0 77-4000 oder bei der AUVA, Ansprechpartnerin Judith Wölfl sichereswissen@auva.at. Wir bieten die Busschule in Niederösterreich und im Burgenland an. Derzeit wird das Programm evaluiert. Danach entscheiden wir über eine mögliche Ausweitung in andere Bundesländer.

12.12.2016

Fanni und Zachi 1 und 2
Von Sabine Bauer

Die neuen Arbeitsunterlagen für die 3. und 4. Schulstufe helfen dabei, die Lehrer*innen bei der Vermittlung der Verkehrs- und Mobilitätsbildung zu unterstützen. Oft ist die Verkehrs- und Mobilitätsbildung im täglichen Unterricht eher nachrangig gewichtet. Darum findet es das BMBWF vernünftig, aufbereitete Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die Lehrpersonen den Einbau im Unterricht erleichtern – und bei denen auch der Spaß nicht zu kurz kommt.

Was wird geboten?
Es gibt „Fanni und Zachi 1“ für die Schulstufen 0 bis 2 und nun „Fanni und Zachi 2“ für die Schulstufen 3 und 4. In beiden Publikationen spielen die kluge Füchsin Fanni und das eher vorsichtige und ängstliche Zebra Zachi als Bezugspersonen eine wichtige Rolle. Sie erleben und kommentieren in Geschichten, was im Verkehr funktioniert und was verbesserungswürdig ist. In den Heften gibt es Arbeitsblätter, Kopiervorlagen, Rätsel und mehr. Über QR-Codes erhält man unkompliziert die Lösungen zu Aufgaben und Rätseln. Auf 104 Seiten wird zielgerichtet auf das zu unterschiedliche Themen Bezug genommen: Verkehrswörter, Schulweg, Regelnotwendigkeit, Benehmen in Öffis, Feinstaub, Umweltschutz, Handy, Statistik… Mobilität aber wie? Fahrrad in der Stadt, Bodenmarkierungen, Toter Winkel, E-Antrieb …

30.08.2023

Augen auf die Straße!

Beim Projekt „Augen auf die Straße, fertig, los!“ des Landes Steiermark bekommt man Antworten auf die Fragen welche Verkehrsmittel auf der Straße unterwegs sind und wie man erkennen kann? Anhand von Hörbeispielen und Bildern erleben Kinder wodurch es zu Ablenkung kommen kann. Zu den Materialien

Trittsicher unterwegs!
Das Projekt „Augen auf die Straße – Trittsicher unterwegs!“ hat zum Ziel, Unfälle in und um öffentliche Verkehrsmittel zu reduzieren. Körperkontrolle und Gangstabilität führen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr sowie natürlich auch beim Sport und im Alltag. Die Video-Übungen ermöglichen es, Sport- und Verkehrserziehungs-Unterricht zu kombinieren – und das alles mit viel Spiel & Spaß für die Schüler/innen! Zu den Videos

Ich seh’, was du nicht siehst!
Aufgrund des Fokusreports „Unfälle im toten Winkel und aufgrund von Sichtbehinderungen“ wurde das Schulprojekt „Augen auf die Straße – Ich seh‘, was du nicht siehst!“ für alle steirischen Schulen der 1. bis 6. Schulstufe entwickelt. Turnübungen, Videos, E-Learning-Aufgaben und Arbeitsblätter ermöglichen es, den Themenbereich „Sichteinschränkung“ mit Übungen zum Perspektivenwechsel eindrücklich zu veranschaulichen und vielfältig in den Unterricht einfließen zu lassen. Zu den Materialien

Sicher unterwegs zur Schule
Von Julia Mayer und Thomas Aistleitner

Der Schulweg bedeutet für viele Eltern Stress. Zahlreiche gute oder gut gemeinte Ratschläge werden von allen Seiten an sie herangetragen. Doch wie bereiten sich Eltern und Kinder am besten auf die neue Herausforderung vor? Zehn Fragen und Antworten zum sicheren Schulweg für alle, die Kinder begleiten.

Wie kommt mein Kind in die Schule? Alleine oder in Begleitung?
Je nachdem, wie viel Verkehrserfahrung ein Kind hat, sollte entschieden werden, ob es alleine oder in Begleitung eines Erwachsenen auf dem Schulweg unterwegs ist. Kinder haben oft noch kein vorausschauendes Gefahrenbewusstsein, das notwendig ist, um sicher den Schulweg zu bewältigen.

Wie sicher ist der Schulweg für mein Kind?
Im Jahr 2014 waren laut Statistik Austria über 500 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren in einen Unfall verwickelt. Was zunächst erschreckend klingt, ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung, denn immer weniger Kinder werden auf dem Schulweg verletzt. Dennoch sind sich Experten einig, dass es sich positiv auf die Unfallstatistiken auswirkt, wenn Eltern und Kinder das korrekte Verhalten im Straßenverkehr gemeinsam trainieren. Denn je geübter ein Kind im Straßenverkehr ist, desto schneller erkennt es mögliche Gefahren und weiß, wie es sich verhalten muss.

Wie finde ich den sichersten Schulweg?
Immer mehr Schulen nehmen das Thema Schulweg selbst in die Hand und erstellen Schulmobilitätspläne. Schon die gemeinsame Erstellung eines solchen Plans schärft das Bewusstsein für Verkehrssicherheit. In Wien werden inzwischen Schulwegpläne für 300 Schulen angeboten. Diese Pläne wurden nach Befragung von Lehrern, Eltern und Polizei sowie Besichtigungen an Ort und Stelle für die einzelnen Schulen erstellt. Der ideale Schulweg ist darin eingezeichnet, gefährliche Stellen sind besonders markiert. Die Pläne enthalten auch Schulwegtipps für Eltern und Kinder die helfen sollen, sich auf den Schulweg vorzubereiten. Beispielsweise wird erklärt wie man sich vor dem Überqueren eines Zebrastreifens verhält. Vor Ort weisen rot umrandete Schutzwege sowie Verkehrszeichen Autofahrer außerdem darauf hin, dass sie hier besonders auf Kinder achten müssen.
Auch die AUVA, zuständig für die Unfallversicherung der Schulkinder, bietet eigene Schulwegpläne für Wien an. Diese enthalten Tipps für das Verhalten auf dem Schulweg. Der Autofahrerklub ARBÖ appelliert an die Autofahrer, in der Gegend um Schulen freiwillig Tempo 30 einzuhalten.

Was muss mein Kind über den Schulweg wissen?
Nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder sollten die Einzelheiten ihres Schulweges gut kennen. Gefährliche Kreuzungen oder unübersichtliche Stellen, sollten im Vorfeld gemeinsam aufgesucht und das richtige Verhalten trainiert werden. Vielleicht ist auch die Erstellung einer Alternativroute bei starkem Verkehr oder schlechten Witterungsverhältnissen möglich. Um sicher die Schule zu erreichen, sollten die Kinder außerdem mit den Verkehrsregeln vertraut sein. Und je vertrauter das Kind mit seinem Schulweg ist, desto sicherer ist es unterwegs.

Was muss mein Kind über den Verkehr und die anderen Verkehrsteilnehmer wissen?
Es genügt nicht, dass die Kinder alles richtig machen – ihre Sicherheit hängt auch von den beteiligten Autofahrern ab. Diese wissen oft nicht, dass Kinder die Straße nicht nur auf dem Zebrastreifen queren dürfen. Kinder haben immer Vorrang – aber was haben sie davon, wenn die Autofahrer nicht bremsen? Deshalb müssen auch Kinder wissen, dass der Zebrastreifen zwar eine Schutzzone, aber keine Schutzgarantie für sie ist. Die Aktion „Zebrastreifen“ zeigt SchülerInnen anschaulich, dass sie sich im Ernstfall nur auf sich selbst verlassen können.

Was gibt es für Eltern im Vorfeld zu tun?
Üben macht sicher. Kinder, die viel zu Fuß gehen, sind sicherer unterwegs als Kinder, die hauptsächlich BeifahrerInnen sind. Auch das gemeinsame Lernen und Wiederholen der Bedeutung der Verkehrszeichen und der wichtigsten Regeln im Straßenverkehr sind wichtig. Spielerisches Lernen von klein auf unterstützt die Kinder und Eltern dabei. In den Beiträgen „Wir spielen Verkehr!“ und „Wir lernen Verkehr!“ bietet das Netzwerk Verkehrserziehung zahlreiche Möglichkeiten, mit Spaß und Kreativität an dieses so wichtige Thema heranzugehen. Die Kinderpolizei gibt nützliche Tipps rund um das Thema Verkehr. Auch hier ist die Vorbereitung auf den Schulweg mit den Eltern ein wichtiger Bestandteil.

Wie sollte mein Kind für den Schulweg ausgerüstet sein?
Aufgrund ihrer Körpergröße werden Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern oft übersehen. Besonders bei Schlechtwetter oder in der Morgendämmerung ist besondere Vorsicht geboten.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, mein Kind in die Schule zu bringen?
Der Verkehrsklub VCÖ empfiehlt, nach Möglichkeit auf das Auto zu verzichten und die Kinder lieber zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis in die Schule zu begleiten. Denn jedes weitere Auto steigere die Gefahr für die anderen Kinder. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, sollten lieber ein bisschen früher kommen, das Auto einparken und die Kinder bis in die Schule begleiten. So soll verhindert werden, dass die Kinder die Straße überqueren oder an unübersichtlichen Stellen aus dem Auto steigen müssen um zum Schuleingang zu gelangen.

Welche Vorteile hat ein Schulweg zu Fuß?
Der Schulweg zu Fuß hat laut VCÖ einige Vorteile: Soziale Kontakte mit anderen Kindern werden geknüpft und dem Bewegungsmangel wird entgegengewirkt.

Wo kann ich mir gesammelt Tipps und Ratschläge zum Thema Schulweg und Verkehr holen?
Die AUVA hat einen kompakten Folder mit Schulwegstipps zusammengestellt und auch der Oberösterreichische Zivilschutzverband hat 15 Tipps zum Thema Schulwegsicherheit zusammengeschrieben. Eine gelungene Übersicht über alle wichtigen Ratschläge bietet außerdem die Kinderpolizei. Ihre Tipps gibt es in einer Fassung für Eltern und einer für Kinder. Eine gute Hilfestellung für Eltern ist die Checkliste des VCÖ. Sie hilft bei der Ermittlung des sichersten Schulweges. Außerdem stellt die Stadt Wien Schulwegpläne zur Verfügung, die für Wiener Volksschulen in Kooperation der MA 46 mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, Landesstelle Wien, ausgearbeitet wurden.

22.08.2016

Ella und Edgar

Ella und Edgar haben von ihrer Lehrerin die Aufgabe bekommen, den Schulweg genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei entwickeln sie Vorstellungen für eine schönere, grünere Schulumgebung. Bei einer Ausstellung werden die Ideen der Kinder der Öffentlichkeit präsentiert. Doch nicht Alle sind damit einverstanden. Werden die Schulwegwünsche der Kinder dennoch umgesetzt?

04.07.2024

Schrittzähler

10.000 Schritte werden aus gesundheitlichen Gründen empfohlen. Mit Schrittzählern können Schritte gesammelt und verglichen werden. Schrittzähler kosten zwischen 5 und 150 Euro und können über klimaaktiv mobil kostenfrei ausgeborgt werden. Ziel der Aktion ist es, das Zu-Fuß-Gehen attraktiver zu machen und so die Kinder und Jugendlichen zu mehr klimafreundlicher und gesunder Mobilität zu motivieren. Die Klasse erhält einige Zähler und die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, ihre Schritte in der Schule, auf dem Schulweg oder in der Freizeit zu zählen.

04.07.2024

Postkarte „Mein Schulweg“

Der klimafreundlich zurückgelegte Schulweg ist eine tägliche Erlebnis- und Bewegungsquelle. Dies zeigt sich eindrucksvoll, wenn Kinder ihren Schulweg zeichnen. Denn, wo man aussteigt, beginnt das Leben. klimaaktiv mobil lädt mit der Postkarte dazu ein, den Schulweg zu zeichnen. Unter den Einsendungen werden laufend kleine Preise verlost.

Weitere Infos

Bestellen unter: bildung@klimaaktivmobil.at
Zeichne deinen Schulweg „Karte Mein Schulweg“ und Kinderbüchlein „Anna unterwegs“, klimaaktiv

04.07.2024

Mobilitätsmanagement für Schulen

Das Unterrichtsmaterialienheft für die Volksschulen unterstützt Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung von Mobilitätsprojekten. Es enthält sowohl praxiserprobte Arbeitsanregungen für Lehrer/innen und Eltern sowie Lernmaterialien für Schüler und Schülerinnen. Schwierige Themenkomplexe werden dabei stets mit konkreten Alltagsanforderungen der Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen verknüpft. Durch den Einsatz im Unterricht leisten österreichische Schulen nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch für eine lebenswerte, gesunde Zukunft in einer sauberen Umwelt.

Download:Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schule

Weitere Materialien rund um Mobilitätsmanagement finden Sie hier.

Zu Fuß zur Schule – Workshop

Zu Fuß, zu Fuß - das ist ein Muss! Beim „Zu Fuß zur Schule“-Workshop erleben Volksschulkinder Klimaschutz am Beispiel aktiver und umweltfreundlicher Mobilität. In dem zweistündigen Workshop lernen die Kinder verschiedenste Verkehrsmittel und deren Auswirkungen auf unsere Umwelt kennen. Welche Alternativen gibt es, um sich klimagerecht fortzubewegen? Durch gemeinsames Erforschen des Schulumfelds lernen die Kinder Zusammenhänge von Mobilitätsverhalten und Klimaschutz kennen. Ihnen wird durch Spiele, Quiz und gemeinsame Bewegung Freude am aktiven unterwegs Sein vermittelt.
Zielgruppe: 1.-4. Volksschule
Setting: 2 Unterrichtseinheiten
Zu den Kursbuchungen:„Zu Fuß zur Schule“-Workshop buchen

Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen

klimaaktiv mobil „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“ bietet seit 2005 österreichweit Beratung zu klimafreundlicher und gesunder Mobilität für Bildungseinrichtungen.

Kinder lieben und brauchen viel Bewegung. Das klimaaktiv mobil Programm des BMNT macht Lust darauf, den Schul- oder Kindergartenweg eher zu Fuß, mit dem Roller, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen als mit dem „Elterntaxi“. Gemeinsam ist das lustig, gesund und verringert das Verkehrsaufkommen rund um Kindergarten oder Schule.

Im Rahmen des klimaaktiv mobil Programms „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“ werden Kindergärten, Schulen, Horte und Pädagogische Hochschulen in ganz Österreich von erfahrenen Mobilitätsberater/innen über ein Schuljahr hinweg begleitet. Die Bildungseinrichtungen erhalten kostenlose Unterstützung bei der Teambildung, Mobilitätserhebung, Problemanalyse, Ideenfindung und Umsetzung von Maßnahmen.

Das klimaaktiv mobil-Programm „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“ bietet interessierten Kindergärten und Schulen aller Schulstufen:

  • kostenlose Beratung und Begleitung über ein Schuljahr von erfahrenen Mobilitätsberater/innen
  • klimaaktiv mobil Förderungen, wie z. B. für Microscooter- Abstellplätze oder Lastenräder
  • Informations- und Unterrichtsmaterialien
  • Workshops und Seminare
  • Vermittlung von Expert/innen
  • monatliche E-Mail-Newsletter zu aktuellen Themen
  • die Website: www.klimaaktivmobil.at/bildung

04.07.2024

Radfahrkurse für Volksschulen

Der Schulweg bietet Kindern die Gelegenheit, aktiv in den Tag zu starten. Die zweistündigen klimaaktiv mobil Radfahrkurse ermutigen und inspirieren Schülerinnen und Schüler dazu, das Fahrrad als aktive Form der Mobilität zu erleben und im Alltag zu integrieren. Dabei wird nicht nur Spaß an der Bewegung gefördert, sondern auch ein Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität geschaffen.

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihren Schülern die Freude am Radfahren näher zubringen und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Die wichtigsten Informationen:

  • Die klimaaktiv mobil Radfahrkurse werden durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) finanziert und sind für die Volksschulen kostenlos.
  • klimaaktiv mobil stellt je Schulstufe und Kalenderjahr eine bestimmte Anzahl von klimaaktiv mobil Radfahrkursen als Kontingent zur Verfügung.
  • Ein klimaaktiv mobil Radfahrkurs dauert in der Regel zwei Unterrichtseinheiten (ca. 110 Minuten).
  • Die Kurse können von jeder Volksschulklasse (erste bis vierte Schulstufe) einmal pro Schuljahr beantragt werden.
  • Vierte Schulstufen haben die Möglichkeit in den Verkehrsraum auszufahren.
  • Die Radfahrkurse werden von zertifizierten klimaaktiv mobil Radfahrlehrende durchgeführt.
  • Die Radfahrkurse finden im Freien statt.
Förderung für Fahrradabstellplätze
Von: Michael Achleitner

Um den Radverkehrsanteil der Bevölkerung zu erhöhen, unterstützt das Klimaschutzministerium (BMK) verschiedene Investitionen wie beispielsweise Schulen auch bei der Errichtung und Sanierung von Radabstellanlagen sowie dazugehörigen E-Ladestationen.

Gefördert wird

  • die Anschaffung von versperrbaren bzw. am Fahrradrahmen sicherbaren Radabstellanlagen mit Abstellplätzen für mindestens 10 Fahrräder. Es werden nur jene Radabstellanlagen gefördert, die über das rechtlich vorgeschriebene Ausmaß hinausgehen;
  • die Errichtung von einem E-Ladepunkt pro Radabstellplatz (pro Ladepunkt ≤ 5 kW Abgabeleistung) in Verbindung mit den oben genannten Radabstellanlagen;
  • die Sanierung bestehender Radabstellanlagen (z. B. bestehende Felgenkiller), wenn dadurch eine Qualitätsverbesserung erzielt wird.

Die Radabstellanlagen müssen barrierefrei (fahrend oder schiebend) vom öffentlichen Verkehrsraum erreichbar sein. Bei E-Ladestationen ist zudem zu beachten, dass nur Anlagen mit Einsatz von Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energieträgern gefördert werden.

Die Förderung beträgt pro Abstellplatz mit Überdachung bis zu 400 Euro, bis zu 200 Euro für Radabstellplätze ohne Überdachung. Die Antragstellung ist erst nach Umsetzung des Vorhabens möglich, spätestens jedoch neun Monate nach Rechnungslegung. Die Einreichfrist läuft bis 28.2.2025.

➜ Zum Online-Antrag: www.umweltfoerderung.at/fahrradparken

15.06.2024

UBZ – Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark

Der Verein „Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark” wurde am 22. Oktober 2001 auf Initiative der Steiermärkischen Landesregierung gegründet und ist eine überparteiliche, gemeinnützige, kulturelle und auf das Gemeinwohl ausgerichtete Bildungseinrichtung. Für den Themenbereich „Mobilität/Verkehr” hält die Website eine Reihe von Unterrichtsmaterialien bereit.

Zum UBZ

Mit dem Fahrrad – mobil in die Zukuft

Während Ingenieure und Techniker, Architekten und Städteplaner von neuen Fahrzeugen, Flugautos, dem kombinierten Stadtverkehr in vielen Ebenen (unter der Erde, auf Straßen, Hochstraßen und in der Luft, ...) fantasieren, steht längst ein Verkehrsmittel im Vordergrund, das echte alternative Lösungen vieler Probleme verspricht. Das Fahrrad.
Viele Menschen nützen ihr Auto nur, um kurze Strecken (zur Arbeit und zurück, zum Einkaufen, für Kindertaxidienste ...) zurückzulegen. Dabei wird der Körper kaum beansprucht, die Straßen und Gassen aber heftig. Denn so ein Fahrzeug braucht Platz zum Fahren, Platz zum Stehenbleiben, Platz zum Parken ...

Ein Unterrichtsmaterial von Raimund Görtler mit vielen Arbeitsblättern für die Verkehrserziehung in Österreichs Grundschulen.

Download:

Radfahren Einführung
Einführung (S. 1–10)
Fahrrad – kennenlernen (S. 11–26)
Radhelm – den Körper schützen (S. 27–34)
Fahrrad – Ausrüstung, Vorschrift (S. 35–44)

Radfahren braucht Regeln
Markierungen (S. 45–50)
Vorrangregeln (S. 51–72)
Sicher abzweigen (S. 73–76)
Verkehrszeichen (S. 77–82)

Radfahren birgt Gefahren 
Radfahren birgt Gefahren (S. 83–98)

Umweltfreundlich unterwegs 
Umweltfreundlich unterwegs (S. 99–110)

Die freiwillige Radfahrprüfung
Von Michael Acheitner

Die freiwillige Radfahrprüfung für Schüler/innen ab dem vollendeten 9. Lebensjahr und 4.

Schulstufe ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung. © ÖJRK/Anna Stöcher Wenn Kinder in die Schule kommen, nehmen sie meistens zum ersten Mal in ihrem Leben allein am Straßenverkehr teil.

Ein paar Jahre später wollen viele von ihnen mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Radfahren ist für die heranwachsenden Kinder außerordentlich attraktiv und vom medizinischen und gesundheitlichen Aspekt her auch sehr zu begrüßen.

Zudem sensibilisiert es Kinder für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Als Radfahrer muss man aber die Situationen im Straßenverkehr besser einschätzen können als in der Fußgängerrolle.

Deshalb sollten SchülerInnen theoretisch und praktisch auf die Anforderungen des heutigen Straßenverkehrs gut vorbereitet sein, bevor sie mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen fahren. Dabei hilft die Ablegung der freiwilligen Radfahrprüfung, an der jährlich über 90.000 Kinder im Alter zwischen dem vollendeten 9.

Lebensjahr (und gleichzeitigem Besuch der 4. Schulstufe)  und zwölf Jahren teilnehmen.

Der Weg ist das Ziel In Österreich dürfen Kinder laut Straßenverkehrsordnung nach Vollendung des 12. Lebensjahres allein auf öffentlichen Straßen Radfahren.

Durch Ablegung der „Freiwilligen Radfahrprüfung”, die die körperliche und geistige Reife von Kindern feststellt, ist dies auch schon ab dem vollendeten 9. Lebensjahr und Besuch der 4.

Schulstufe möglich. Die freiwillige Radfahrprüfung stellt seit Jahren an Österreichs Volksschulen einen fixen Programmpunkt dar.

Die Radfahrprüfung für Schulklassen umfasst je einen praktischen und theoretischen Schulungskurs, sowie eine praktische und theoretische Prüfung. Die Prüfung sollte aber nicht im Mittelpunkt stehen.

Vielmehr ist der Weg das Ziel. Die Vorbereitung auf die freiwillige Radfahrprüfung ist ein wichtiger Lernprozess, den Kinder der 4.

bzw. 5.

Schulstufe im Rahmen der Verkehrserziehung durchlaufen. Lehrkräfte als BegleiterInnen Die Vorbereitung der Kinder auf die Radfahrprüfung wird zum größten Teil von den LehrerInnen übernommen.

Um die Lehrpersonen dabei besser zu unterstützen, wurde die Lehrermappe (siehe Kasten rechts) mit hilfreichen Materialien als Ergänzung zum Schülerheft entwickelt. Das Österreichische Jugendrotkreuz als langjähriger Träger dieses Programms hat gemeinsam mit einer Gruppe von Expert/innen in der Verkehrserziehung und den Programm-Partnern AUVA und ÖAMTC zu jedem im Schülerheft behandelten Thema Hintergrundinformationen, Vorschläge für den Unterricht und Begleitmaterialien zusammengestellt.

Die Ausbildung der SchülerInnen zum „geprüften Radfahrer“ bereitet diese schon in jungen Jahren auf die spätere Führerscheinprüfung vor und ist somit ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung. Unterrichtsmaterialien Die Lehrermappe bietet Hintergrundinformationen und Materialien, die die LehrerInnen bei der Gestaltung des Unterrichts unterstützen sollen.

Die Inhalte der Rad-Lehrermappe sowie ergänzende Zusatzmaterialien finden Sie hier: Rad-Lehrermappe Zusatzmaterialien Zur Bestellung der SchülerInnenhefte beim ÖJRK. Neu: Online-LernplattformDiese Website bietet Übungsaufgaben zum schriftlichen Teil der Freiwilligen Radfahrprüfung.

Sie ist als offizielle Erweiterung des ÖJRK-Schülerhefts „Freiwillige Radfahrprüfung” zu verstehen und unter https://www.radfahrprüfung.at aufrufbar. Wichtiges und Voraussetzungen Rechtliches: https://www.oesterreich.gv.at Übungen, Quiz, Verkehrszeichen:http://www.radfahrprüfung.atwww.verkehrserziehung.tsn.athttp://app.radland.steiermark.at/index.php Informationen aus den Bundesländern: Salzburg: Allgemeines zur Prüfung, Trainings- und Prüfungsstrecke Tirol: Mobile Jugendverkehrsschule Tirol Wien:Radausweis, Schulungen, Prüfungen Niederösterreich: Radfahrprüfung für Kinder Burgenland: Kontakt und Helmaktion Steiermark: Allgemeine Informationen Oberösterreich: Radfahrtraining für die 3.

Klassen der Volksschulen Vorarlberg: Unterrichtsfilme und BegleitmaterialienSchoolbiker Wettbewerb 2019 __

3.-4. Schulstufe
Freiwillige Radfahrprüfung

Die Lehrermappe bietet Hintergrundinformationen und Materialien, die die LehrerInnen bei der Gestaltung des Unterrichts unterstützen sollen. Die Inhalte der Rad-Lehrermappe sowie Ergänzende Zusatzmaterialien finden Sie hier:

Zur Bestellung der SchülerInnenhefte beim ÖJRK.

Auch auf Englisch, Farsi und Arabisch!

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurden die Unterlagen der Freiwilligen Radfahrprüfung in die Sprachen Englisch, Farsi und Arabisch übersetzt. Diese Unterrichtsmaterialien sind ein Angebot aufgrund der Flüchtlingssituation im Jahr 2016. Die Vorbereitung als auch die Radfahrprüfung selbst werden weiterhin auf Deutsch durchgeführt.

Erhältlich sind die Unterlagen hier!

Ideen für Rollenspiele zum Thema Mobilität und Verkehr