Prüfungen mit digitalen Endgeräten
Unter digitalen Prüfungen versteht man die Durchführung schriftlicher Leistungsfeststellungen mit digitalen Endgeräten wie Laptops oder Tablets. Die Menge an derartigen Geräten ist an Schulen nicht zuletzt dank der Geräteintiative stark angestiegen.
Trotz der fast flächendeckenden Ausstattung in vielen Schulstufen besteht keine Verpflichtung für Schulen Prüfungen digital abzunehmen. Schulen können jedoch im Rahmen der eigenen Autonomie die Entscheidung treffen, dass Prüfungen digital unterstützt abgenommen werden. Die anzusetzenden Rahmenbedingungen liegen ebenfalls im Ermessen der jeweiligen Schule.
Um Prüfungen digital abzunehmen kommen häufig spezialisierte Softwareprodukte zum Einsatz. Diese als "digitale Prüfungsumgebungen" (DPU) bezeichneten Produkte können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden, nämlich (1) Lösungen, die eine Prüfung didaktisch und pädagogisch durch verschiedene Fragentypen aufbereiten und (2) Lösungen, die den organisatorischen Rahmen regeln und das Vortäuschen von Leistungen ("Schummeln") verhindern sollen. Da es bereits vom BMB bereitgestellte Systeme für die Abnahme elektronischer Tests gibt (z.B. die Lernplattform "eduvidual.at"), dient diese Digitale Prüfungsumgebung (DPU) der organisatorischen Absicherung der Prüfung, vorausgesetzt, dass verschiedene Prüfungsmodi (Lernplattform, Office-Tools, Geogebra, ...) möglich sind.
Dem Bundesministerium für Bildung (BMB) ist es wichtig, Lehrpersonen bei der Umsetzung dieses Vorhabens zu unterstützen und dabei zu helfen, sichere, zuverlässige und faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Daher spricht das BMB Empfehlungen aus, um Qualität und Fairness zu gewährleisten. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Fortbildung von Lehrpersonen und Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler, um sicherzustellen, dass Prüfungen digital didaktisch sinnvoll und rechtssicher umgesetzt werden.