Der Vertrauensgrundsatz nach § 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt, dass jeder Verkehrsteilnehmende grundsätzlich darauf vertrauen darf, dass andere Personen die Verkehrsregeln einhalten. Neben anderen Personengruppen sind Kinder von diesem Grundsatz ausgenommen. Dies bedeutet, dass man bei Kindern davon auszugehen hat, dass sie sich nicht den Verkehrsregeln entsprechend verhalten und man bei Kindern daher besondere Vorsicht walten lassen muss.
STVO § 3. Vertrauensgrundsatz
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme; dessen ungeachtet darf jeder Straßenbenützer vertrauen, dass andere Personen die für die Benützung der Straße maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen, außer er müsste annehmen, dass es sich um Kinder, Menschen mit Sehbehinderung mit weißem Stock oder gelber Armbinde, Menschen mit offensichtlicher körperlicher Beeinträchtigung oder um Personen handelt, aus deren augenfälligem Gehaben geschlossen werden muss, dass sie unfähig sind, die Gefahren des Straßenverkehrs einzusehen oder sich dieser Einsicht gemäß zu verhalten.
(2) Der Lenker eines Fahrzeuges hat sich gegenüber Personen, gegenüber denen der Vertrauensgrundsatz gemäß Abs. 1 nicht gilt, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft so zu verhalten, daß eine Gefährdung dieser Personen ausgeschlossen ist.